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Naturerbe und Schutzgebiete

Braunkehlchen. Foto: Anton Luhr

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen leben rund 18 Millionen Menschen, aber auch mehr als 43.000 Tier-, Pilz- und Pflanzenarten. Ob münsterländische Parklandschaft, das Tiefland mit seinen Feuchtwiesen, Heiden und Flusslandschaften oder die weiten Mittelgebirgswälder: Jede dieser Regionen bietet einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum - ein vielfältiges Naturerbe direkt vor unserer Tür.


Lebensräume und Arten: ein Erbe für nachfolgende Generationen

Ein System aus unterschiedlichen Schutzgebieten dient der Bewahrung und Entwicklung von Natur und Landschaft, Lebensräumen und Arten. Derzeit gibt es in Nordrhein-Westfalen

  • einen Nationalpark in der Eifel,
  • mehr als 3.000 Naturschutzgebiete sowie
  • 518 Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH) und 28 Vogelschutzgebiete des Natura 2000-Netzwerks nach europäischem Naturschutzrecht.

Ergänzt wird das Schutzgebietsnetz von Landschaftsschutzgebieten, die insbesondere wegen der Vielfalt, Eigenart und Schönheit oder der besonderen kulturhistorischen Bedeutung der Landschaft ausgewiesen werden. Neben dem Nationalpark Eifel ermöglichen rund 100 Wildnisgebiete – fast ausschließlich im Staatswald von Nordrhein-Westfalen - eine natürliche Waldentwicklung.

Kleinere Objekte - sogenannte „Einzelschöpfungen der Natur“ – können als Naturdenkmäler oder Geschützte Landschaftsbestandteile ausgewiesen werden. Aber auch der Baum- und Gehölzbestand eines ganzen Landschaftsausschnittes kann als geschützter Landschaftsbestandteil ausgewiesen werden. Darüber hinaus existieren in Nordrhein-Westfalen über 32.000 gesetzlich geschützte Biotope, wozu beispielsweise Quellbereiche, Moore oder offene Felsbildungen gehören. Diese sind geschützt, ohne dass es einer förmlichen Unterschutzstellung durch eine ordnungsbehördliche Verordnung oder eines Landschaftsplans bedarf.

14 großflächige Naturparke bieten in Nordrhein-Westfalen vielfältige Erholungs- und Naturerlebnisangebote sowie Umweltbildungsprogramme an. Darüber hinaus tragen sie auch zum Schutz und zur Entwicklung des Naturerbes bei. Da Tiere und Pflanzen allein in Schutzgebieten langfristig kaum überlebensfähig sind, gibt die Landschaftsplanung Entwicklungsziele für den gesamten Landschaftsraum vor und trifft Festsetzungen zum Beispiel für den Biotopverbund auch über die Schutzgebiete hinaus. Zusätzlich dienen verschiedene Förderprogramme der Bewahrung der Kulturlandschaften durch die Unterstützung einer extensiven und nachhaltigen Bewirtschaftung.


Naturschutzgebiet Elmpter Schwalmbruch.

Naturschutzgebiete

Naturschutzgebiete sind wichtige Rückzugsorte und Lebensräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Zum Schutz seltener, störungsanfälliger Lebensräume und Arten hat hier der Naturschutz Vorrang vor anderen Nutzungsformen. In NRW gibt es 3117 solcher Gebiete zum Schutz der biologischen Vielfalt.

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Alte Buchen.

Wildnisgebiete

Das Land NRW hat im Staatswald Nordrhein-Westfalen bisher rund 170 Naturwaldzellen und Wildnisgebiete sowie einen Nationalpark ausgewiesen. Damit entwickelt sich derzeit auf über 16.000 Hektar (rund 11%) der staatlichen Waldflächen der „Urwald von morgen“. Der Mensch hält sich zurück und beobachtet, wie die Natur sich von selbst entfaltet.

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Obersee im Nationalpark Eifel. Foto: Michael Usadel

Nationalpark Eifel

Von der Küste bis zu den Alpen: Bundesweit schützen 15 Nationalparke einige der wertvollsten und schönsten Naturlandschaften Deutschlands. Anfang 2004 hat das Land Nordrhein-Westfalen den 110 Quadratkilometer großen Nationalpark Eifel eingerichtet. In dem Schutzgebiet lautet das Motto auf großer Fläche „Natur Natur sein lassen“. Nach und nach entsteht wieder wilde und ungelenkte Natur.

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Wiembecke und Externsteine. Foto: Astrid Sieker

Naturparke

Mit vielfältigen Erlebnis- und Bildungsangeboten bieten 12 Naturparke – und der Nationalpark Eifel – die Möglichkeit, den "wilden Westen" live zu erleben. Tatsächlich gehören im dicht besiedelten Industrieland Nordrhein-Westfalen rund 41 % der Landesfläche zu diesen Parken. Diese sind von überall her gut zu erreichen – ein Schatz direkt vor unserer Tür. Stressgeplagte Menschen finden hier Ruhe – und ein besonderes Stück Heimat.

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Blessgänse im Naturschutzgebiet Bislicher Insel bei Wesel.

Natura2000-Netzwerk

Die 1979 erlassene EG-Vogelschutz-Richtlinie (V-RL) und die FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) von 1992 verpflichten die Mitgliedstaaten nach europäischem Recht zur Ausweisung von Gebieten zum Schutz gefährdeter Arten und Lebensräume. Das Schutzgebietssystem NATURA 2000 fasst diese Flächen zu einem Netzwerk zusammen und bildet die erste einheitliche und umfassende rechtliche Grundlage zum Lebensraum- und Artenschutz in Europa.

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