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Wald

Wälder sind unser Naturerbe. Foto: karin claus/ Panthermedia.net

Die Wälder sind unser wertvolles Naturerbe, das wir erhalten und schützen müssen. Für die meisten Menschen in Nordrhein-Westfalen gehören die Wälder zum guten Leben dazu. Sie sind Orte der Erholung, des Naturerlebens, der Ruhe und Besinnung. Der Wald ist Lebensraum gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Und er ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor.


Bedeutung des Waldes

Der Erhalt des Waldes ist für das Klima, die Luftreinhaltung, den Wasserhaushalt, die Bodenfruchtbarkeit und das Landschaftsbild äußerst wichtig. Der Wald ist Produktionsstätte des nachwachsenden Rohstoffs Holz und damit Ausgangspunkt einer Wertschöpfungskette, die angesichts des Klimawandels künftig immer wichtiger wird.

Als die Vereinten Nationen im Jahre 2011 zum Internationalen Jahr der Wälder aufriefen, lauteten die zentralen Botschaften „Wälder für Menschen“ (forests for people) und „Wälder im täglichen Leben“ (forests in your daily life).

Die wichtigsten politischen Botschaften der UNO zum weltweiten Schutz der Wälder lauten:

  • Wälder sind hot spots der biologischen Vielfalt (Biodiversität)
  • Wälder sind grüne Lungen zur Erholung und Freizeitgestaltung
  • Wälder sind wichtige Rohstofflieferanten
  • Wälder sind bedeutende Landschaftselemente gegen den Klimawandel

Diese Multifunktionalität unserer Wälder hat in den deutschen Waldgesetzen Tradition und ist für NRW der forstpolitische Maßstab. Sie wird ein Bestandteil der „Waldstrategie 2050“ sein, die das Umwelt- und Naturschutzministerium  erarbeitet.

Die Struktur der Wälder in Nordrhein-Westfalen

Der Wald ist im bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen ein besonders knappes Gut. Zwar bedecken die Wälder ein Viertel der Landesfläche (knapp 935.000 Hektar), aber im Verhältnis zur Bevölkerungszahl stehen jeder Einwohnerin und jedem Einwohner nur rund 532 Quadratmeter Wald zur Verfügung. Der bundesweite Durchschnittswert liegt bei 1.400 Quadratmetern.

Zu mehr als der Hälfte bestehen die nordrhein-westfälischen Wälder aus Laubbäumen (58%), meist Buchen und Eichen. Zu etwa 42% wachsen Nadelbäume, vor allem Fichten, die sich zur industriellen Verarbeitung und Fertigung bestens eignen. In den stark bewaldeten Mittelgebirgen, also in Eifel, Sauerland, und Weserbergland, dominieren die dichten und tiefen Wälder, dagegen sind die Waldgebiete im Flachland eher zerstückelt. Auf große Parklandschaften trifft man in der niederrheinischen Tiefebene ebenso wie im Münsterland und in Ostwestfalen-Lippe.

Das Ziel der Landesregierung NRW ist die Erhaltung und Schaffung von vielfältigen Mischwäldern. Sie orientiert sich an den im Landesforstgesetz NRW festgeschriebenen Grundsätzen der nachhaltigen Forstwirtschaft. Im Gesetz heißt es, dass eine Nutzung und Betreuung des Waldes so erfolgen soll, „dass die biologische Vielfalt, die Produktivität, die Verjüngungsfähigkeit, die Vitalität und die Fähigkeit, gegenwärtig und in Zukunft wichtige ökologische, wirtschaftliche und soziale Funktionen zu erfüllen, erhalten bleibt und anderen Ökosystemen kein Schaden zugefügt wird“.


Wem gehört der Wald?

Der Anteil privaten Waldbesitzes in NRW ist mit rund 63% (590.000 Hektar) außerordentlich hoch. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten ist der Trend immer stärker geworden, den privaten Waldbesitz von der bäuerlichen Wirtschaft zu trennen. Eine stetig wachsende Zahl von „urbanen“ Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern, die in Städten leben, bewirtschaften ihren - meist geerbten - ländlichen Besitz nicht mehr selbst und mit dem vorrangigen Ziel der Holzproduktion.

Der private Waldbesitz unterliegt keiner gesetzlich vorgeschriebenen Wirtschaftsweise. Daher muss die staatliche Forstverwaltung den privaten Waldbesitz entsprechend fachlich beraten. Denn die Aufgabe der staatlichen Forstverwaltung ist es auch, auf die Wahrung der sogenannten „Wohlfahrtswirkungen des Waldes“ zu achten, die zum Beispiel den Freizeit- und Naturschutzanspruch in den Wäldern betreffen. Sie hat auf der einen Seite die Wünsche der Waldbesitzer zu berücksichtigen und andererseits dafür Sorge zu tragen, dass der Rohstoff Holz, der in Wirtschaft und Gesellschaft vielfach benötigt wird, nachhaltig zur Verfügung steht.

In Nordrhein-Westfalen ist der kommunale Waldbesitz, der Körperschaftswald, mit knapp 21 Prozent (196.000 Hektar) relativ gering, vergleicht man seine Größe mit dem Privatwald in NRW oder mit dem Anteil des Kommunalwaldes in anderen Bundesländern.

Der landeseigene Staatswald ist mit rund 124 000 Hektar (13% des Gesamtwaldes) ein relativ kleiner Waldbesitz. Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW bewirtschaftet ihn nach neuzeitlichen forstwirtschaftlichen Grundsätzen. Dabei müssen die „Ertragskraft“ des Waldes erhalten und die „Nachhaltigkeit der Holznutzung“ gewahrt werden. Der Wald ist vor Schäden zu schützen und das Holz und andere Walderzeugnisse müssen nach wirtschaftlichen Grundsätzen verwertet werden. Diese Grundsätze müssen in Einklang stehen mit den „Wohlfahrtswirkungen des Waldes“, also seinen ökologischen und sozialen Funktionen. Staatswald in NRW verteilt sich auf das ganze Land - es gibt ihn im Ballungsraum Köln-Bonn, in der Eifel und am oberen Niederrhein ebenso wie in Ostwestfalen und im Sauerland.



Nachhaltige Waldwirtschaft

Gegen die Übernutzung der Wälder und zum Schutz des Waldes gibt es seit 20 Jahren ein internationales Gütesiegel der Nachhaltigkeit, das in Nordrhein-Westfalen angewendet wird.

1993 wurde das "Forest Stewardship Council", kurz FSC, gegründet. Ziel des FSC ist die „Förderung einer umweltverantwortlichen, sozial verträglichen und ökonomisch tragfähigen Bewirtschaftung der Wälder der Erde“. Die Organisation hat mit ihren Zertifikaten weltweit Standards für eine umweltfreundliche und sozial verträgliche Forstwirtschaft gesetzt.

Eine zweite wichtige Zertifizierungsorganisation für Wälder hat sich im Jahre 1999 gegründet: das PEFC (“Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes”). Ihr Ziel ist die Dokumentation, Verbesserung und Förderung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung nach gleichsam ökonomischen, ökologischen sowie sozialen Standards.

Der gesamte nordrhein-westfälische Staatswald ist sowohl nach FSC als auch nach PEFC zertifiziert. Er erfüllt die Kriterien beider Zertifizierungssysteme.

Der Privatwald in NRW ist fast ausschließlich nach PEFC zertifiziert.


Waldstrategie NRW 2050

Im Rahmen internationaler Vereinbarungen sind die Staaten und Zivilgesellschaften aufgefordert, internationale, nationale und regionale Waldprogramme und Strategien sowie Leitbilder einer zukünftigen Waldgestaltung zu entwickeln.

Die Landesregierung NRW sieht hier den Kontext zur Erarbeitung einer eigenen Waldstrategie, die sich an der Multifunktionalität unserer Wälder ausrichtet. Die Landesregierung stellt damit die traditionelle Rohstoffnutzung gleich mit dem Schutz der Wälder und seiner ökologischen und sozialen Bedeutung.

Eine „Waldstrategie NRW 2050“ wird sich auf folgende fünf Schwerpunktthemen konzentrieren, dazu jeweils eine Zustandsbeschreibung und Analyse liefern, aus denen dann neue Ziele und Strategien bis 2050 abgeleitet werden.

Die fünf Schwerpunkthemen lauten:

  • Ökonomie
  • Waldbau und Klimawandel „Wald der Zukunft“
  • Biodiversität
  • Erhöhung der Lebensqualität
  • Forschung und Entwicklung

Die große forstfachliche und gesellschaftliche Herausforderung in NRW ist es, die Wälder für den Klimawandel zu stabilisieren und die nachhaltige Holzproduktion zu gewährleisten, gleichzeitig aber den Naturschutz zu sichern und dafür zu sorgen, dass die sozialen Leistungen der Wälder für die Gesellschaft bestehen bleiben. Aufgrund des hohen Privatwaldanteils in Nordrhein-Westfalen ist hier die Stärkung der Eigenverantwortung der Waldbesitzer, insbesondere des privaten Waldbesitzes besonders wichtig.

Die Landesregierung NRW ist sich im Klaren darüber, dass die biologische Vielfalt an Ökosystemen und Arten weiterhin höchst gefährdet ist und die heimische Biodiversität unbedingt erhalten werden muss. Daher fördert sie auch finanziell die Neubewaldung und den Waldumbau in Richtung naturnahem Dauerwald.

Die Nutzung des Waldes als Erholungsort und als Bildungs- und Forschungsstätte nimmt in diesem Zusammenhang immer mehr an Bedeutung zu. Hier kann sich  Nordrhein-Westfalen bereits auf eine bunte Bildungs- und Forschungslandschaft stützen, zu der auch die vielfältigsten Umweltbildungsprojekte gehören.

Die Landesregierung wird ihre „Waldstrategie 2050“ gemeinsam mit dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW sowie unter Beteiligung der relevanten Verbände diskutieren und beschließen.


Forstverwaltung und Landesbetrieb Wald und Holz

Die Forstverwaltung ist in NRW zweistufig aufgebaut. Oberste Forstbehörde ist das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz. Untere Forstbehörde ist der Landesbetrieb Wald und Holz. Die Landesforstverwaltung ist als Einheitsforstverwaltung organisiert: Die Forstämter nehmen hoheitliche Funktionen wahr, bewirtschaften aber auch den landeseigenen Staatswald und betreuen privaten und kommunalen Waldbesitz.

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Holzstämme zum Abtransport gerückt. Foto: Jan Preller / Landesbetrieb Wald und Holz

Die Holzwirtschaft im Branchen-Cluster Forst und Holz

Das Branchencluster Forst und Holz umfasst neben der Forstwirtschaft mit rund zwei Millionen Waldbesitzern auch die Holz be- und verarbeitenden Industrien, das Holzhandwerk, die Papierwirtschaft, das Verlags- und Druckereigewerbe, den Holzhandel und -transport. Dazu gehören bundesweit 177.000 Betriebe mit über 1,1 Millionen Beschäftigten. Der Jahresumsatz betrug im Jahr 2013 rund 177 Milliarden Euro.

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Waldlandschaft. Foto: Jan Preller / Landesbetrieb Wald und Holz

Wald und Klima

Wälder leisten über die Speicherung von Kohlenstoff einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz. Zugleich sind sie aufgrund der langen Entwicklungszeiträume besonders vom Klimawandel betroffen. Die Landesregierung untersucht den Beitrag von Waldbewirtschaftung und Holzverwendung zum Klimaschutz und entwickelt eine Klimaanpassungsstrategie für die Wälder. Der Wald ist auch Gegenstand des Klimaschutzplans und der Umweltwirtschaftsstrategie für NRW.

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Gerückte Buchenstämme bereit zum Abtransport.

Forstpolitik

Für den Naturschutz im Wald, für forstliche Maßnahmen im Privat- und Körperschaftswald, für die Waldbewirtschaftung in forstlichen Zusammenschlüssen und für Aufforstungen gibt es Fördermöglichkeiten für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, die vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW als Teil der nordrhein-westfälischen Landesforstverwaltung verwaltet, genehmigt und überwacht werden.

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Lebensraum Wald. Foto: Jeffrey van Daele / panthermedia.net

Lebensraum Wald

Wälder sind ein bedeutender Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt. Sie stellen einen besonders naturnahen und häufig artenreichen Landschaftstyp dar. Ziel ist es, Wälder zu erhalten, nachhaltig zu bewirtschaften und für Naturschutzziele besonders zu schützen. Die Landesregierung erstellt hierzu für die Wälder derzeit eine Waldstrategie 2050.

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Einsatzfahrzeuge der Landesforstverwaltung NRW und der Feuerwehr im Wald

Waldbrand- und Sturmgefahr

Trockene und warme Witterungsperioden können in den Wäldern von Nordrhein-Westfalen zu einer erhöhten Waldbrandgefahr führen. Nicht nur bei Waldbrand, sondern auch bei Sturm sollten Besucherinnen und Besucher den Wald sofort verlassen.

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