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Wölfe in Nordrhein-Westfalen

Europäischer Wolf. Foto: Panthermedia/Jürgen Weber

Dass sich der Wolf in den nächsten Jahren auch in NRW dauerhaft ansiedelt, ist wahrscheinlich. Schon längere Zeit leben im benachbarten Niedersachsen mehrere Wolfsrudel. Und seit 2009 wurden auch in NRW immer mal wieder durchziehende Einzelwölfe gesichtet oder nachgewiesen. Seit dieser Zeit bereitet sich die Landesregierung auf die dauerhafte Rückkehr dieser seit 180 Jahren in NRW ausgestorbenen Tierart vor.


Der Wolf kehrt zurück

Auf dem Gebiet des heutigen Landes Nordrhein-Westfalen gilt der Wolf seit Mitte des 19. Jahrhunderts als ausgerottet. Ein genaues Aussterbejahr lässt sich nicht bestimmen. 1835 wurde in Ascheberg-Herbern (Westfalen) das letzte Mal die Erlegung eines Wolfes dokumentiert, im Rheinland Ende des 18. Jahrhunderts bei Hilden.

Seit rund 20 Jahren breitet sich der Wolf in Deutschland wieder aus - ausgehend von Westpolen und ohne menschliches Zutun. Schwerpunkte der Verbreitung sind die Länder Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Erstmals im Jahr 2009 konnte in Nordrhein-Westfalen wieder ein Wolf nachgewiesen werden, der aus der aus dem benachbarten Nordhessen vorübergehend in den Kreis Höxter gekommen war. Seither sind verschiedentlich einzelne Wölfe auf dem Landesgebiet gesichtet oder anhand von Spuren nachgewiesen worden, Anzeichen für die dauerhafte Ansiedlung eines Wolfes in NRW gibt es jedoch nicht.

Die Rückkehr des Wolfes stellt für eine dicht besiedelte Region wie Nordrhein-Westfalen auch eine Herausforderung dar, denn die Menschen müssen nach mehr als einem Jahrhundert wieder lernen, mit dem Wolf zu leben. In Deutschland genießt der Wolf aufgrund europarechtlicher Vorgaben den höchst möglichen Schutzstatus nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Die Jagd auf Wölfe ist daher verboten.


Wolf. Foto: Jan Preller/Landesbetrieb Wald und Holz NRW

Wolf. Foto: Jan Preller/Landesbetrieb Wald und Holz NRW

NRW bereitet sich auf die Rückkehr des Wolfes vor

Nordrhein-Westfalen bereitet sich seit 2010 auf die Rückkehr des Wolfs vor. Eigens dafür wurde beim Landesumweltamt (LANUV) ein Arbeitskreis „Wolf in NRW“ mit Vertreterinnen und Vertreter aus Naturschutzverbänden, der Jagd, aus Behörden, aus der Wissenschaft, Forstbetrieben und Verbänden der Nutztierhaltung ins Leben gerufen. Ziel ist es, Konzepte zu erarbeiten, die ein möglichst konfliktarmes Nebeneinander von Mensch und Wolf gewährleisten sollen. Nach der Veröffentlichung des "Handlungsleitfaden für das Auftauchen einzelner Wölfe" und dem Aufbau eines Netzes von Wolfsberaterinnen und Wolfsberatern hat das Umweltministerium im Frühjahr 2017 die "Förderrichtlinie Wolf" vorgelegt.



Wolf. Foto: Jan Preller/Landesbetrieb Wald und Holz NRW

Wolf. Foto: Jan Preller/Landesbetrieb Wald und Holz NRW

Landesamt legt NRW-Wolfsmanagementplan vor

Zum Umgang mit dem Wolf hat das Land den "Handlungsleitfaden für das Auftauchen einzelner Wölfe" vorgelegt. Dieser Wolfsmanagementplan gibt Auskunft über die rechtliche Situation rund um das Thema Wolf, dokumentiert die bisherige Entwicklung in NRW und zeigt Zuständigkeiten, Handlungsfelder und konkrete Hilfen für Tierhalter im Falle eines Wolfnachweises auf.

Der Managementplan wurde vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) erarbeitet. Er orientiert sich, wie vergleichbare Pläne anderer Bundesländer, an dem Fachkonzept "Leben mit Wölfen" des Bundesamtes für Naturschutz.


Weitere Informationen:

Wolf. Foto: Jan Preller/Landesbetrieb Wald und Holz NRW

Wolf. Foto: Jan Preller/Landesbetrieb Wald und Holz NRW

Förderung und Entschädigung

Mit der Förderrichtlinie Wolf hat Nordrhein-Westfalen die Grundlage für einen finanziellen Ausgleich der durch den Wolf bedingten wirtschaftlichen Belastungen für Tierhalter geschaffen. Die Richtlinie regelt die Entschädigung von Tierverlusten und weiteren damit verbundenen Schäden. Darüber hinaus ist auch Förderung von Herdenschutzmaßnahmen vorgesehen.
So können Halterinnen und Halter von Schafen und Ziegen sowie Betreiberinnen und Betreiber von Wildgehegen in NRW in einem offiziell festgelegten Wolfsgebiet Fördermittel für den Erwerb von Elektrozäunen und die wolfssichere Optimierung bestehender Zäune und Zubehör für den Schutz ihrer Herden vor Übergriffen durch Wölfe beantragen. Darüber hinaus kann auch der Erwerb und die Ausbildung von Herdenschutzhunden finanziell unterstützt werden. Ansprechpartner sind hier die zuständigen Dezernate für die Naturschutzförderung bei den Bezirksregierungen.


Wölfe – eine Gefahr für den Menschen?

Aus den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte kann festgestellt werden, dass Angriffe von gesunden freilebenden Wölfen auf Menschen in Deutschland nicht dokumentiert sind. Wölfe sind vielmehr extrem scheu und meiden üblicherweise den Menschen. Falls zum Beispiel Spaziergänger dennoch einen Wolf sichten, werden folgende Verhaltensregeln empfohlen:

  • Nicht versuchen, Wölfe anzufassen oder zu füttern
  • Nicht weglaufen, sondern stehen bleiben
  • Langsam zurückziehen, wenn man den Abstand vergrößern will
  • Man kann einen Wolf vertreiben, indem man ihn laut anspricht, in die Hände klatscht und mit den Armen winkt

Wolfsbeobachtung melden

Wenn Sie möglicherweise einen Wolf gesichtet haben, melden Sie dies bitte direkt an das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) oder den regionalen Wolfsberatern. Beim LANUV können Wolfssichtungen rund um die Uhr gemeldet werden: tagsüber unter 02361-305-0 oder außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende bei der Nachrichtenbereitschaftszentrale des LANUV unter 0201-714488.