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Wald

Wälder sind unser Naturerbe. Foto: karin claus/ Panthermedia.net

Knapp ein Drittel Nordrhein-Westfalens ist von Wäldern bedeckt. Wälder erfüllen vielfältige ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Funktionen. Für eine nachhaltige, multifunktionale und naturnahe Waldbewirtschaftung setzt das Landesforstgesetz den Rahmen. Traditionell kommt dem Privatwald dabei in NRW eine große Rolle zu. Der Cluster der nordrhein-westfälische Forst- und Holzwirtschaft nimmt bundesweit eine Spitzenposition ein.


Wälder in Nordrhein-Westfalen

Wald ist im bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen ein knappes Gut. Zwar bedecken die Wälder fast ein Drittel der Landesfläche (rund 935.000 Hektar), jedoch im Verhältnis zur Bevölkerungszahl stehen jeder Einwohnerin und jedem Einwohner nur rund 532 Quadratmeter Wald zur Verfügung. Der bundesweite Durchschnittswert liegt dagegen bei 1.400 Quadratmetern.

Zu mehr als der Hälfte bestehen die nordrhein-westfälischen Wälder aus Laubbäumen (58%), meist Buchen und Eichen. Zu etwa 42% wachsen Nadelbäume, vor allem Fichten, die sich zur industriellen Verarbeitung und Fertigung besonders eignen. In den stark bewaldeten Mittelgebirgen, also in Eifel, Sauerland, und Weserbergland, dominieren die großen und zusammenhängenden Waldgebiete, dagegen sind die Wälder im Flachland eher kleinflächig und unzusammenhängend verteilt.

Wem gehört der Wald?

Der Anteil privaten Waldbesitzes in NRW ist mit rund 63% (590.000 Hektar) im Bundesvergleich außerordentlich hoch.

In Nordrhein-Westfalen ist der kommunale Waldbesitz, der Körperschaftswald, mit knapp 21 Prozent (196.000 Hektar) relativ gering, vergleicht man seine Größe mit dem Privatwald in NRW oder mit dem Anteil des Kommunalwaldes in anderen Bundesländern.

Das Land NRW besitzt rund 124 000 Hektar - das sind 13% der gesamten Waldfläche. Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW bewirtschaftet ihn nach zeitgemäßen, forstwirtschaftlichen Grundsätzen. Dabei sollen die „Ertragskraft“ des Waldes erhalten und die „Nachhaltigkeit der Holznutzung“ gewahrt werden. Der Wald ist wegen seines wirtschaftlichen Nutzens und wegen seiner Bedeutung für die Umwelt zu erhalten sowie ordnungsgemäß zu bewirtschaften. Diese Grundsätze gelten in Einklang mit den „Wohlfahrtswirkungen des Waldes“, also seinen ökologischen und sozialen Funktionen.

Staatswald in NRW verteilt sich auf das gesamte Land - es gibt ihn im urbanen Raum Köln-Bonn, in der Eifel und am oberen Niederrhein ebenso wie in Ostwestfalen und im Sauerland.

Naturnahe Waldbewirtschaftung. Foto MULNV / Thorsten Mrosek

Naturnahe Waldbewirtschaftung. Foto MULNV / Thorsten Mrosek

Nachhaltig, multifunktional und naturnah– Standards der Bewirtschaftung

Das Landesforstgesetz setzt den Rahmen für eine nachhaltige, multifunktionale und naturnahe Waldbewirtschaftung. Auch der Landesentwicklungsplans und zahlreiche forstwissenschaftliche Studien geben diese Richtung vor. Hinzu kommen freiwillige Bewirtschaftungsstandards forstlicher Zertifizierungssysteme.

In Abhängigkeit von der Waldbesitzart und der Betriebszielsetzung können unterschiedliche Schwerpunkte bei der Waldbewirtschaftung verfolgt werden. Die Begründung, Pflege und Ernte von Waldbeständen erfolgt auf der Grundlage der Forsteinrichtung und der Waldbauplanung – dabei kommt eine Fülle von Maßnahmen der Waldarbeit und Forsttechnik zum Einsatz.

Für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg der Forstbetriebe und aus ökologischen Gründen kommt der Entwicklung standortgerechter Mischbestände eine große Bedeutung zu. Dies gilt insbesondere im Klimawandel. Um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen, bedarf es mehr denn je umfassender Informationsgrundlagen und moderner Managementinstrumente bei der Waldbewirtschaftung.



Wissenschaftliche Untersuchungen zur Unterstützung der Waldbewirtschaftung, Foto: MULNV / Thorsten Mrosek

Untersuchungen zum Wald

Für die Ausgestaltung der Forstpolitik sowie als Grundlage für die Waldbewirtschaftung werden vielfältige Informationen zu den Waldökosystemen benötigt, auch vor dem Hintergrund der Auswirkungen des Klimawandels auf die Wälder. Waldinventuren, Monitoringprogramme und weitere Untersuchungen liefern hierzu umfassende Datengrundlagen.

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Holzstämme zum Abtransport gerückt. Foto: Jan Preller / Landesbetrieb Wald und Holz

Die Holzwirtschaft im Branchen-Cluster Forst und Holz

Das Branchencluster Forst und Holz umfasst neben der Forstwirtschaft mit rund zwei Millionen Waldbesitzern auch die Holz be- und verarbeitenden Industrien, das Holzhandwerk, die Papierwirtschaft, das Verlags- und Druckereigewerbe, den Holzhandel und -transport. Dazu gehören bundesweit 177.000 Betriebe mit über 1,1 Millionen Beschäftigten. Der Jahresumsatz betrug im Jahr 2013 rund 177 Milliarden Euro.

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Waldlandschaft. Foto: Jan Preller / Landesbetrieb Wald und Holz

Wald und Klima

Wälder entwickeln sich sehr lange und sind daher besonders vom Klimawandel betroffen. Sommerliche Trockenphasen, häufigere Sturmereignisse und ein erhöhtes Risiko für Schädigungen setzen ihnen zu. Die Wälder müssen vorbereitet werden, um sie im Klimawandel stabiler und anpassungsfähiger zu machen. Durch eine naturnahe Bewirtschaftung und die Produktion von Holz leisten Wälder auch einen eigenen Beitrag zum Klimaschutz.

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Gerückte Buchenstämme bereit zum Abtransport.

Forstpolitik

Die Forstpolitik in NRW umfasst gesellschaftliche Interessenkonflikte und Handlungsprozesse, in deren Mittelpunkt der Wald steht. Hierbei gilt es Ausgleiche zwischen den Eigentümerinteressen, den Erholungsansprüchen von fast 18 Mio. Einwohnerinnen und Einwohnern und den vielfältigen Funktionen des Waldes zu schaffen. Das Land wird hierzu als Gesetzgeber, Beratungsinstitution über seine Landesforstverwaltung und Fördermittelgeber tätig.

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Lebensraum Wald. Foto: Jeffrey van Daele / panthermedia.net

Lebensraum Wald

Wälder sind ein bedeutender Naturraum mit vielfältigen ökologischen Funktionen und Umweltleistungen: Sie sind Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt. Wälder leisten wichtige Beiträge zum Boden- und Wasserschutz, zur Luftreinhaltung und zum Klimaschutz. Als Landschaftstyp sind Wälder besonders naturnah und häufig artenreich. Ziel ist es, Wälder zu erhalten, nachhaltig zu bewirtschaften und für Naturschutzziele besonders zu schützen.

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Einsatzfahrzeuge der Landesforstverwaltung NRW und der Feuerwehr im Wald

Waldbrand- und Sturmgefahr

Trockene und warme Witterungsperioden können in den Wäldern von Nordrhein-Westfalen zu einer erhöhten Waldbrandgefahr führen. Nicht nur bei Waldbrand, sondern auch bei Sturm sollten Besucherinnen und Besucher den Wald sofort verlassen.

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