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Die Holzwirtschaft im Branchen-Cluster Forst und Holz

Holzstämme zum Abtransport gerückt. Foto: Jan Preller / Landesbetrieb Wald und Holz

Das Branchencluster Forst und Holz umfasst bundesweit neben der Forstwirtschaft mit rund zwei Millionen Waldbesitzern auch die Holz be- und verarbeitenden Industrien, das Holzhandwerk, die Papierwirtschaft, das Verlags- und Druckereigewerbe, den Holzhandel und -transport. Im Jahr 2014 gab es 125.404 dem Cluster zugeordnete Unternehmen. Sie beschäftigten 1,085 Millionen Mitarbeiter und setzten Waren und Dienstleistungen in Höhe von 177,6 Milliarden Euro um.


Eine tragende Säule der Volkswirtschaft

In Nordrhein-Westfalen beschäftigt die Forst- und Holzwirtschaft etwa 160 000 sozialversicherungspflichtige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 31.000 geringfügig Beschäftigte. Das Branchen-Cluster Forst und Holz erzielte einen Umsatz von 39,49 Milliarden Euro (2014). Mit rund 7% des Umsatzes und 9% der Beschäftigten im produzierenden Gewerbe ist das Wirtschaftscluster Forst und Holz auch in NRW eine beträchtliche volkswirtschaftliche Größe.

Die Branchenbereiche der Holzwirtschaft umfassen (nach der Definition des Europaparlaments):

  • die Holz bearbeitende Gewerbe, wie die Sägeindustrie und Holzwerkstoffindustrie,
  • Holz verarbeitendes Gewerbe, wie Möbelindustrie. Holzpackmittelindustrie, industrielles Holzbauwesen,
  • Holz im Baugewerbe, wie Zimmerer, Bautischlerei und –schlosserei, Parkettlegerei, Holzfertigbau,
  • Papiergewerbe: die Zellstoff- und Papierproduktion, die Papierverarbeitung,
  • das Verlags- und Druckereigewerbe sowie
  • den Holzhandel mit Roh- und Schnittholz, Großhandel mit sonstigen Holzhalbwaren

Schwerpunkte der Holzwirtschaft in Nordrhein-Westfalen liegen im Sauerland mit der Sägeindustrie. In Ostwestfalen bildet die Möbelindustrie einen Schwerpunkt. Vor allem entlang der Flüsse Ruhr, Lippe, Rur und Rhein finden sich die Werke der Papierindustrie. Die Sägeindustrie in NRW verarbeitete im Jahr 2014 2,5 Millionen Festmeter an Laub- und Nadelrundholz zu Schnitthölzern. Die Holzwerkstoffindustrie in NRW produzierte aus 6,0 Millionen Festmeter etwa 3,0 Millionen Kubikmeter vor allem Spanplatten.

Der Holzbedarf der Papierindustrie beträgt etwa eine Million Festmeter. Der wichtigste Rohstoff der Papierindustrie ist das Altpapier mit einer Einsatzmenge von 2,35 Millionen Tonnen. Bezogen auf die Produktion werden mehr als 70 % des Papiers aus Altpapier hergestellt. Darüber hinaus werden 900.000 Tonnen Zellstoff  aus dem Ausland zugekauft, da Zellstoff nicht in NRW hergestellt wird.

Holz im Sägewerk. Foto: Jan Preller / Landesbetrieb Wald und Holz

Sägewerke sind Teil des Clusters Forst und Holz. (Foto: Jan Preller / Landesbetrieb Wald und Holz)

Die Landescluster Wald und Holz NRW

Auf regionaler Ebene wurden in NRW Clusterinitiativen eingerichtet, die das Ziel haben, Unternehmen und Forschungseinrichtungen zu vernetzen. Die Cluster helfen den Unternehmen dabei, Produkte gemeinsam zu entwickeln, Unternehmensabläufe zu optimieren oder ihre Marktposition zu verbessern. Das Holzkompetenzzentrum Rheinland in Nettersheim und das Zentrum HOLZ in Olsberg sind Anlaufstellen für Beratung, Information und fachlichen Meinungsaustausch.

Die Landesregierung unterstützt die Bund-Länderinitiative Charta für Holz 2.0, die unter dem Leitmotto „Klima schützen, Werte schaffen, Ressourcen effizient nutzen“, die in verschiedenen Handlungsschwerpunkten Vorschläge zur stärkeren Verwendung von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft erarbeitet.


Förderung der Holzwirtschaft

Holzwirtschaftliche Förderungen nach der Richtlinie Holz 2015 oder auch dem PIUS Check werden vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW bewilligt. Ziel dieser Förderprogramme ist die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Holz be- und -verarbeitenden Unternehmen. Hiermit verbunden ist das Ziel der Steigerung der Holzverwendung und die damit verbundene Sicherung und Neuschaffung von Arbeitsplätzen, die neue Einkommenschancen auch im ländlichen Raum ermöglichen.

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