Zum Inhalt springen

umwelt.nrw

Hauptinhalt

Förderung der Forstwirtschaft

Gegen Übersäuerung wird Waldboden auch aus der Luft mit Kalk versorgt. Foto: LB Wald und Holz/Bidder

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die Forstwirtschaft insbesondere wegen ihrer Wohlfahrtswirkungen und volkswirtschaftlichen Bedeutung. Dabei stehen Maßnahmen der Strukturverbesserung im Vordergrund. Für die privaten und kommunalen Waldbesitzenden sowie die forstlichen Zusammenschlüsse gibt es eine Vielzahl von Förderangeboten. Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW informiert über die einschlägigen Richtlinien und berät bei der Antragstellung.


Förderung zum Nutzen der Allgemeinheit

Der Wald hat für die Umwelt, das Klima, die Artenvielfalt, die Reinhaltung der Luft, den Wasserhaushalt, die Bodenfruchtbarkeit und das Landschaftsbild eine große Bedeutung. Sein volkswirtschaftlicher Nutzen ist bedeutend und für die Erholung der Menschen spielt er eine große Rolle. Sowohl das Bundeswald- als auch das Landesforstgesetz NRW fordern die Unterstützung der Forstwirtschaft zum Nutzen der Allgemeinheit. Nordrhein-Westfalen hat mit ca. 63 % den höchsten Privatwaldanteil aller Bundesländer in Deutschland. Da auch die privaten Wälder eine große Bedeutung im Hinblick auf die Erfüllung der Nutz-, Schutz- und Sozialfunktionen, hier in NRW besonders die Erholungsfunktion haben, ist eine nachhaltige Förderung und eine sachkundige Betreuung der Waldbesitzenden erforderlich.

Aufforstung. Foto: Suntrup/Landesbetrieb Wald und Holz

Aufforstung. Foto: Suntrup/Landesbetrieb Wald und Holz

Förderung forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse

Die große Privatwaldfläche in NRW (insgesamt 585.000 ha) ist teilweise – mit regionalen Unterschieden – durch sehr kleine Besitzgrößen und Zersplitterung der Flächen gekennzeichnet. Deshalb werden in NRW Zusammenschlüsse von Waldbesitzern seit langem besonders gefördert. Mehr als 65.000 dieser Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer mit etwa 350.000 Hektar Waldflächen haben sich in rund 270 Forstbetriebsgemeinschaften und einer Vielzahl anderer Zusammenschlüsse organisiert, um die Bewirtschaftung ihrer Grundstücke durch eine bessere Abstimmung und die Zusammenarbeit bei der Planung und Durchführung von Maßnahmen zu optimieren. Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW übernimmt derzeit noch mit seinem Personal die Holzvermarktung zu Vollkosten und die forstliche Beratung und Betreuung ("tätige Mithilfe") zu rabattierten Entgeltsätzen; dies stellt eine indirekte Förderung dar. Zukünftig wird die Holzvermarktung als Dienstleistung nicht mehr angeboten und für die tätige Mithilfe werden Vollkosten in Rechnung gestellt. Für diese Hilfeleistungen können die Mitglieder in forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen dann voraussichtlich direkt gefördert werden.


Welche Förderangebote gibt es?

Für forstliche Maßnahmen im Privat- und Körperschaftswald gibt es vielfältige Fördermöglichkeiten.

Für Waldbesitzende stellt die Vielzahl von Angeboten und Möglichkeiten, die Antragstellung selbst und die damit verbundene Einhaltung umfangreicher Details, Fördervoraussetzungen und -bestimmungen, die sie kennen und beachten müssen, eine Herausforderung dar.

Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW bietet daher Hilfe und Beratung bei der Antragstellung an und unterstützt die Durchführung der geförderten Maßnahmen. In seiner Zuständigkeit liegt auf der Ebene der Regionalforstämter auch die Bewilligung der Anträge sowie die weitere Abwicklung, Überwachung und Kontrolle des gesamten Fördergeschehens.

Die Fördermaßnahmen des Forstbereiches umfassen folgende Blöcke:

  • A. Naturnahe Waldbewirtschaftung; dazu gehören der Umbau von Reinbeständen in stabile Laub- und Laub-Nadel-Mischbestände sowie die Bodenschutzkalkung.
  • B. Naturschutzmaßnahmen im Wald (Anlage von Biotopen, Artenschutzmaßnahmen, Erhalt von Alt- und Biotopbäumen)
  • C. Erstaufforstung bisher nicht forstlich genutzter Flächen und Einkommensverlustprämie
  • D. Forstwirtschaftlicher Wegebau (z. B. die Instandsetzung von Waldwegen)
  • E. Förderung der Verwaltungskosten forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse bei Neugründung, Zusammenlegung oder Fusion
  • F. Direkte Förderung einer eigenständigen Waldbewirtschaftung in forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen

Die einzelnen Fördermaßnahmen sind in verschiedene Programme eingebettet und werden aus unterschiedlichen Quellen finanziert. Maßnahmen im ausschließlichen Interesse des Landes NRW (z. B. Nr. E., F) werden mit reinen Landesmitteln unterstützt. Der weitaus größere Teil der förderfähigen Maßnahmen wird allerdings durch das Land NRW, den Bund (Gesetz über die Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes") und die Europäische Union (Förderprogramm ELER) inhaltlich ausgestaltet und gemeinsam finanziert. Die geltenden Förderrichtlinien für den Privat- und Körperschaftswald in NRW beschreiben die einzelnen Fördermaßnahmen nach Art und Umfang sowie die Rahmenbedingungen, die dabei zu beachten sind. Sie sind somit Grundlage und wesentlicher Teil des Regelwerkes für die Förderung der Forstwirtschaft in NRW.

Pilotprojekte zur direkten Förderung

Mit sieben forstlichen Zusammenschlüssen in Modellregionen des Sauerlandes hat das Land NRW Pilotprojekte zur direkten Förderung einer eigenständigen Betreuung initiiert. Seit 2010 nehmen diese Forstbetriebsgemeinschaften eine eigenständige und direkt geförderte forstliche Betreuung durch einen externen forstlichen Dienstleister in Anspruch, der nicht bei Wald und Holz beschäftigt ist. Ziel dieses Modellversuches ist es, die Selbständigkeit und Professionalisierung der forstlichen Zusammenschlüsse zu erproben und zu fördern. Forstwissenschaftler der Universität Freiburg haben den Verlauf und die Ergebnisse dieser Pilotprojekte dokumentiert und evaluiert. Aufgrund der positiven Ergebnisse wird die direkte Förderung zukünftig die Regelförderung bei der Unterstützung der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse sein und die bislang praktizierte indirekte Förderung ablösen.

 


Forstverwaltung

Die Forstverwaltung ist in NRW zweistufig aufgebaut. Oberste Forstbehörde ist das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz. Untere Forstbehörde ist der Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Die Landesforstverwaltung ist als Einheitsforstverwaltung organisiert: Die Forstämter nehmen hoheitliche Funktionen wahr, bewirtschaften aber auch den landeseigenen Staatswald und betreuen privaten und kommunalen Waldbesitz.

Weiterlesen