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Lebensraum Wald

Lebensraum Wald. Foto: Jeffrey van Daele / panthermedia.net

Wälder sind ein bedeutender Naturraum mit vielfältigen ökologischen Funktionen und Umweltleistungen: Sie sind Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt. Wälder leisten wichtige Beiträge zum Boden- und Wasserschutz, zur Luftreinhaltung und zum Klimaschutz. Als Landschaftstyp sind Wälder besonders naturnah und häufig artenreich. Ziel ist es, Wälder zu erhalten, nachhaltig zu bewirtschaften und für Naturschutzziele besonders zu schützen.


Wälder als Lebensraum

Wälder sind ein wichtiger Lebensraum für die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Im Vergleich zu anderen Landnutzungsformen sind Wälder besonders naturnah und in Abhängigkeit vom einzelnen Waldtyp häufig auch sehr artenreich. Hierbei kommt es auf das natürliche Artenspektrum der Waldtypen an, die sich hinsichtlich der Zusammensetzung ihrer Baumarten, ihrer Bestandsstrukturen und ihrer Entwicklungsphasen unterscheiden. Eine besondere Bedeutung für den Lebensraum haben Biotopelemente wie Altbäume und Totholz. Auch Freiflächen im Wald und Waldaußenränder tragen zu verbesserten Lebensraumstrukturen bei.


Waldnaturschutz

Insbesondere im dicht besiedelten Nordrhein-Westfalen haben Waldökosysteme für den Erhalt von Biodiversität eine sehr große Bedeutung. Maßnahmen eines integrierten Waldnaturschutzes im Rahmen der Waldbewirtschaftung tragen zum Erhalt der Biodiversität in Wäldern bei. Das Land Nordrhein-Westfalen verfolgt dieses Ziel auf seinen eigenen Waldflächen mit dem Habitatschutzprogramm „Xylobius“. Für den Wald, der sich im Privatbesitz oder im kommunalen Besitz befindet, sind entsprechende Förderanreize geschaffen worden. Mit dem europaweiten Netzwerk „Integrate“ wird in der Wald- und Forstwirtschaft für den Schutz der Natur in bewirtschafteten Wäldern geworben. Auch Nordrhein-Westfalen beteiligt sich aktiv an diesem Projekt, das beim European Forest Institute in Bonn koordiniert wird.

Wälder können darüber hinaus auch in verschiedenen Kategorien zum Schutz der Natur ausgewiesen werden: So werden „Naturwaldzellen“ vollständig aus der Bewirtschaftung genommen, ähnlich ist die Zielsetzung in der Kategorie „Nationalpark“; auch Naturschutzgebiete und Schutzgebiete nach europäischem Recht, den sogenannten NATURA 2000 und FFH-Gebieten, werden mit dem Ziel ausgewiesen, Arten und Biotope in besonderem Maße zu schützen. In Nordrhein-Westfalen werden diese Schutzkategorien seit einiger Zeit durch „Wildnisentwicklungsgebiete“ sinnvoll ergänzt. Auch diese unterliegen einem vollständigen Prozessschutz und sind der forstlichen Bewirtschaftung entzogen.

Strukturreicher Mischwald; Foto: MULNV / Thorsten Mrosek

Wälder sind ein wichtiger ökologischer Lebensraum mit vielfältigen Umweltfunktionen. Foto: MULNV / Thorsten Mrosek

Natürliche Waldentwicklung

Der Verlust der biologischen Vielfalt bedroht auch die in Nordrhein-Westfalen lebenden über 43.000 verschiedenen Tier-, Pilz- und Pflanzenarten. Schätzungsweise 4.000 Pflanzenarten und 14.000 Tierarten davon leben in den heimischen Wäldern. Das Land Nordrhein-Westfalen trägt hier mit seinen vielen Buchen- und Eichenwäldern und den großen natürlichen Artenvorkommen eine besondere Verantwortung.

Die Europäische Union fordert ihre Mitgliedsstaaten im Rahmen der sogenannten „Prager Erklärung“ aus dem Jahre 2009 dazu auf, zum Schutz des europäischen Naturerbes Konzepte für die Entwicklung von Wildnisgebieten zu erstellen und rasch zu realisieren. Die Bundesregierung gibt in der nationalen Biodiversitätsstrategie das Ziel vor, 5% der deutschen Waldfläche beziehungsweise 10% des öffentlichen Waldes für natürliche Entwicklung bereitzustellen. In Nordrhein-Westfalen wurde das Ziel von 10% für das Gebiet des Staatswalds bereits im Jahr 2013 erreicht.

Das Land NRW hat im Staatswald Nordrhein-Westfalen bisher rund 170 Naturwaldzellen und Wildnisentwicklungsgebiete sowie einen Nationalpark ausgewiesen. Damit entwickelt sich derzeit auf über 16.000 Hektar (rund 13%) der staatlichen Waldflächen der „Urwald von morgen“. Der Mensch hält sich zurück und beobachtet, wie die Natur sich von selbst entfaltet.

Um diesen Prozess zu verfolgen und zu dokumentieren, wurde im Landesumweltamt (LANUV NRW) ein Monitoringkonzept entwickelt.


Umweltfunktionen von Wäldern

Wälder erbringen vielfältige Umweltleistungen: Hierzu gehören der Schutz der Waldböden, der Beitrag zum Wasserhaushalt sowie zur Wasser- und Luftreinhaltung. Im Klimawandel können Wälder die Auswirkungen lokaler Klimaereignisse wie Hitzeperioden oder Starkregenereignisse abmildern. So können Wälder auch zum Hochwasserschutz beitragen. Über die Speicherung von Kohlenstoff im Holz der Bäume und in den Waldböden leisten Wälder einen Beitrag zum Klimaschutz.