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Untersuchungen zum Wald

Wissenschaftliche Untersuchungen zur Unterstützung der Waldbewirtschaftung, Foto: MULNV / Thorsten Mrosek

Für die Ausgestaltung der Forstpolitik sowie als Grundlage für die Waldbewirtschaftung werden vielfältige Informationen zu den Waldökosystemen benötigt, auch vor dem Hintergrund der Auswirkungen des Klimawandels auf die Wälder. Waldinventuren, Monitoringprogramme und weitere Untersuchungen liefern hierzu umfassende Datengrundlagen.


Großrauminventuren

Die Bundeswaldinventur (BWI) ist eine bundesweite Stichprobeninventur mit permanenten Probepunkten. Rechtliche Grundlage für die BWI ist das Bundeswaldgesetz mit dem 1984 eingefügten § 41a zur Bundeswaldinventur. Sie ist alle zehn Jahr für das gesamte Bundesgebiet für alle Eigentumsarten einheitlich durchzuführen. Die bislang letzte BWI hat im Jahr 2012 stattgefunden.

Ergänzend dazu hat das Land Nordrhein-Westfalen beschlossen, auf der rechtlichen Grundlage des Landesforstgesetzes (LFoG) auch eine an die Bundeswaldinventur zeitlich und methodisch gekoppelte Landeswaldinventur (LWI) alle 10 Jahre zu erheben. Diese wurde zuletzt im Jahr 2014 durchgeführt. Das erklärte Ziel ist die landesweite Erhebung umfassender und regional differenzierter Daten über die Waldverhältnisse in Nordrhein-Westfalen.

Die Landeswaldinventur liefert beispielsweise Daten zum Alter der Waldbestände, zur Baumartenzusammensetzung, zur Situation des ökologisch wichtigen Totholzes in den Wäldern sowie zur Höhe des Holzvorrats und der Vielfalt in den Wäldern. Auch Auswirkungen von schwerwiegenden Naturereignissen wie des Orkans „Kyrill“ im Jahre 2007 können durch die LWI deutlich gemacht werden.

Für das Gebiet von Nordrhein-Westfalen koordiniert der Landesbetrieb Wald und Holz NRW die Datenaufnahmen zur Bundes- und Landeswaldinventur. Die Aufnahmen Vor-Ort erfolgen durch freie Fachunternehmer. Die Ergebnisse der Bundes- und Landeswaldinventuren werden vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft veröffentlicht.

Forstliches Umweltmonitoring

Ausgehend von den Untersuchungen zu Waldschäden aufgrund von Säureeinträgen – Stichwort „Saurer Regen“ - findet seit den 1980er Jahren in Deutschland die Erfassung des Waldzustandes statt. Diese Untersuchungen zur Vitalität der Waldbäume wurden als forstliches Umweltmonitoring um verschiedene Kriterien des Bodenzustandes und um Stoffflüsse in Waldökosystemen erweitert. Nordrhein-Westfalen beteiligt sich am bundesweiten forstlichen Umweltmonitoring. Nebeneinander finden systematische Stichprobenverfahren als sogenanntes Level I-Programm statt - ein extensives Monitoring in den Bereichen Bodenzustandserhebung/BZE und Waldzustandserhebung / WZE). Landesweit wird dafür ein Raster von 4 x 4 km (527 Punkte) angelegt.

Die Daten aus Boden- und Waldzustandserhebung werden als flächenrepräsentative Erhebung zur landes- bzw. bundesweiten Hochrechnung genutzt. Auf diese Weise werden der Zustand des Waldes und seine Veränderungen bewertet. Hierzu gehören die Belastung der Waldböden durch Versauerung und Schwermetall, aber auch der Erfolg von Waldkalkungen.

Auf gezielt ausgesuchten Dauerbeobachtungsflächen wird ergänzend ein Intensivmonitoring (Level II-Programm) durchgeführt, um relevante Vorgänge in Ökosystemen zu untersuchen. Es erfasst kontinuierlich atmosphärische Stoffeinträge, das Wachstum, den Kronenzustand und den Ernährungszustand der Bäume sowie die Zusammensetzung der Bodenlösung. Erhebungen zur Witterung, zur Artenzusammensetzung der Bodenvegetation (Biodiversität) und zum Streufall ergänzen das Programm. Die Auswertungen zeigen, wie das Wachstum der Bäume und ihr Kronenzustand sich gegenseitig beeinflussen und wie beides auf Stickstoffeintrag und Trockenheit reagiert.

An der Durchführung des forstlichen Umweltmonitorings in NRW sind das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, der Landesbetrieb Wald und Holz NRW sowie der Geologische Dienst NRW beteiligt.

Die Rechtsgrundlage für das forstliche Umweltmonitoring ist die Verordnung über Erhebungen zum forstlichen Umweltmonitoring des BMEL mit Zustimmung des Bundesrates, welche sich § 41a Absatz 6 Bundeswaldgesetz stützt.


Waldforschung

Die vielfältigen Fragestellungen zu Wäldern und zur Waldbewirtschaftung in Nordrhein-Westfalen werden von der Landesforstverwaltung, weiteren Einrichtungen der Landesverwaltung sowie verschiedenen Hochschulen und Forschungseinrichtungen untersucht. Die Landesforstverwaltung kooperiert darüber hinaus auch mit dem 2017 gegründeten Bonner Büro des Europäischen Forstinstituts. Zu Forschungsschwerpunkten in NRW gehören die Anpassung der Wälder an den Klimawandel, eine integrierte Waldbewirtschaftung, die urbane Waldnutzung und die Nutzung moderner Informationstechnologien im Cluster Forst und Holz.



Buche mit Früchten. Foto: Jan Preller

Waldzustandserhebung

Die bereits seit den 1980er Jahren stattfindende jährliche Waldzustandserhebung stellt einige wichtige Grunddaten über die Stabilität und Gesundheit unserer Waldökosysteme zur Verfügung. Sie ist eine wichtige Informationsgrundlage für eine dem Klimawandel angepasste Waldbewirtschaftung und berücksichtigt vor allem sich verändernde Standort- und Gefährdungsfaktoren für die waldbauliche Planung.

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