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Waldbewirtschaftung

Bewirtschafteter Buchenwald. Foto: MULNV/Thorsten Mrosek

Eine nachhaltige und multifunktionale Waldbewirtschaftung dient der Sicherstellung der vielfältigen ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Waldfunktionen. Standortgerechte und mehrschichtige Mischbestände erhöhen die Stabilität und Anpassungsfähigkeit der Wälder im Klimawandel. Waldbauliche Empfehlungen und moderne Informationstechnologien unterstützen Forstbetriebe und Waldeigentum bei der Bewirtschaftung.


Neue Instrumente für die Waldbewirtschaftung

Der Klimawandel stellt für die Waldbewirtschaftung eine große Herausforderung dar. Dies gilt insbesondere im bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen, wo die vielfältigen ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Waldfunktionen besonders wichtig sind. Angesichts der umfassenden zu berücksichtigen Informationen können moderne  Informationstechnologien einen Lösungsbeitrag darstellen.

Das Land Nordrhein-Westfalen hat im Kontext der Klimaanpassungsstrategie Wald NRW hilfreiche neue Instrumente für die Waldbewirtschaftung entwickelt, die den Waldbesitz bei diesen Herausforderungen unterstützen können. Diese Instrumente sind das neue Waldbaukonzept NRW, die landesweite forstliche Standortkarte und das neue Internetportal Waldinfo.NRW. Auch die Fachinformationssysteme des Landes zum Klimawandel beinhalten wichtige Informationen für Fragestellungen der Waldbewirtschaftung. Die neuen Instrumente für die Waldbewirtschaftung wurden im Rahmen einer Fachveranstaltung des Umweltministeriums am 7.12.2018 in Düsseldorf öffentlich vorgestellt.

Die Anwendung des neuen Waldbaukonzepts wird durch Beratungs- und Schulungsangebote des Landesbetriebes Wald und Holz NRW sowie über die Fördermöglichkeiten für forstliche Maßnahmen im Privat- und Kommunalwald unterstützt.

Informationsgrundlagen und Managementinstrumente

Sowohl die Waldbewirtschaftung als auch die Betreuung von Waldnaturschutzgebieten basiert nach den Gesichtspunkten eines zeitgemäßen Waldmanagements auf vielfältigen Informationen und Planungen. Zu den Planungsgrundlagen gehören raumbezogene Informationen zu Waldböden, Klima, Waldbeständen, Wald- und Naturschutzaspekten sowie forstlicher Infrastruktur. Auch langfristige Untersuchungen zu Waldökosystemen fließen in die waldbaulichen Empfehlungen mit ein - so zum Beispiel Ergebnisse des forstlichen Umweltmonitorings sowie die Erkenntnisse zur natürlichen Waldentwicklung in Naturwaldzellen und in Wildnisentwicklungsgebieten.

Als ein Umsetzungsschwerpunkt der Klimaanpassungsstrategie Wald wird derzeit  ein umfassendes  Waldinformationssystem NRW (KlimaWIS.NRW) entwickelt und schrittweise umgesetzt. Es soll die vielfältigen Informationsgrundlagen miteinander verknüpfen und perspektivisch weitere Planungshilfen anbieten, um die Waldeigentümern und Waldeigentümerinnen bei der Waldbewirtschaftung zu unterstützen.

Als einen wichtigen ersten Umsetzungsschritt hat das Land NRW das neue Internetportal Waldinfo.NRW erstellt und im Dezember 2018 veröffentlicht. In diesem Portal werden wichtige öffentliche Daten zum Wald und zum Waldmanagement gebündelt und benutzerfreundlich angeboten. Dies beinhaltet vor allem digitale Karten zu vielfältigen Themen wie Waldböden, Klima, Waldwege, Naturschutz und Forstverwaltung. Darüber hinaus sind aber auch zentrale Publikationen der Landesforstverwaltung und aktuelle Warnhinweise enthalten.

Als ein weiterer Umsetzungsschritt wird derzeit beim Landesbetrieb Wald und Holz ein modernes und IT-unterstütztes Verfahren zur Forsteinrichtung fertiggestellt.


Habitatstrukturen Alt- und Totholz. Foto: MULNV/Thorsten Mrosek

Habitatstrukturen Alt- und Totholz. Foto: MULNV/Thorsten Mrosek

Integrierter Waldnaturschutz

Neben Erhaltungsmaßnahmen in Schutzgebieten trägt auch ein integrierter Waldnaturschutz bei der Waldbewirtschaftung zum Erhalt der Biodiversität in Wäldern bei.
Modellhaft wurde dazu im Staatswald des Landes Nordrhein-Westfalen ein Netz von besonders artenreichen Altwaldbeständen ausgewiesen. In diesen "Wildnisentwicklungsgebieten" kann die Natur sich ungestört entwickeln. Außerdem verfolgt das Land NRW dieses Ziel auch mit dem Habitatschutzprogramm "Xylobius" auf den eigenen Flächen. Für den Habitatschutz im Privat- und Kommunalwald bestehen Fördermöglichkeiten. Möglichkeiten zur Verknüpfung von Holznutzung und Habitatschutz bei der Waldbewirtschaftung werden auch im innovativen europäischen Netzwerkprojekt "Integrate" dargestellt, an dem sich die Landesforstverwaltung NRW beteiligt. Hierzu wurden zunächst in Bonn zwei erste Demonstrationsflächen, sogenannte Marteloskopflächen, eingerichtet. Auf diesen Flächen finden waldbauliche Informations- und Schulungsmaßnahmen statt, die auch dem Dialog zwischen Forst- und Naturschutzfachleuten dienen.



Laubmischwald. Foto: Uwe Schölmerich

Waldbau

Waldbau ist das zentrale Steuerungsinstrument für die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder. Standortgerechte und mehrschichtige Mischbestände erhöhen auch die Stabilität der Wälder im Klimawandel. Hierbei spielen die heimischen Baumarten und geeignetes Vermehrungsgut eine wichtige Rolle. Das neue Waldbaukonzept NRW richtet sich als Empfehlung an alle Waldeigentumsarten und unterstützt den Waldbesitz bei der Anpassung an den Klimawandel.

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