Nordrhein-Westfalen und EU fördern Innovationen für vernetzte Mobilität und Logistik in Nordrhein-Westfalen mit 14,2 Millionen Euro
Projektideen mit dem Fokus auf Digitalisierung, KI und autonomen Systemen setzen sich durch
Digital, autonom und KI-basiert: Viele Projekte für Mobilität und urbane Logistik setzen auf diese innovativen Technologien. Auch die Siegerprojekte der dritten und letzten Runde des EFRE-Innovationswettbewerb NeueWege.IN.NRW. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer hat am heutigen Freitag zehn Förderbescheide an Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Nordrhein-Westfalen übergeben. Von optimierten Einsatzrouten für die Polizei oder den Güterverkehr, über verbesserte Mobilitätsplanungen für die Kommunen bis zu sicheren Fuß- und Schulwegen. Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen:„Diese Forschungsprojekte zeigen, wie viel Innovationspotential und Möglichkeiten in diesen Technologien stecken. Der Ideenreichtum ist beeindruckend.“
Der EFRE-Innovationswettbewerb NeueWege.IN.NRW fördert die Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen in NRW, um nachhaltige und digitale Lösungen für die Herausforderungen einer vernetzten Mobilität und Logistik zu entwickeln – auf der Schiene, Straßen, dem Wasser und in der Luft. Dabei geht es auch um die Entwicklung und Herstellung kritischer Technologien in den Sektoren „digitale und technologieintensive Innovationen“ oder „umweltschonende und ressourceneffiziente Technologien. Das Verkehrsministerium setzt den Innovationswettbewerb gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium um.
Die Förderbescheide gehen an folgende Projekte:
GIS.IN.WASTE – Entwicklung eines intelligenten Reviertourenplanungstools für die Abfallwirtschaft auf Basis eines GIS und einer KI unter Berücksichtigung der Zugehörigkeit zur kritischen Infrastruktur
Ziel ist die Entwicklung eines neuartigen, KI-gestützten Planungstools für Touren in der Abfallwirtschaft, die entsorgungsspezifische Anforderungen berücksichtigt. Es sollen sowohl langfristige Ressourcen wie z.B. die Kapazität der einzelnen Fahrzeuge, als auch dynamische Parameter wie z.B. Straßensperrungen eingeplant werden können.
Projektpartner: sensis GmbH (Viersen), CLUSTER ONE GmbH (Mönchengladbach)
HeiDi – Hochautomatisierte Eisenbahn dank Digitalem Zwilling
Im Projekt wird eine Open-Source-Simulationsumgebung zur Validierung und Optimierung von Sensorsystemen im Schienenverkehr entwickelt. Mithilfe eines digitalen Zwillings eines Testfeldes sollen realitätsnahe Tests ermöglicht werden, die die Digitalisierung und Automatisierung des Schienengüterverkehrs beschleunigen können.
Projektpartner: IKADO GmbH (Aachen), Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) Köln
LiDiMoVer – Lidar-gestützter Digitaler Zwilling des Mobilitätsverhaltens zur Verkehrsanalyse
Im Projekt werden Daten zum Mobilitätsverhalten mit Hilfe eines Sensorfeldes erfasst, aufbereitet und in einem statistischen Modell (digitaler Zwilling) zur Modellierung des Verkehrsflusses vereint. Dies kann einer effektiven, gezielten und bedarfsgerechten Stadt- bzw. Flächenentwicklung sowie Aktivitäten im Bereich Mobilität dienen.
Projektpartner: Bergische Universität Wuppertal, LASE PeCo Systemtechnik GmbH (Wesel), Hochschule Ruhr West
MaxSafety – Maximierung der Sicherheit von Fußgängerinnen und Fußgängern durch prädiktive KI und adaptive Infrastruktur
Ziel ist die Entwicklung eines innovativen, KI-gestützten Systems, das Fußgängerbewegungen und -absichten in Echtzeit vorhersagt und adaptive Sicherheitsinfrastrukturen wie Laserprojektionssysteme und dynamische Informationstafeln nutzt, um Autofahrer proaktiv zu warnen.
Projektpartner: irisnet GmbH (Düsseldorf), RWTH Aachen University
MOVE.digital – Mobilität vernetzt: Konnektivitätsinfrastruktur und integrative Digitalisierungskonzepte für Daten-getriebene, innovative und ganzheitliche Mobilitätslösungen in der Smart City
Das Projekt adressiert integrative Digitalisierungskonzepte für Daten-getriebene, vernetzte und ganzheitliche Mobilitätslösungen in der Smart City. Dabei sollen verschiedene städtische Mobilitätsformen durch eine geeignete Koordination im Verbund eine bestmögliche Mobilitätsversorgung ermöglichen. Die gemeinsame Daten-Basis verspricht das Potenzial zur Lösung analytischer Fragestellungen wie Prognosen von Mobilitätsanforderungen und der Steuerung des Mobilitätsangebotes.
Projektpartner: FH Dortmund, TU Dortmund, Wirtschaftsförderung Dortmund, INTESSENCE solutions GmbH (Dormund), ef.Ruhr GmbH Dortmund
SyntheSis – Werkzeuggestützter Ansatz für die Synthese, Simulation, Analyse und den Transfer urbaner Güterbeförderungskonzepte
Im Projekt soll eine simulationsbasierte Plattform zur Analyse und Optimierung urbaner Güterverkehrskonzepte entwickelt werden, die innovative Logistikkonzepte in urbanen Räumen virtuell erprobt und ihre ökologischen sowie ökonomischen Aspekte analysiert werden.
Projektpartner: FH Dortmund, adesso SE (Dortmund), takomat GmbH (Düsseldorf), Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML (Dortmund)
SAFEPol – Sichere und Automatisierte Freigabe von Einsatzrouten für die Polizei
Im Projekt wird eine digitale Plattform-Technologie kombiniert mit KI-basierter Verkehrserfassung und -analyse entwickelt. Kernstück ist eine zentrale Softwarelösung, die aktuelle Verkehrsdaten und Positionsinformationen der Einsatzkräfte erfasst und die Steuerung der Lichtsignalanlagen dynamisch anpasst, um schnellere und sicherere Einsatzfahrten zu ermöglichen.
Projektpartner: mobaix GmbH (Aachen), Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste NRW (LZPD NRW), Polizeitechnisches Institut der Deutschen Hochschule der Polizei.Ruhr-Universität Bochum, SWARCO Traffic Systems GmbH (Münster), TraffGo Road GmbH (Krefeld)
SSR – Safer School Routing
Ziel ist die Schulwegsicherheit durch KI-gestützte Analyse und digitale Zwillinge zu verbessern. KI-gestützte Luft- und Verkehrsbildanalysen identifizieren Fußgängerüberwege, Radwege und andere Infrastrukturmerkmale, die als digitale Zwillinge erfasst und mit Unfall- und Konfliktdaten kombiniert werden. Die Ergebnisse fließen in digitale Plattformen wie OpenStreetMap und MobidromNRW ein, um die Schulwegplanung zu erleichtern und Kommunen bei der Verkehrsplanung zu unterstützen
Projektpartner: Initiative für sichere Straßen GmbH (Bonn), Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), RWTH Aachen University.
SUMP-Assistant – KI-unterstützte städtische Mobilitätsplanung für Kommunen in NRW
Im Projekt wird eine KI-Anwendung entwickelt, die die Kommunen bei der Erstellung und Umsetzung von nachhaltigen Mobilitätsplänen (SUMPs/ VEPs) unterstützt. Die Anwendung wird mit rund 10 Pilotkommunen getestet, die in alle Projektschritte eingebunden sind und die KI für verschiedene Anwendungsfälle testen. Ziel ist es die Erstellung nachhaltiger Mobilitätspläne zu erleichtern und eine effizientere Umsetzung von Maßnahmen zu ermöglichen.
Projektpartner: Rupprecht Consult - Forschung & Beratung GmbH (Köln), Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Stadt Aachen
ViDeLL – Virtual Dedicated Logistics Lanes
Ziel ist es digitale, priorisierte Logistikspuren (Virtual Dedicated Logistics Lanes, VDLL) für automatisierte Logistikfahrzeuge zu entwickelt. Dadurch kann die urbane und industrielle Logistik in dicht besiedelten Gebieten wie Nordrhein-Westfalen effizienter, umweltfreundlicher und wettbewerbsfähiger gestaltet werden. Das Projekt fokussiert auf die Analyse verkehrstechnischer und rechtlicher Aspekte sowie der Entwicklung eines technischen Demonstrators zur Validierung in realitätsnahen Umgebungen.
Projektpartner: TH Köln, ecoro GmbH (München), ETO GRUPPE TECHNOLOGIES GmbH (Stockach), PEM Motion GmbH (Aachen), RWTH Aachen University.
Zum Hintergrund:
Für zukunftsweisende, nachhaltige und innovative Vorhaben in Nordrhein-Westfalen stehen aus dem EFRE/JTF-Programm NRW 2021- 2027 EU-Mittel in Höhe von 1,9 Milliarden Euro des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Just Transition Fund (JTF) zur Verfügung. Hinzu kommen eine Ko-Finanzierung des Landes Nordrhein-Westfalen und Eigenanteile der Projekte. Unterstützt werden Vorhaben aus den Themenfeldern Innovation, Nachhaltigkeit, Mittelstandsförderung, Lebensqualität, Mobilität, Strukturwandel in Kohlerückzugsregionen sowie strategische Technologien und Wettbewerbsfähigkeit. Weitere Informationen finden Sie unter www.efre.nrw.