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15.11.2021
Die Ernährungswirtschaft Nordrhein-Westfalen auf dem Weg zur Klimaneutralität

Ernährungswirtschaft bildet neue Allianz zur Klimaneutralität / Landwirtschaftsministerin Heinen-Esser: Ziel muss es sein, dass Klimaschutz und Klimaanpassung zu elementaren Produktionsfaktoren aller Unternehmen werden

Klimaschutz hat für die Unternehmen der Ernährungswirtschaft in Nordrhein-Westfalen einen hohen Stellenwert. Dies bestätigen mehr als 80 Prozent der Unternehmen in einer aktuellen Studie "Zeit für Klimaneutralität" des Vereins Ernährung-NRW. Danach erstellt gut ein Viertel bereits eine CO2-Bilanz des Betriebes. "Dies ist sehr erfreulich, aber noch nicht ausreichend. Ziel muss es sein, dass Klimaschutz und Klimaanpassung zu elementaren Produktionsfaktoren aller Unternehmen werden. Hier muss sich die Ernährungswirtschaft ambitionierte Ziele setzen", sagte Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser am Montag (15.11.2021) zum Auftakt der Veranstaltung "Die Ernährungswirtschaft NRW auf dem Weg zur Klimaneutralität" im Ministerium in Düsseldorf.

Die Ernährungswirtschaft Nordrhein-Westfalen hat einen hohen Stellenwert für ganz Deutschland. Insofern ist auch ihr Beitrag von hoher Bedeutung für die Transformation hin zu einer klimaneutralen Gesellschaft. Zugleich ist für immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher eine klimafreundliche Erzeugung, Verarbeitung und Verpackung ein wichtiges Kriterium beim Kauf von Lebensmitteln. "Aktiver Klimaschutz ist mehr als unternehmerische Verantwortung, er bedeutet Ressourcenschonung, Energieeinsparung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Ich begrüße es daher sehr, dass sich die Ernährungswirtschaft in unserem Bundesland bereits auf den Weg zur Klimaneutralität gemacht hat", sagte Ministerin Heinen-Esser.

Zu den meistgenannten Maßnahmen zur Förderung der Klimaneutralität im eigenen Unternehmen gehören gemäß der Studie "Zeit für Klimaneutralität" die Modernisierung von Produktionsanlagen oder Betriebstechnik, die Vermeidung von Lebensmittelabfällen, die Reduktion von Verpackung und der Einsatz von Energiesparlampen. Treibhausgase, die dennoch entstehen, werden zum Beispiel durch Aufforstungen oder das Anlegen von Grünflächen kompensiert.

Viele weitere Praxisbeispiele zeigen: Klimaneutralität und Wettbewerbsfähigkeit können Hand in Hand gehen. So unterstützt zum Beispiel die Firma Arla Foods ihre Landwirtinnen und Landwirte mit einem sogenannten Klimacheck bei der Optimierung ihres Ressourceneinsatzes. Die Firma Kuchenmeister hat in Soest eine komplett auf Nachhaltigkeit ausgerichtete neue Produktionshalle in Betrieb genommen. Auf dem Gelände entsteht unter anderem eine innovative Biogasanlage, die Kuchenreste, Fette und eigene Abwässer nutzt. Das gewonnene Biogas soll zur Erzeugung von Flüssiggas und grünem Wasserstoff verwendet werden, mit dem die Lastwagen des Unternehmens schlussendlich betankt werden.

Neue Allianz für eine klimaneutrale Ernährungswirtschaft

Zur Unterstützung der Branche auf dem Weg zur Klimaneutralität hat sich eine neue Allianz der drei Vereine der Ernährungswirtschaft Nordrhein-Westfalen, Ernährung-NRW, Food-Processing Initiative und Foodhub NRW gebildet. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, alle Akteure aus der gesamten Agrar- und Lebensmittelbranche zusammenzubringen. Hochschulen und Forschungseinrichtungen sollen als Technologie- und Wissensproduzenten maßgebliche Lösungen für die Herausforderungen des Übergangs zu einem nachhaltigen Agrar- und Lebensmittelsystem vermitteln. Adressaten sind Produzenten landwirtschaftlicher Erzeugnisse, lebensmittelproduzierende und -verarbeitende Unternehmen, der Handel, Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die Politik.

Die in Kooperation mit dem Landwirtschaftsministerium erstellte Studie "Zeit für Klimaneutralität" des Vereins Ernährung-NRW in finden Sie unter: www.nrw-isst-gut.de