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18.02.2021
Die Tierschutzbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit: Machen Sie die Qual der Wahl nicht zur Wahl der Qual

Ein Hundekauf sollte wohl überlegt sein

In Corona-Zeiten spielen viele Menschen mit dem Gedanken, sich einen Hund anzuschaffen. Nach Angaben des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH) und von Tierschutzorganisationen war die Nachfrage nach Hunden im vergangenen Jahr überdurchschnittlich hoch. Die Tierschutzbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Gerlinde von Dehn,  appelliert, die Anschaffung eines Hundes gut zu überdenken und sich insbesondere zu fragen, ob genug Zeit für das Tier da ist - und zwar ein ganzes Hundeleben lang. Wenn das sowie ausreichend Platz und Kosten gesichert sind, stellen sich die konkreten Fragen zur Anschaffung: Welcher Hund passt zu mir? Wo kaufe ich den Hund? 

"Bitte nehmen Sie sich Zeit und tragen durch einen verantwortungsvollen Hundekauf dazu bei, Qualzucht bei Tieren die rote Karte zu zeigen. Die Qual der Wahl darf nicht zur Wahl der Qual werden", lautet der Appell der Tierschutzbeauftragten an angehende Hundehalter.

Beim Hundekauf sollte man unter anderem folgende Grundregeln
beachten:                                                                                                        

  • Bevor Sie sich für einen Hund oder eine spezielle Hunderasse entscheiden, sollte man sich durch Hundeexperten, z.B. eine Tierärztin oder einen Tierarzt, beraten lassen.
  • Kaufen Sie den Hund nur bei seriösen Züchtern.
  • Kaufen Sie keinen Hund "aus dem Kofferraum", denn diese Tiere stammen meist aus illegalen Aufzuchten.  
  • Verzichten Sie darauf, einen besonders puppenhaft aussehenden Hund zu erwerben. Dies könnten Anzeichen für eine "unnatürliche" Zucht sein.
  • Vielleicht finden Sie Ihren Wunschhund auch in einem Tierheim. Dort warten viele Hunde auf eine zweite Chance im Leben.

Lustige Glubschaugen und kurze Schnauzen wirken auf einige Menschen als besonders niedlich, sie können aber für die betroffenen Tiere oft eine Qual sein. So bedeutet eine niedliche kleine Nase für den Hund unter Umständen, dass er nicht mehr ausreichend Luft bekommt und eventuell nur mit hochgelegtem Kopf schlafen kann. Extreme Ausprägungen der vermeintlich niedlichen optischen Merkmale können zu einem extremen Leiden beim Tier führen. 

Auch niedlich wirkende Glubschaugen haben oftmals eine Kehrseite: Sie werden durch einen stark verformten Schädel hervorgerufen. Das bedeutet, dass die Augen in den viel zu flachen Augenhöhlen kaum Halt haben und leicht herausspringen können. Außerdem werden die vorstehenden Augen von den durch die verkürzte Nase entstehenden Falten schmerzhaft gereizt, vielfach bezahlen die Hunde das mit Blindheit. 

Die Tierschutzbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen ist zu erreichen unter:  

Dr. Gerlinde von Dehn
Telefon 0211/45 66-580
TierSchB@mulnv.nrw.de