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17.03.2022
Klimafeste Landwirtschaft: Land fördert Bewässerungsprojekt in Bedburg mit 5,6 Millionen Euro

Bewässerungsprojekt in Bedburg-Pütz. Foto: MULNV

Bewässerungsprojekt in Bedburg-Pütz. Foto: MULNV


Landwirtschaftsministerin Heinen-Esser: Dieses Projekt ist ein Leuchtturmprojekt zur Anpassung an den Klimawandel und wird die Wasserversorgung landwirtschaftlicher Betriebe auch in trockenen Monaten sichern

Das Landwirtschafts- und Umweltministerium fördert mit 5,6 Millionen Euro ein Bewässerungsprojekt in Bedburg-Pütz, das eine sparsame und effiziente Wasserversorgung für den Anbau von Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln und Feldgemüse sichern soll. Gemeinsam mit dem eigens gegründeten Bewässerungsverband Bedburg-Pütz gab Ministerin Ursula Heinen-Esser am Donnerstag, 17. März 2022, den Startschuss für das Projekt. "Dieses Projekt ist ein Leuchtturmprojekt zur Anpassung an den Klimawandel und wird die Wasserversorgung landwirtschaftlicher Betriebe auch in trockenen Monaten sichern", sagte Ministerin Heinen-Esser.

Es handelt sich um das bislang größte Projekt der 2019 vom Land Nordrhein-Westfalen aufgelegten Förderung von Bewässerungsprojekten in Landwirtschaft und Gartenbau. Der Auftakt fand auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Heinz-Georg Olligs in Bedburg-Pütz statt. Olligs ist Vorsitzender des neu gegründeten Bewässerungsverbandes, der zwischenzeitlich 20 Mitglieder zählt und Bauherr des Projektes ist.

Ministerin Heinen-Esser betonte die Bedeutung einer verantwortungsvollen Wassernutzung. In Zukunft müsse mit einem deutlich steigenden Wasserbedarf von Seiten der Landwirtschaft gerechnet werden. Deshalb sei es wichtig, das knappe Gut Wasser so effizient wie möglich zu nutzen und Verluste zu vermeiden.

Das Projekt umfasst den Neubau von sechs Tiefbrunnen und einem Leitungsnetz von circa 20 Kilometern Länge, mit dem künftig bis zu 2.500 Hektar mit rund 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr bewässert werden können. Durch den Zusammenschluss in Bewässerungsverbänden bietet sich - gegenüber einer Vielzahl einzelbetrieblicher Wasserentnahmen - eine bessere und professionellere Steuerungsmöglichkeit der Wasserverwendung in der Landwirtschaft an. Hierzu erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit Fachhochschulen, Landwirtschaftskammern und Unternehmen, die innovative Bewässerungskonzepte zur Minimierung des Wasserverbrauchs in der Landwirtschaft anbieten. Erste Kontakte wurden schon geknüpft.

Das Investitionsvolumen des Vorhabens beträgt rund acht Millionen Euro, das Land fördert das Projekt mit 70 Prozent (5,6 Millionen Euro). Im Projektgebiet des Bewässerungsprojektes Bedburg-Pütz liegen Böden, die zu den fruchtbarsten weltweit gehören (Lössböden, 80 Bodenpunkte aufwärts). Bei der landwirtschaftlichen Produktion muss sowohl aus wasserwirtschaftlicher als auch energieeffizienter Sicht ein sparsamer Umgang mit der Ressource Wasser im Vordergrund stehen. 

Seit dem Start des Förderprogrammes wurden insgesamt zwölf Projekte mit einem Fördervolumen von mehr als elf Millionen Euro bewilligt - sowohl Projekte zum Frostschutz als auch landwirtschaftliche Bewässerungsanlagen. Mittlerweile bieten auch andere Bundesländer vergleichbare Förderungen an.

Durch den Klimawandel ist eine deutliche Zunahme des Wasserbedarfs der Landwirtschaft zu erwarten. Daten von IT NRW zeigen, dass sich die bewässerte Fläche der nordrhein-westfälischen Landwirtschaft bereits von 2010 ("Normaljahr"; 28.000 Hektar) bis 2020 ("Trockenjahr"; 52.000 Hektar) nahezu verdoppelt hat. Von zentraler Bedeutung sind sparsame und effiziente Bewässerungssysteme.

Zudem erarbeitet das Umweltministerium im Rahmen einer Konzeption für langanhaltende Trockenphasen konkrete Maßnahmen und Lösungsansätze, um für die verschiedenen Nutzungen eine nachhaltige Wasserversorgung zu sichern.