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23.03.2017

Landwirtschaftsminister Johannes Remmel: "Wir müssen das Töten männlicher Eintagsküken endlich stoppen"

Expertinnen und Experten diskutierten bei Fachgespräch der Verbraucherzentrale NRW über Möglichkeiten für Verbraucherinnen und Verbraucher, Produktion und Handel

Jedes Jahr werden in Deutschland bis zu 50 Millionen männliche Eintagsküken getötet, weil sie aufgrund der einseitigen Zuchtausrichtung auf Legeleistung zu wenig Fleisch ansetzen und daher nicht rentabel gemästet werden können. Diese Praxis ist Tierquälerei und mit den Grundsätzen eines ethischen Tierschutzes nicht vereinbar. "Das Töten männlicher Eintagsküken muss endlich aufhören", forderte Landwirtschaftsminister Johannes Remmel im Rahmen eines Fachgesprächs der Verrbraucherzentrale NRW mit zahlreichen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verrbraucherschaft in Düsseldorf.

Nordrhein-Westfalen hat den Brütereien verboten, weiterhin Eintagsküken zu töten. Die Brütereien haben hiergegen Rechtsmittel eingelegt; der Rechtsstreit ist aber noch nicht entschieden. Demnächst wird sich mit dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig das höchste deutsche Verwaltungsgericht mit der Frage befassen, ob die Tötung männlicher Eintagsküken mit dem Tierschutzgesetz vereinbar ist. "Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, dieser tierquälerischen Praxis ein Ende zu setzen", sagte Minister Remmel.

Wichtig sei, nach geeigneten, praxisgerechten Optionen zu suchen, die das Töten von Eintagsküken künftig entbehrlich machen. Die von Seiten der Industrie und des Bundes favorisierte Option, männliche Küken bereits vor dem Schlüpfen im Ei durch Geschlechtsbestimmung zu identifizieren, löse das Problem nicht, weil es nur an den Symptomen ansetze, nicht aber an der Ursache: Der immer mehr voran schreitenden einseitigen Leistungszucht in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung.

Minister Remmel: "Die technischen Gerätschaften sind erst in einigen Jahren praxisreif und teuer. Nordrhein-Westfalen setzt daher auf praxisnahe Alternativen wie die Mast von Bruderhähnchen. Hierzu gibt es im Lebensmitteleinzelhandel bereits wichtige und praktikable Initiativen, über die bei dem Expertenworkshop bei der Verbraucherzentrale diskutiert wurde."

Eine weitere Möglichkeit ist die Verbreitung von Zweinutzungshühnern, die nicht nur Eier legen, sondern auch Fleisch ansetzen. "Wichtig ist, dass man nicht nur einseitig auf eine Lösung setzt, sondern kreativ die verschiedenen Möglichkeiten nutzt und fördert. Gerade im Gelfügelbereich brauchen wir mehr Vielfalt", so das Fazit von Landwirtschaftsminister Johannes Remmel.