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11.12.2017
Jagd-Bilanz 2016/2017: Wildschweinbestand stark zugenommen

Der Bestand an Wildschweinen in Nordrhein-Westfalen hat im vergangenen Jahr stark zugenommen. Dies folgt aus der Jagdbilanz 2016/2017. Demnach wurden im vergangenen Jagdjahr rund 39.000 Wildschweine erlegt, dies sind nach zuvor bereits steigender Tendenz rund 4.500 mehr als in der Bilanz 2015/2016. Auch beim Waschbär ist eine weitere Zunahme zu verzeichnen, Fuchs bewegt sich bei leichter Zunahme auf anhaltend hohem Niveau. Rückläufig sind die Zahlen zum Beispiel bei Feldhasen, Kaninchen oder der Ringeltaube.

Auszüge aus der NRW- Jahresjagdstrecke 2016/17

Rehe:
Mit 95.551 Stück entspricht die Zahl den Höchstwerten aus den vergangenen Jahren. Fallwild: 26.550.

Wildschwein:
Nach dem anhaltend strengen Winter 2012/13 ist die Zahl erneut auf jetzt 38.954 Stück gestiegen. Eine verstärkte Reduzierung der Bestände ist notwendig. Fallwild: 2.657.

Rothirsch:
Mit 6.225 Stück wird ein erneuter Höchstwert erreicht, damit liegt die Zahl zum 9. Mal über 4.000 Stück, d.h. über der Größenordnung, die bis zu den Sturmschäden durch Kyrill den Höchstwert markierte. Fallwild 309.

Damhirsch:
Mit 4.582 Stück entspricht die Zahl in der Größenordnung derjenigen des Vorjahres. Fallwild: 341.

Sikahirsch:
Mit 1.324 Stück wird ein neuer Höchstwert erreicht, Experten rechnen mit einem weiteren Anstieg der Zahlen, die Entwicklung wird insbesondere durch die Situation im Arnsberger Wald geprägt. Fallwild: 31.

Mufflon:
Mit 1.216 Stück einen neuer Höchstwert. Fallwild: 78

Feldhasen:
47.055 Stück, weiterer Rückgang um 13 Prozent zum Vorjahr. Der Rückgang hält nunmehr im 9. Jahr in Folge an.

Wildkaninchen:
64.323 Stück, mit einer Abnahme um 30 Prozent zum Vorjahr. Wildkaninchen befinden sich damit – seit dem letzten Zwischenhöchststand in 2010/11 – in einer mehrjährigen Abwärtsspirale. Inzwischen ist die Strecke so niedrig wie in der Talsohle vor rund 15 Jahren und damit auf niedrigstem Nachkriegslevel.

Fuchs:
Mit 54.971 Stück geringfügiger Zunahme von drei Prozent, wie bereits 2015/16 (+ 2 %). Die Verkehrsverluste sind im gleichen Umfang angestiegen (+ 3 %). Damit verweilt der Fuchs auf anhaltend hohem Niveau.

Steinmarder:
Bei 6.931 Stück eine Zunahme um 15 Prozent, womit nun ein neuer Höchstwert erreicht ist; 39 Prozent der erlegten Marder wurden gefangen.

Iltis:
2015/16 wurde ein historisches Tief erreicht. Mit einer Zunahme um elf Prozent auf 3.219 Stück im aktuellen Zeitraum 2016/2017 ist der Iltis wieder leicht im Aufwind. Die jagdliche Relevanz des Iltis noch enger auf das Münsterland fokussiert als beim Steinmarder.

Hermelin:
999 Stück, 57 Prozent davon der Strecke liegt im Münsterland, davon 33 Prozent Fänge allein in Steinfurt.

Dachs:
Mit einer leichten Zunahme von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr ist ein mit 6.129 Stück ein neuer Höchstwert erreicht. Der Fallwildanteil an der Gesamtstrecke von 33 Prozent, davon 91 Prozent Verkehrsverluste, ist höher als bei jeder anderen Wildart. Die sehr hohen Fallwildquoten zeigen, dass das extrem dichte Verkehrswegenetz in den Ballungsräumen an Rhein und Ruhr für Dachse ein ernstes Problem ist.

Waschbär:
Der Bestand nimmt weiter zu, die aktuelle Gesamtstrecke markiert mit 12.803 Stück eine Zunahme von 27 Prozent. Wie bei Steinmarder und Dachs handelt es sich um ein neues NRW-Maximum. Im Landesmittel wurden 21 Prozent der erlegten Waschbären gefangen. Schwerpunkte sind neben Warendorf Ostwestfalen-Lippe und die Soester Börde.

Fasan:
Weiter Abnahme. Die Gesamtstrecke ist mit 34.964 Stück nochmal um sechs Prozent zurückgegangen, gemessen an dem Höchststand von 1971/72 (438.239) sind lediglich acht Prozent verblieben. Schlechtere Zählbarkeit und intransparentes Aussetzungsgeschehen machen eine Lagebeurteilung beim Fasan schwieriger als zum Beispiel beim Hasen.

Ringeltauben:
Die Strecke ist im 8. Jahr in Folge rückläufig. Vom Maximum 2005/06 (639.020 Stück) sind mit aktuell 305.686 Stück noch 48 Prozent verbleiben. Soweit mildere Winter und demzufolge geringere Einflüge von Tauben im Herbst und Winter aus nordöstlichen Regionen zu dem anhaltenden Rückgang beitragen, wäre das kein Grund zur Sorge. Anders zu beurteilen sind mögliche Faktoren, wie zum Beispiel hoher Prädationsdruck oder eine Kontamination mit Agrarchemie über die Nahrung.

Gänse:
Erneute Gesamtzunahme um 12,5 Prozent. Die Gänsearten im Einzelnen: Graugans mit 11.725 Stück +16 Prozent, Kanadagans mit 6.530 Stück +15 Prozent und Nilgans mit 9.360 Stück +6 Prozent. Kanada- und Nilgans zählen zu den Neozoen („Neue Arten“ aus Übersee).

Stockente:
Mit 66.229 Stück leichte Zunahme um acht Prozent. Hinweise auf größere Ausfälle z.B. durch Botulismus oder Geflügelpest (Vogelgrippe) und daraus folgendem Bejagungsverzicht liegen nicht vor.

Neben den Abschusszahlen und bei bestimmten Arten auch Fallenfangzahlen umfasst die Jagdstrecke auch die Anzahl tot aufgefundener Tiere, das sog. „Fallwild“ (z.B.: Verkehrsunfallopfer).