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21.09.2018
Land Nordrhein-Westfalen bereitet sich auf seine erste "Wolfregion" vor

Ministerin Heinen-Esser: Wir prüfen zurzeit alle Fördermöglichkeiten für den Schutz von Nutztieren und werden Anfang Oktober vor Ort informieren, wenn alle notwendigen Informationen vorliegen

Seit Anfang dieses Jahres gibt es Wolfshinweise und -nachweise am Niederrhein. Mehrfache Sichtungen, Risse von Nutztieren (Schafe) und Losungen (Kot), vor allem aber genetische Nachweise legen nahe, dass ein Wolf im Kreis Wesel standorttreu geworden ist. Weiteren Hinweisen wird zurzeit nachgegangen. "Das ist ein großer Unterschied zu den vergangenen Jahren. Seit 2009 besuchen uns in Nordrhein-Westfalen immer wieder einzelne Wölfe, die nie länger an einem Ort geblieben sind und dann wieder verschwanden", sagte Ministerin Heinen-Esser. "In diesem Jahr könnte sich das zumindest in Wesel im Raum Schermbeck ändern. Daher prüfen wir zurzeit alle Hinweise. Letzte genetische Proben werden noch im Senckenberg Forschungsinstitut bearbeitet. Schon jetzt prüfen wir aber die möglichen Unterstützungsmaßnahmen für die Weidetierhalterinnen und -halter vor Ort. Sobald es genauere weitere Daten gibt erfolgt eine Information der Öffentlichkeit dazu."

Ein erster genetischer Hinweis auf einen Wolf im Kreis Wesel konnte an einem Schafriss vom 13. April 2018 bei Schermbeck-Bricht erbracht werden. Mit einem zweiten genetischen Nachweis im Juni dieses Jahres anhand einer Wolfslosung (Kot) konnte ein Wolf individualisiert werden: Es handelt sich um einen weiblichen Abkömmling mit der Kennung GW954f aus der niedersächsischen Wolfsfamilie bei Schneverdingen. Aufgrund genetischer Ähnlichkeit zum Befund vom 13. April 2018 ist es naheliegend, dass es sich um ein und das selbe Tier handeln kann.

Beim Landesumweltamt (LANUV) können Hinweise auf Wölfe unter Telefon 02361/305-0 gemeldet werden. Außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende in der Nachrichtenbereitschaftszentrale des LANUV unter Telefon 0201-714488.