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26.09.2018
Wasserwirtschaft startet Veranstaltungsreihe zur Gewinnung von Nachwuchskräften

Ministerin Heinen-Esser: "Einen Fachkräftemangel in der Wasserwirtschaft können wir uns nicht leisten"

In den kommenden zehn Jahren werden in der nordrhein-westfälischen Wasserwirtschaft altersbedingt viele erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausscheiden. Gleichzeitig gibt es Engpässe bei Fachkräften in der Ver- und Entsorgungsbranche. "Aber einen Fachkräftemangel in der Wasserwirtschaft können wir uns nicht leisten", sagte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser heute in Wermelskirchen. Dort hat sie eine Veranstaltungsreihe zur Fachkräftesicherung in der Wasserwirtschaft Nordrhein-Westfalens eröffnet. "Grundlegende Leistungen der Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung hängen von qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ab. Sie sorgen täglich dafür, dass die Menschen in Nordrhein-Westfalen rund um die Uhr mit sauberem Trinkwasser versorgt werden und tragen zum Schutz unserer Umwelt bei", sagte die Ministerin. "Daher begrüße ich es sehr, dass heute über Ideen und Möglichkeiten diskutiert wird, wie die Wasserwirtschaft Nachwuchskräfte gewinnen kann."

Die Arbeitgeberkonferenzen werden mit dem vom Umweltministerium beauftragten Kompetenznetzwerk Umweltwirtschaft.NRW als zentralen Ansprechpartner und Netzwerkmanager für Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Forschung, Verbänden und Wirtschaftsförderung im Bereich der Umweltwirtschaft durchgeführt. Zum Auftakt in Wermelskirchen nahmen wasserwirtschaftliche Betriebe, sondergesetzliche Wasserverbände und Stadtverwaltungen aus dem Bergischen Land, der Eifel und dem Rheinland teil. Mit der Agentur für Arbeit, der IHK, den Fachverbänden und Arbeitsmarktexperten werden Strategien diskutiert, um Potenziale der Wasserwirtschaft am Arbeitsmarkt erfolgreicher zu entfalten und gemeinsame Lösungen für eine zukunftssichere Wasserwirtschaft zu entwickeln.

Denn trotz vieler Anreize wie sichere Beschäftigungsverhältnisse, Work-Life-Balance und Tarifverträge kennen viele junge Menschen, die sich Gedanken über ihre berufliche Zukunft machen, diese Branche nicht. "Ich würde mich freuen, wenn es uns gelingt, dass auch Jugendliche verstehen, dass sauberes Trinkwasser nicht selbstverständlich aus dem Wasserhahn kommt und im Abfluss verschwindet", sagte Heinen-Esser. "Wir müssen für die technischen Leistungen und Aufgaben der Wasserwirtschaft werben und dafür sorgen, dass die damit verbundenen Berufsperspektiven und Karrieremöglichkeiten von Jugendlichen bewusst wahrgenommen werden."

In Nordrhein-Westfalen funktioniert die Versorgung mit Wasser und die schnelle und hygienische Ableitung und Aufbereitung des Abwassers in der Regel reibungslos und unbemerkt. Dies liegt an der hohen Leistungsfähigkeit der mehr als 600 Unternehmen der Wasserwirtschaft in Nordrhein-Westfalen und der weitgehend intakten wasserwirtschaftlichen Infrastruktur.

Die kommunale Infrastruktur, die unterirdische Kanalisation sowie die Wasserwerke und Kläranlagen sind für eine generationenübergreifende Nutzungsdauer angelegt. Wie die Straßen müssen auch die wasserwirtschaftlichen Infrastrukturen, wie zum Beispiel Kanäle und Kläranlagen, erhalten und an neue Anforderungen angepasst werden - und das im laufenden Betrieb. Das stellt hohe Anforderungen an die Wasserwirtschaftsunternehmen. Die Unternehmen benötigen dafür Fachkräfte, die dazu ausgebildet und in der Lage sind, Anlagen zu planen, zu bauen, behördlich zu prüfen und rund um die Uhr zu betreiben. Dafür bieten sie über Ausbildungen und entsprechende Studiengänge jungen Menschen attraktive Berufschancen und in jeder Region interessante und sichere Arbeitsplätze an.