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01.07.2019
Vorsicht bei Kontakt mit Eichenprozessionsspinnern - Landesregierung sieht die derzeit massive Ausbreitung der Raupen mit Sorge und ruft zur Achtsamkeit und Vorsorge auf

Mit Sorge sieht die Landesregierung die derzeit massive Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners und ruft die Bevölkerung zur erhöhten Achtsamkeit und Vorsorge auf. "Die Raupen besitzen sogenannte "Brennhaare", die bei Hautkontakt zu Verletzungen und entzündlichen Reizungen führen können. Wenn sie eingeatmet werden, können zudem Atembeschwerden auftreten. Der Kontakt mit den Raupen und den Gespinstnestern, welche die Raupen zum Zwecke der Verpuppung errichten, ist unbedingt zu meiden", erklärt Dr. Edmund Heller, Staatssekretär im Arbeits- und Gesundheitsministerium.

Die Landesregierung steht in Gesprächen mit den Kommunen, die eigenverantwortlich vor Ort über die zur Gefahrenabwehr nötigen und geeigneten Maßnahmen entscheiden und die Hoheit über den Vollzug zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im öffentlichen Raum haben. "Das aktuell trockene und heiße Wetter begünstigt die Ausbreitung der Raupen. Ein Ergebnis eines Fachgespräches mit den relevanten Behörden und Vertretern der Kommunen sind Überlegungen zur kurzfristigen Erarbeitung eines Leitfadens mit konkreten Hilfestellungen für die Kommunen", sagt Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Umwelt- und Landwirtschaftsministerium.

Die Ministerien raten dringend dazu, sich von den Raupen, deren Nestern und Häuten fernzuhalten. Auch sollten, etwa im heimischen Garten, keine Gegenmaßnahmen auf eigene Faust durchgeführt werden. Für das Entfernen der Nester im öffentlichen Raum beauftragen die Kommunen Spezialfirmen. Sofern ein Befall im privaten Garten oder Wald zu beobachten ist, sollten auch hier vom Eigentümer Spezialfirmen beauftragt werden. Ungeachtet dessen sollte das Ordnungsamt der zuständigen Kommune informiert werden, damit die befallenen Stellen von den Kommunen kartiert werden können.

Eine effektive Möglichkeit zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners und der einhergehenden Gefahren seitens der Kommunen bieten das Absaugen mit speziellen Geräten. Daneben besteht auch die Möglichkeit des gezielten Einsatzes von Bioziden. Dieser ist jedoch insbesondere vor Ausbildung der Brennhaare bis zum zweiten Raupenstadium sinnvoll - und dieses Stadium ist für dieses Jahr bereits abgeschlossen. Ein Abflämmen kommt wegen der Brandgefahr sowie der Thermik und des Verwirbelns der Härchen in der Regel nicht in Frage.

Bei Verdacht eines Gifthaarkontakts empfehlen die Gesundheitsbehörden folgende Maßnahmen:

  • Sofortiger Kleiderwechsel und der Versuch, mit einem Klebeband vorhandene Brennhaare von der Haut abzunehmen
  • Duschbad mit Haarwäsche
  • Bei Augenbeteiligung das Spülen mit Wasser
  • Hautreaktionen können lokal symptomatisch mit mittelstark bis stark wirksamen Kortikosteroiden behandelt werden
  • Bei Bindehautentzündung Augentropfen, die auch ein Antiseptikum enthalten
  • Gegen den meist stark ausgeprägten Juckreiz sind orale Antihistaminika hilfreich
  • Bei respiratorischen Symptomen (asthmaartige Beschwerden) ist der Einsatz von geeigneten Medikamenten in Form von Dosier-aerosolen indiziert
  • Schwerere Verläufe können eine systemische Kortikosteroidtherapie notwendig machen
  • Bei ausgeprägten Symptomen ggf. ärztliche Hilfe aufsuchen.