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21.08.2019
Nordrhein-Westfalen legt Ergebnisse zur Erntebilanz 2019 vor

Getreideernte durchschnittlich / Große regionale und einzelbetriebliche Unterschiede auch bei anderen Kulturen / Winterfutter könnte knapp werden

Nordrhein-Westfalen hat heute (21. August) die repräsentativen, auf mehr als 700 Feldern gemessenen Ergebnisse der besonderen Ernteermittlung für Getreide sowie Schätzungen für andere wichtige Feldfrüchte vorgelegt. "Im Vergleich zu den teils massiven Ertragseinbüßen des Vorjahres lassen die bisherigen Ernteergebnisse eine durchschnittliche Getreideernte erwarten. Aufgrund der auch in diesem Jahr teils extremen Witterungsverhältnisse sind jedoch insbesondere beim Grünland Einbußen möglich. Es ist zu hoffen, dass die Witterung es in den kommenden Monaten gut mit der Landwirtschaft meint", sagte Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser.

In diesem Jahr konnte in Nordrhein-Westfalen mit insgesamt 3,84 Millionen Tonnen eine um 8,7 Prozent höhere Gesamtgetreidemenge (ohne Körnermais) als im Jahr 2018 geerntet werden. Die Anbaufläche lag hierbei mit insgesamt 500.100 Hektar drei Prozent über der Anbaufläche des vergangenen Jahres. Im Vergleich zum fünfjährigen Mittel wurde eine um 4,9 Prozent geringere Erntemenge ermittelt und eine um 2,4 Prozent geringere Anbaufläche. Hierbei ist in Folge der extremen Witterungsbedingungen der Vorjahre eine Zunahme der Anbaufläche von Wintergetreide auf Kosten von Anbaufläche von Sommergetreide ersichtlich. Die Qualität des Getreides ist überwiegend zufriedenstellend bis gut. Die Getreidepreise liegen jedoch mit 155 bis 162 Euro pro Tonne bei Brotweizen bzw. 150 bis 170 Euro bei Futterweizen unterhalb der Erwartungen der Erzeuger.

Bei Wintergerste (7,65 Tonnen pro Hektar) und Triticale (7,02 t/ha) lagen die Erträge im Landesschnitt knapp über dem fünfjährigen Mittel. Bei den übrigen Getreidearten konnten Erträge zwischen 4,2 Prozent (Winterweizen, 8,16 t/ha), 6,7 Prozent (Roggen, 6,19 t/ha) und 10,8 Prozent (Hafer, 4,94 t/ha) unter dem fünfjährigen Mittel festgestellt werden. Dabei gibt es jedoch sehr große regionale und einzelbetriebliche Unterschiede. Die Ertragshöhe hing wesentlich von der Bodenqualität und der Niederschlagsverteilung ab. Enorme Unterschiede konnten bereits innerhalb einzelner Schläge festgestellt werden.

Wesentlich schwieriger als bei Getreide stellt sich momentan die Situation in Nordrhein-Westfalen bei anderen Kulturen wie Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln sowie auf dem Grünland dar. Auch hier sind die Unterschiede in Abhängigkeit von den örtlichen Niederschlagsmengen und bei Kartoffeln zusätzlich von den Beregnungsmöglichkeiten enorm. Welche Erntemengen hier zu erzielen sind, wird auch von den Niederschlägen in den nächsten Wochen abhängen. 

Auf den Grünlandflächen konnte aufgrund der niederschlagsreichen Wintermonate ein sehr guter erster und größtenteils ein zufriedenstellender zweiter Schnitt geerntet werden. Danach führte die Trockenheit jedoch zu einem weitgehenden Wachstumsstillstand, so dass kaum noch Wiederaustrieb und Zuwachs erfolgen konnte. Punktuelle Gewitterschauer ließen in einigen Gebieten eine Regeneration des Grünlandes und gewisse Wachstumsraten zu, dennoch könnte es für viele Betriebe zu einer knappen Versorgung mit Winterfutter kommen.