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21.01.2021
Nordrhein-Westfalen wird klimarobust: Land und EU fördern Klimaanpassung in Landkreisen mit 2,9 Millionen Euro

Sieben Landkreise und eine niederländische Region entwickeln im EU-LIFE-Projekt "Evolving Regions" Maßnahmen zur Klimaanpassung / Umweltministerin Heinen-Esser: Landkreise sind wertvolle Impulsgeber für die Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen in ihren Kommunen

Mit 2,9 Millionen Euro fördern das Land Nordrhein-Westfalen und die EU-Kommission gemeinsam ein neues EU-LIFE-Projekt zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels auf der regionalen Ebene im ländlichen Raum. Der Titel des Projekts lautet "Evolving Regions - NRW wird klimarobust". Umweltministerin Ursula Heinen-Esser: "Zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels sind ein regionaler Ansatz und individuell geeignete Maßnahmen entscheidend. Landkreise haben eine Schlüsselfunktion für die Klimaanpassung und können Vorbild und Ideengeber für ihre Kommunen sein. Sie sind daher wertvolle Impulsgeber für die Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen in ihren Kommunen. Besonders freut uns dabei die Zusammenarbeit mit der niederländischen Region West-Overijssel/Ijssel Vechtdelta. Die Region hat traditionell viel Erfahrung beim Hochwasserschutz." 

  • Zu den acht beteiligten Regionen gehören die Kreise Coesfeld, Lippe, Minden-Lübbecke, Siegen-Wittgenstein, Soest, Steinfurt, Wesel sowie die Region West-Overijssel/Ijssel Vechtdelta (NL). Gemeinsam mit ihren Gemeinden stellen sie sich auf die komplexen Herausforderungen des Klimawandels ein. In diesen Regionen entwickeln unterschiedliche Akteure auf der Basis von regionalen Klimakarten und Analysen gemeinsam Anpassungsmaßnahmen an die Folgen des Klimawandels. Das aktuelle LIFE-Projekt bildet dafür den notwendigen Rahmen. Dabei werden die Regionen von folgenden Projektpartnern begleitet: TU Dortmund, Deutsches Institut für Urbanistik, Universiteit Twente, ZDF Digital, Prognos AG, BEW - Das Bildungszentrum für Ver- und Entsorgungswirtschaft.

Die Kreise Soest, Steinfurt und Wesel befinden sich bereits in der Hauptphase des Projekts, in der ein integriertes Planungsdokument entwickelt und Workshops zu klimarelevanten Themenfeldern durchgeführt werden. Während der Kreis Soest die Themen bebauter Raum (Stadtplanung), unbebauter Raum (Land- und Forstwirtschaft) und Tourismus bearbeitet, konzentriert sich der Kreis Steinfurt auf die Stadtplanung, die Landwirtschaft und die Wasserwirtschaft, sowie der Kreis Wesel auf die Themenfelder Infrastruktur, Landwirtschaft und Gesunde Lebensverhältnisse. Die niederländische Region blickt auf eine lange Geschichte des Hochwasserschutzes zurück und hat viele Erfahrungen gesammelt. Sie ist Partnerregion in Evolving Regions, damit wechselseitig Praktiken und Prozesselemente integriert werden und alle Regionen voneinander lernen können.

Zudem wurden in fünf Workshops Beraterinnen und Berater ausgebildet, um Kommunen bei Klimaanpassungsprozessen zu unterstützen.

Hintergrund:
Das Projekt Evolving Regions (sich entwickelnde Regionen) wurde Anfang Januar 2020 gestartet. Die Laufzeit beträgt insgesamt drei Jahre. Das Gesamtbudget des Projektes beträgt 2,9 Millionen Euro. Zu 55 Prozent wird das Projekt von der EU-Kommission aus dem EU-Umweltförderprogramm LIFE finanziert. Die nordrhein-westfälischen Landesregierung trägt mit 1,34 Millionen Euro die verbleibenden 45 Prozent.

Nach einem Jahr Laufzeit informiert sich nun der Projektbeirat über den Fortschritt von Evolving Regions und zieht eine Zwischenbilanz. Der Beirat setzt sich zusammen u. a. aus Vertretern der European Environment Agency (EEA), dem Umweltbundesamt (UBA), dem Deutschen Wetterdienst (DWD) und dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV). Der Projektbeirat sorgt auch für die Kommunikation der Ergebnisse nach außen und für entsprechenden Austausch mit den Medien. Ziel ist es, mit dem Modellprojekt Evolving Regions die Kompetenzen für Klimaanpassung in den Regionen Nordrhein-Westfalens zu stärken.