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24.06.2022
Sonderpreis "Umwelt" 2022 an junge Forscherinnen und Forscher verliehen

Schülerinnen und Schüler wurden für ihre herausragenden Forscherleistungen im Umwelt- und Naturschutz ausgezeichnet.

Das Umweltministerium Nordrhein-Westfalen hat in diesem Jahr Schülerinnen und Schüler aus Ibbenbüren, Dormagen, Halle (Westfalen), Köln sowie an der Deutschen Schule in Asunción/ Paraguay für ihren Entdeckungsdrang und ihre hervorragenden Forscherleistungen im Umwelt- und Naturschutz ausgezeichnet.  Mit dem Sonderpreis "Umwelt", der in 2022 zum 39. Mal vergeben wurde, würdigt das Umweltministerium herausragende Arbeiten im Rahmen der Landeswettbewerbe "Jugend forscht" (15-21 Jahre) und "Schüler experimentieren" (4. Klasse bis 14 Jahre).

Die diesjährige Preisverleihung nahm der zuständige Abteilungsleiter im Umweltministerium, Viktor Haase, im Rahmen einer Feierstunde in der Natur- und Umweltschutz-Akademie Nordrhein-Westfalen in Recklinghausen vor. Er lobte das vielseitige Forschungsinteresse der jungen Preisträgerinnen und Preisträger, die mit ausgeprägtem Forschergeist und viel Kreativität wichtigen Fragestellungen nachgegangen seien, die für eine nachhaltige Entwicklung und für die Zukunft unseres Planeten von großer Bedeutung sind.  

Die Preisträgerinnen und Preisträger befassten sich mit Fragestellungen des Artenschutzes, einer umweltfreundlichen und schadstofffreien Produktion, eines geringeren Ressourcenverbrauchs bis hin zu den Auswirkungen des Klimawandels. Der erste Preis im Rahmen des Wettbewerbes "Jugend forscht" ging an Jule Hannah Tappe von der Ravensberger Erfinderwerkstatt in Halle (Westfalen), die mit ihrem Forschungsprojekt "Carotinoide - Eine Alternative mit Zukunft? Färbung von Baumwolle mit Carotin" untersuchte, wie sich Carotinoide als alternative, natürliche Färbemittel für Baumwollgewebe nutzen lassen. Den ersten Preis in der Kategorie "Schüler experimentieren" erhielt die 11-jährige Tina Steingröver vom Städtischen Goethe-Gymnasium-Europaschule in Ibbenbüren für ihre Versuche zu einem Drainage-Kanalsystem, das sie für die Fortpflanzung von bedrohten Bergmolchen entwickelte. 

Im Rahmen der Feierstunde betonte Haase, dass das Thema Nachhaltigkeit Kinder und Jugendliche immer mehr bewegt und dass es bedeutend sei, die naturwissenschaftlich-technische Bildung mit den Ansätzen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung zu verknüpfen. Jungen Menschen die Erfahrung zu ermöglichen, selbst an der Gestaltung ihrer Zukunft sinnvoll und erfolgreich mitzuwirken, ist der Landesregierung ein besonderes Anliegen. Mit der Auslobung des Sonderpreises Umwelt will das Umweltministerium das Potential der jungen Leute auf motivierende Weise heben und gezielt fördern. 

Folgende Schülerinnen und Schüler wurden ausgezeichnet:

"Jugend forscht" (15 bis 21 Jahre)

1. Preis (350 Euro)

Jule Hannah Tappe aus der Ravensberger Erfinderwerkstatt in Halle (Westfalen)  hat mit großem Fleiß untersucht, wie sich Carotinoide als alternative, natürliche Färbemittel für Baumwollgewebe nutzen lassen. Dabei hat sie sich an etablierten Färbetechniken orientiert, die sie mit eigenen Formulierungen auf Basis von Naturstoffen nachgestellt hat. Zur Bewertung von Färbeergebnis und Waschechtheit hat sie verschiedene Methoden entwickelt und optimiert. 

 

2. Preis (250 Euro)

Anna Lieder und Stefan Lavrov vom Apostelgymnasium in Köln haben sich in ihrem Projekt mit der zunehmenden Süßwasser- und Flächenknappheit beschäftigt und ein schwimmendes Gewächshaus gebaut, auf dem sie mittels einer Entsalzungsanlage marines Salzwasser in Süßwasser umwandeln. Mit dem umgewandelten Wasser bewässern sie Pflanzen, die ohne Erde in einer Hydroponik wachsen. Für die Stromversorgung nutzen sie Solarenergie. Mithilfe dieses autarken Gewächshauses, welches an den Küsten wärmerer Gebiete schwimmen soll, sollen Nahrungsmittel produziert werden, ohne wertvolle Süßwasserressourcen zu belasten.

 

3. Preis (125 Euro)

Fátima Gómez, die in Asunción/Paraguay das Colegio Goethe (deutsche Schule) besucht, hat in ihrem Projekt die Auswirkungen von Reinigungsmitteln auf das Wachstum von Bohnenkeimlingen untersucht. Sie hat unterschiedliche Aspekte systematisch dokumentiert, wie beispielsweise das Stängel- und Blattlängenwachstum sowie das Erscheinungsbild der Pflanzen. Damit konnte sie den negativen Einfluss von Reinigungsmitteln auf das Pflanzenwachstum zeigen und gleichzeitig dazu beitragen, die maßvolle Verwendung und Herstellung umweltfreundlicher Reinigungsmittel zu fördern.

"Schüler experimentieren" (4. Klasse bis 14 Jahre):

1. Preis (200 Euro)

Die sehr trockenen Sommer der vergangenen Jahre haben viele Laichgewässer von Amphibien austrocknen lassen. Ausgehend von Beobachtungen, dass Feuersalamander in Kellersümpfen von alten Fachwerkhäusern, Grasfrösche in Haus- und Wiesendrainagen und Feuersalamander und Bergmolche in einem kleinen Kalktümpel fortpflanzungsfähig sind, hat Tina Steingröver, die das Städtische Goethe-Gymnasium in Ibbenbüren besucht, im hofeigenen Waldstück ihre Forscherarbeit im Rahmen von Schüler-experimentieren konzipiert. Sie hat Quellwasser durch ein unterirdisches Drainagesystem in einen kleinen Wasserspeicher geführt, diesen mit Bergmolchpärchen besetzt und die Entwicklung vom Frühjahr bis in den Herbst beobachtet und protokolliert. Sie konnte nachweisen, dass sich Bergmolche in ihrem künstlich angelegten Biotop erfolgreich fortpflanzen können. Sie hat im Anschluss an ihre Arbeit weitere Bauern in ihrer Nachbarschaft von solchen Anlagen überzeugt.

2. Preis (150 Euro)

Sarah Jäger, Max Iselborn und Max Hoffmann vom Norbert-Gymnasium Knechtsteden in Dormagen haben das schwere Unwetter im Westen von NRW in 2021 zum Anlass für ihre Forscherarbeit genommen. Sie haben untersucht, wie Wasser infolge von Starkregen in Häuser eindringt und was für Gefahren für die Bewohnerinnen und Bewohner davon ausgehen kann. Auf der Grundlage einer Befragung simulierten die drei Forschenden Überschwemmungen mit Hilfe von selbst zusammengebauten Modellhäusern. Dann bauten sie für die Modellhäuser Sickerkästen und untersuchten unterschiedliche Konstruktionen und Bodentypen, um das Volllaufen der Keller zu verhindern. Im Ergebnis verfassten sie ein Handout, das sie veröffentlichen wollen, damit sich die Menschen besser vor Wasser im Haus schützen können. 

3. Preis (125 Euro)

Paula Witteborg und Hugo Werner Depenbrock aus einer vierten Klasse der Grundschule Gartnisch in Halle (Westfalen) haben Mehlkleister auf seine Klebekraft hin untersucht. Sie testeten verschiedene Rezepte, die sie im Internet gefunden haben, und fertigten Klebeproben aus Pappe. Am Ende bastelte die ganze Klasse mit dem im Projekt am besten abgeschnittenen Mehlkleister das Klassen-Maskottchen nach. Die Schülerin und der Schüler sehen eine gute Einsatzmöglichkeit ihres Mehlkleisters insbesondere beim Basteln mit noch sehr kleinen Kindern, da der selbst angerührte Mehlkleister absolut schadstofffrei ist und sogar gefahrlos probiert werden kann.  

Zum Sonderpreis "Umwelt" des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen:

Der Preis wurde zum 39. Mal vom NRW-Umweltministerium ausgelobt; er erkennt die Leistung junger Talente an, die sich mit dem verantwortungsvollen Umgang natürlicher Ressourcen für eine nachhaltige Gestaltung der Zukunft beschäftigen. Er wird jedes Jahr im Rahmen der Landeswettbewerbe "Jugend forscht" (Jugendliche zwischen 15 und 21 Jahren) und "Schüler experimentieren" (ab der vierten Klasse bis zum Alter von 14 Jahren) für Projekte vergeben, die mit herausragenden Arbeiten im Umwelt- und Naturschutz überzeugen konnten. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden mit Geldpreisen zwischen 125 Euro und 350 Euro honoriert.