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02.12.2022
Luftwärmepumpen: Gute Planung im Vorfeld hilft, Lärmkonflikte mit der Nachbarschaft zu vermeiden

Kommunen, Handwerk und Herstellende im Austausch über Handlungsmöglichkeiten

Wärmepumpen sorgen als Alternative zu Gas- und Ölheizungen für eine verlässliche und bezahlbare Wärmeversorgung und sind besonders klimafreundlich. Die Technik ist stark nachgefragt und wird zunehmend häufiger verbaut. Ziel der Bundesregierung ist, ab dem Jahr 2024 jährlich 500.000 Wärmepumpen neu zu installieren. Auch Nordrhein-Westfalen will den Einbau von Wärmepumpen erleichtern.

Luftwärmepumpen können allerdings bei ungünstiger Aufstellung, falscher Gerätewahl oder mangelnder Wartung deutliche Lärmbelästigungen in der Nachbarschaft hervorrufen, auch wenn die rechtlichen Vorgaben formal eingehalten werden. Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Handwerk und Herstellenden haben sich im Umweltministerium ausgetauscht, wie Lärmkonflikte bereits im Vorfeld vermieden und vorhandene Lärmkonflikte vermindert werden können. Alle waren sich einig, dass für die Akzeptanz der Technologie die Lärmthematik von Anfang an mit bedacht werden muss.

Aus den kommunalen Immissionsschutzbehörden wurden Beispielen berichtet, wie zu hohe Lärmpegel bei der Nachbarschaft durch technische Maßnahmen am Gerät oder passiven Schallschutz rund um die Aggregate reduziert werden konnten. Das Handwerk und die Herstellenden, vertreten durch den Fachverband Sanitär, Heizung, Klima NRW, den Westdeutschen Handwerkskammertag, die Handwerkskammer Düsseldorf und den Bundesverband Wärmepumpen e.V., haben betont, dass Rechtssicherheit für Betriebe wie auch für Kundinnen und Kunden wichtig ist. Ein weiterer Ansatzpunkt besteht in der gezielten Förderung besonders leiser Geräte.

Betreiberinnen und Betreiber von Luftwärmepumpen sollten auf folgende Punkte achten:

  • Entscheiden Sie sich für leise Geräte und sprechen Sie mit Ihrem Fachbetrieb über den aus Lärmschutzsicht günstigsten Aufstellungsort für die Luftwärmepumpe.
  • Lassen Sie ihr Gerät in den vorgegebenen Intervallen von einem Fachbetrieb warten.
  • Sollte es dennoch zu Lärmkonflikten mit der Nachbarschaft kommen, ist es wichtig, mit den Betroffenen im Gespräch zu bleiben und zur Hilfestellung und Klärung der Problematik ihre kommunale Umweltschutzbehörde zu beteiligen.

Hintergrund

Das Ministerium für Umwelt, Natur und Verkehr Nordrhein-Westfalen greift in seiner Dialogreihe „Zielkonflikte in innerstädtischen Quartieren aus Sicht des Immissionsschutzes“ aktuelle Themen zu Konflikten auf, die sich durch die Nachverdichtung von Siedlungsbereichen oder technische Änderungen ergeben. Zuletzt wurden „Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Gewerbelärm bei heranrückender Wohnbebauung“ erarbeitet und das Thema der angemessenen (Sicherheits-) Abstände zwischen Störfallbetriebsbereichen und schutzbedürftigen Nutzungen betrachtet.

Das Thema der Luftwärmepumpen wurde insbesondere von den Kommunen als aktuell relevant benannt. Die Dialogreihe wird durchgeführt in Kooperation mit dem Städtetag NRW.