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18.06.2021 | 13:00 Uhr | digital via Zoom

Veranstalter: Verbraucherzentrale NRW in Kooperation mit dem Institut für Verbraucherinformatik der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Start der Veranstaltungsreihe „Zu treuen Händen? Verbraucherdatenschutz und digitale Selbstbestimmung“

Datentreuhandmodelle sind eine wichtige Lösungsoption zum Ausgleich zwischen Datenschutz- und Datenverwertungsinteressen. Sie könnten zu einem wesentlichen Baustein in der Datenökonomie werden. Es existieren aber so vielfältige Datentreuhandmodelle, dass sich bislang weder eine einheitliche Definition noch spezifische Treuhandtypen herausbilden konnten. Gerade eine solche Ausbildung von Datentreuhandtypen, ihren Grundfunktionen und den daraus resultierenden Risiken für die Rechte und Interessen von Beteiligten sind aber unerlässlich, um passgenau zu regulieren.

Der Entwurf eines Data Governance Acts (DGA) schlägt vor, Anmeldeerfordernisse, Neutralitätspflichten und Aufsichtsstrukturen für eine Vielzahl von Datentreuhandmodellen vorzusehen. Das Problem datenschutzrechtlicher Grauzonen als ganz erheblichem Hemmnis für ein freiwilliges Datenteilen wird nicht adressiert. Weshalb Datentreuhändern zusätzliche strengere Anforderungen als sie im geltenden Recht v. a. mit dem Datenschutz- und dem IT-Sicherheitsrecht ohnehin bestehen, auferlegt werden sollten, ist jedenfalls dann nicht nachvollziehbar, wenn man Anreize für die Entwicklung von Datentreuhandmodellen setzen möchte. Zusätzlichen regulatorischen Vorgaben für Datentreuhandmodelle ist daher ein ermöglichender Rechtsrahmen vorzuziehen, der sich an anreizbasierten Zertifizierungslösungen orientiert. Der Beitrag systematisiert mögliche Datentreuhandmodelle und stellt alternative anreizbasierte Regulierungsmodelle vor.

Ziel der vom Verbraucherschutzministerium NRW geförderten Vortragsreihe „Zu treuen Händen“ ist es, wissenschaftliche Expertise zum Thema Datenintermediäre zu erlangen, zu bündeln und unter Beteiligung von verbraucherpolitischen Akteuren sowie einer interessierten Öffentlichkeit zu diskutieren. Angesichts des fortschreitenden Tempos der europäischen und nationalen Regulierung in diesem Bereich und der aktuellen Unklarheit über Ausgestaltung, Rolle und Zielsetzung ist eine wissenschaftliche Beratung in diesem Bereich unerlässlich. Interessierte Wissenschaftler*innen können bis zum 17. Januar 2022 ihre Beiträge einreichen.

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