Fischotter
Der Fischotter galt in Nordrhein-Westfalen über 50 Jahre als ausgestorben, konnte jedoch wieder ins Münsterland zurückkehren, nachdem er aus Niedersachsen, den Niederlanden und Ostdeutschland eingewandert war. Heute erstreckt sich sein Vorkommen über das Westmünsterland hinaus, mit Nachweisen in den Kreisen Borken, Coesfeld und Recklinghausen.
Hauptverbreitungsgebiet:
- primär Münsterland
Bestand:
- streng geschützt
Fischotter Geschichte eines Rückkehrers
Der Fischotter ist ein geschickter Jäger, der sowohl an Land als auch im Wasser sehr beweglich ist. Mit seinem schlanken Körper, den wasserdichten Fell und den kräftigen Schwimmhäuten an den Füßen ist er perfekt ans Wasser angepasst. Fischotter ernähren sich vor allem von kleinen Fischen, Krebsen, seltener auch von Amphibien, Jungvögeln und kleinen Säugetieren.
Sie haben keine feste Paarungszeit, sodass Jungtiere das ganze Jahr über geboren werden können. Beide Geschlechter werden mit etwa 24 Monaten geschlechtsreif. Zu den größten Gefahren für den Fischotter in NRW zählen der Straßenverkehr, insbesondere in gebirgigen Gebieten, sowie Konflikte mit der Teichwirtschaft. Ein positiver Hinweis auf die Fortpflanzung in Nordrhein-Westfalen gelang im März 2024 im nördlichen Kreis Borken am Fluss Dinkel, als ein Weibchen mit Jungtier fotografiert werden konnte. Diese Beobachtungen deuten auf eine erfreuliche Entwicklung der noch begrenzten Fischotterpopulation in NRW hin, auch wenn genaue Bestandszahlen derzeit noch schwer zu ermitteln sind.
Artenhilfsprogramm Deutschland wieder Otterland
In Nordrhein-Westfalen ist der Fischotter (Lutra lutra) streng geschützt und unterliegt seit 2015 nicht mehr dem Jagdrecht. Um seinen Bestand langfristig zu sichern und seine Ausbreitung zu fördern, beteiligt sich NRW am Projekt "Deutschland wieder Otterland" (Bundesprogramm Biologische Vielfalt). Dieses Vorhaben zielt darauf ab, die Vernetzung von Gewässerlandschaften zu verbessern und geeignete Lebensräume für den Fischotter zu schaffen. Konkret werden dabei bundesweit in neun Modellregionen Maßnahmen zur Renaturierung von Gewässern umgesetzt und Gefahrenstellen, wie beispielsweise Straßenüberquerungen, identifiziert und entschärft. Durch diese Maßnahmen soll der Erhaltungszustand des Fischotters in NRW nachhaltig verbessert werden.
Unter anderem die Biologische Station Ravensberg im Kreis Herford e.V. unterstützt das Projekt und engagiert sich durch durch Monitoring, Gefährdungsanalysen und die Planung gezielter Schutzmaßnahmen. Aktive Monitoringmaßnahmen führen die Biologischen Stationen Zwillbrock und Recklinghausen, sowie das Naturschutzzentrum in Coesfeld durch.
Darüber hinaus streben die Biologischen Stationen in NRW eine stärkere Vernetzung an, um den Fischotter noch effektiver zu fördern.