wir. bewegen. nrw Umwelt. Naturschutz. Verkehr - Zur Startseite
Geburtshelferkröte

Geburtshelferkröte

Sie ist vor allem durch ihr besonderes Brutpflegeverhalten bekannt: Die Männchen der Geburtshelferkröte tragen die Laichschnüre bis zum Ende der Embryonalphase um die Hinterbeine gewickelt mit sich. In NRW kommt die stark gefährdete Art nur noch in wenigen, meist isolierten Gebieten vor. Um das zu ändern, setzen sich in NRW viele verschiedene Akteure für ihren Erhalt ein. 

Hauptverbreitungsgebiet:

  • primär Mittelgebirgsregionen 

Bestand:

  • stark gefährdet

Geburtshelferkröte Kleine Amphibie mit besonderer Brutpflege

Mit einer Größe von bis zu 5,5 Zentimetern ist die Geburtshelferkröte eine relativ kleine Art. Sie ist vor allem durch ihr besonderes Brutpflegeverhalten bekannt: Die Männchen tragen die Laichschnüre bis zum Ende der Embryonalphase um die Hinterbeine gewickelt mit sich. Dabei können sie bis zu drei Laichschnüre von verschiedenen Weibchen innerhalb weniger Tage aufnehmen und mit sich tragen. Die Schlupfzeit beginnt Mitte Mai und kann bis in den Spätsommer reichen. Bei der Wahl der Larvalgewässer ist sie wenig anspruchsvoll. Sie nutzt eine breite Palette sonniger bis halbschattige Gewässer unterschiedlicher Größen. 

Geeignete Landlebensräume sind offen, sonnenexponiert und wenig bewachsen mit grabbarem Boden und zahlreichen Versteckmöglichkeiten (z.B. Steinhaufen).  Als Nahrung dienen z.B. kleinere Insekten oder Spinnen.  Ihre ursprünglichen Lebensräume – unverbaute, sonnige Uferbereiche in Mittelgebirgslagen – sind heute weitgehend verschwunden. Heute besiedelt sie vor allem sekundäre Lebensräume wie Steinbrüche, Kies- und Sandgruben oder Industriebrachen, die ihren natürlichen Habitaten am ehesten ähneln. 

Vorkommen gibt es primär in den Mittelgebirgsregionen an den Grenzen zu Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz.

Geburtshelferkröte

Artenhilfsprogramm Monitoring, Maßnahmenplanung, Gewässeranlage

 In NRW setzen sich viele verschiedene Akteure für den Erhalt der Geburtshelferkröte ein. Das LIFE-Projekt ,,BOVAR‘‘ verfolgt das Ziel, die Lebensraumbedingungen u.a. für die Geburtshelferkröte in den Regionen Aachen, Limburg (NL), Westfalen und Niedersachsen zu verbessern. Um den Verlust geeigneter Laichgewässer und Landlebensräume in diesen Gebieten auszugleichen, werden im Rahmen des Projekts neue Gewässer angelegt und damit die Voraussetzung für eine langfristige Stabilisierung der Populationen geschaffen. Das Projekt ist bereits im Jahr 2018 gestartet und hat eine Laufzeit von acht Jahren. Projektträger ist der NABU Niedersachsen, Partner aus NRW sind die NABU-Naturschutzstation Aachen, die ABU Soest und das Ministerium. 

Das Projekt ,,LIFE-Amphibienverbund‘‘ startete im Jahr 2017 und ist auf eine Laufzeit von neun Jahren ausgelegt. Ziel des Vorhabens ist es, den Erhaltungszustand der in NRW und deutschlandweit gefährdeten Amphibienarten Geburtshelferkröte (Alytes obstertricans), Gelbbauchunke (Bombina variegata) und Kreuzkröte (Bufo calamita) durch verschiedene Schutzmaßnahmen nachhaltig zu verbessern. Durchgeführt wird das Projekt von der Biologischen Station StädteRegion Aachen e.V. in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde der StädteRegion Aachen. Die Finanzierung erfolgt durch das Land NRW und die Europäische Kommission.

Auch weitere Biologische Stationen engagieren sich für den Schutz der Geburtshelferkröte. Durch Aktivitäten wie Monitoring, Maßnahmenplanung sowie Anlage weiterer Gewässer tragen sie in Kooperation mit Landesverbänden, unteren Naturschutzbehörden und weiteren Partnern zur Förderung der Art bei. Zudem findet in der sog. ,,Amphibienarche‘‘ der Landschaftsstation im Kreis Höxter e.V. eine gezielte Zucht u.a. der Geburtshelferkröte statt.