Hirschkäfer
Der Lebenszyklus des Hirschkäfers ist eine bemerkenswerte Verwandlung von der Larve zum Käfer mit einer langen Larvenzeit und einer kurzen, aber intensiven Lebensphase als erwachsener Käfer. Nach Ablage der Eier schlüpfen die Larven innerhalb von 2 bis 4 Wochen. Diese ernähren sich über mehrere Jahre hinweg von vermoderndem Holz. Erst nach einer Entwicklungszeit von 2 bis 7 Jahren verpuppen sie sich und werden innerhalb von 60 Tagen zum fertigen Käfer.
Hauptverbreitungsgebiet:
- in NRW weit verstreut
Bestand:
- bundesweit stark gefährdet
Stark gefährdet der größte und imposantester Käfer Europas
Die männlichen Hirschkäfer erreichen eine Größe von 3,5 bis 8 Zentimetern, wobei etwa ein Viertel ihrer Körperlänge auf den auffälligen, geweihähnlichen Oberkiefer entfällt. Ihre Lebensspanne als Käfer beträgt lediglich 6 bis 8 Wochen. Die Weibchen sind etwas kleiner und leben als erwachsene Tiere etwas länger, etwa 8 bis 12 Wochen. In dieser kurzen Zeit ernähren sie sich von Baum- und Fruchtsäften.
Mit etwas Glück lassen sich Hirschkäfer in den Abendstunden zwischen Mitte Mai und Mitte Juli am Rande alter, wärmebegünstigt stehender Eichenbestände beobachten.
Artenhilfsprogramm Lebensraumerhalt & Fundmeldungen
Hirschkäfer, die größten und imposantesten Käfer Europas, sind stark gefährdet. In NRW kommt er weit verstreut und nur an wenigen Schwerpunkten vor, meist dort wo u.a. alte Eichenbestände und viel Totholz vorhanden sind. Wichtig ist zudem eine wärmebegünstigte Lage. Zur Erfassung und zum Schutz wurden in NRW Meldemöglichkeiten eingerichtet, da nur durch genaue Fundmeldungen seine Verbreitung dokumentiert und gezielte Schutzmaßnahmen entwickelt werden können.
Maßnahmen zum Schutz des Hirschkäfers zielen vor allem darauf ab, seinen stark gefährdeten Lebensraum zu erhalten und zu fördern. Von besonderer Bedeutung ist es, alte Eichenbestände sowie anderer Baumarten mit hohem Totholzanteil zu erhalten, da die Larven des Hirschkäfers über mehrere Jahre im morschen Holz heranreifen. Auch das Belassen von alten Baumstubben sowie die Förderung lichter, strukturreicher Wälder durch gezielte Pflegearbeiten verschiedener Akteure kommen dem Hirschkäfer zu Gute. Ergänzend sammeln u.a. die Biologische Station im Rhein-Kreis Neuss e.V. oder die Biologische Station Kreis Wesel und Krefeld e.V. Fundmeldungen, um seine Verbreitung besser zu dokumentieren.