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Kammmolch

Der Kammmolch ist mit bis zu 18 cm Länge die größte und seltenste einheimische Molchart; sie gilt als „gefährdet“. Der Kammmolch besiedelt vornehmlich fischfreie Teiche in Flussauen, die viel Vegetation bieten. Da ein Großteil des Weltbestandes in Mitteleuropa bzw. Deutschland vorkommt, hat Deutschland eine besondere Verantwortung für seine Erhaltung.

Verbreitung:

  • nordrhein-westfälisches Tiefland, verstreutes Vorkommen im Bergland

Bestand:

  • in NRW gefährdet; in der EU streng geschützt

Nordrhein-Westfalens größte und seltenste Molchart

Der Kammmolch ist eine typische Offenlandart, die traditionell in den Niederungslandschaften von Fluss- und Bachauen an offenen Augewässern (z.B. an Altarmen) vorkommt. In Mittelgebirgslagen besiedelt er außerdem große, feuchtwarme Waldbereiche mit vegetationsreichen Stillgewässern. Die meisten Laichgewässer weisen eine ausgeprägte Ufer- und Unterwasservegetation auf, sind nur gering beschattet und in der Regel fischfrei. Als Landlebensräume nutzt der Kammmolch feuchte Laub- und Mischwälder, Gebüsche, Hecken und Gärten in der Nähe der Laichgewässer. Der Verbreitungsschwerpunkt in Nordrhein-Westfalen liegt im Tiefland (Kölner Bucht, Niederrhein, Münsterland), im Bergland fehlt die Art in Lagen über 400 m. Hauptgefährdungsursache ist der Verlust von Fortpflanzungsgewässern. 

Artenhilfsprogramm Anlage von Fortpflanzungsgewässern

Um den Kammmolch zu schützen, werden Fortpflanzungsgewässer angelegt, trockengelegte Feuchtgebiete wiedervenässt und naturnahe Bach- und Flussauen wiederhergestellt. Mehrere Biologische Stationen und Ortsgruppen der Naturschutzverbände BUND und NABU sowie weitere kleinere Verbände engagieren sich für die Wiederansiedlung und den Schutz des Kammmolchs. Beispiele sind die Biologische Station Urdenbacher Kämpe e.V., die zusammen mit der Stadt Düsseldorf und weiteren Unterstützern die Flussdynamik einer Altrheinlandschaft u.a. für Vorkommen des Kammmolchs wiederherstellten oder die Biologische Station Gütersloh/Bielefeld e.V. die Fortpflanzungsgewässer optimierten und Kammmolche nachweisen konnten. Einen Überblick über Schutzmaßnahmen gibt es beim LANUK.