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Kreuzotter

Kreuzotter

Die Kreuzotter gilt als „Klimawandel-Verlierer“. Sie ist eine kälteangepasste Art, die in den Alpen auf über 2.000 Meter steigt und deren Verbreitung bis in den kalten Norden Skandinaviens reicht. Da sie bei uns wegen der zunehmenden Verinselung geeigneter Lebensräume nicht ohne Weiteres in kühlere, nördliche Regionen ausweichen kann, drohen bei weiterer Erwärmung lokale Populationen zu erlöschen. In NRW setzen sich deshalb verschiedene Akteure für den Schutz der Kreuzotter ein.

Hauptverbreitungsgebiet:

  • primär im Tiefland

Bestand:

  • vom Aussterben bedroht 

Kreuzotter „Klimawandel-Verlierer“ braucht unsere Hilfe

In NRW ist die Kreuzotter die am stärksten gefährdete Reptilienart und vom Aussterben bedroht. Die Verbreitung ist auf das Tiefland beschränkt, wie das nördliche Münsterland oder das Niederrheinische Tiefland. Typischerweise bewohnt sie Wald-Heide-Moor-Komplexe. Die Kreuzotter lässt sich gut an dem charakteristischen, geschlossenen Zickzackband auf ihrem Rücken erkennen. Männliche Tiere besitzen meist eine graue Grundfärbung mit einem deutlich schwarzen Zickzackmuster, während Weibchen eine eher bräunliche Grundfarbe und ein dunkelbraunes, weniger kontrastreiches Band aufweisen. In der freien Wildbahn kann die Kreuzotter über 20 Jahre alt werden. Sie ist tagaktiv und ernährt sich zum Beispiel von kleinen Säugetieren (Großteil Mäuse) oder Amphibien. Kreuzottern sind giftig, aber auch sehr scheu. Mit geschlossenen, hohen Schuhen ist man vor Bissen ausgewachsener Kreuzottern bestens geschützt. 

Kreuzotter

Artenhilfsprogramm Vernetzung geeigneter Lebensräume

Die Kreuzotter gilt als Indikator für naturnahe, lichtreiche und feuchte Lebensräume wie Moore, Heiden und Waldränder. Zu den wichtigsten Schutzmaßnahen gehören die Erfassung der Vorkommen, die Vernetzung geeigneter Lebensräume sowie die Renaturierung und Pflege von Moor- und Heideflächen. 

Im Naturschutzgebiet Venner Moor (Kreis Coesfeld) werden beispielsweise Maßnahmen zur Wiedervernässung und zur Ufergestaltung des Dortmund-Ems-Kanals umgesetzt, die auch bzw. speziell der Kreuzotter zugutekommen. Die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet (BSWR) begleitet in Kooperation mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) seit 2018 Freistellungsmaßnahmen, um Lebensräume für die Schlangen offen zu halten. So wurde etwa im Jahr 2022 im Raum Kirchheller Heide (Stadt Bottrop) ein mittlerweile trockenes und zugewachsenes Moor freigestellt, um u.a. den dortigen Restbestand der Kreuzotter zu sichern. Bereits im ersten Jahr zeigten sich dort positive Auswirkungen auf die Kreuzotterpopulation. Die größten Gefahren für die Kreuzotter sind der Verlust und die Zerschneidung ihrer Lebensräume u.a. durch Moor- und Heideabbau sowie Nutzungsänderungen. Auch fehlen häufig Verbindungen zwischen den verbliebenen Populationen. Der Schutz dieser Art erfordert daher die langfristige Sicherung, Pflege und Wiederherstellung offener, vernetzter Moor- und Heidelandschaften. Dies stärkt nicht nur den Bestand der Kreuzotter, sondern auch die Vielfalt des gesamten Ökosystems.

Weitere Informationen zum Schutz der Kreuzotter

Biologische Station Westliches Ruhrgebiet: Schlangen

Herpetofauna von Nordrhein-Westfalen

Einen Gesamtüberblick über Situation und Schutzmaßnahmen auch in anderen Bundesländern gibt die Ergebniszusammenfassung einer Fachtagung zur Kreuzotter aus 2024 in Augsburg:  https://feldherpetologie.de/wp-content/uploaded-media-stuff/2025/01/Tagungsf%C3%BChrer_Kreuzotter_FINAL_corr.pdf