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Schleiereule

Die Schleiereule ist eine auffällige Eulenart, die man schon an ihrem charakteristischem, herzförmigen, weißen Gesichtsschleier leicht von anderen Arten unterscheiden kann. Sie jagt überwiegend in offenen Landschaften und ernährt sich vor allem von Kleinsäugern wie Feld- und Spitzmäusen. Auch kleinere Vögel, Amphibien oder größere Insekten können auf dem Speiseplan stehen. 

Verbreitung:

  • weit verbreitet in Tieflandregionen

Bestand:

  • ungefährdet

Auffällige Eulenart mit herzförmigem Gesicht

Die Schleiereule brütet bevorzugt in Gebäudenischen wie Scheinen, Dachböden oder Kirchtürmen, wo sie ungestört bleibt und einen freien Anflug hat. Ein Gelege umfasst meist 4 bis 7 weiße Eier. 
Die Brutzeit beginnt meist im April, kann sich aber – abhängig von der Mäusedichte- bis in den Spätsommer hineinziehen. Besonders in Jahren mit vielen Feldmäusen wurden in NRW auch schon Zweitbruten beobachtet.
Ausgewachsene Schleiereulen haben nur wenige natürliche Feinde. Seit sich der Uhu jedoch wieder in stabilen Beständen etabliert hat, gerät die Art zunehmend unter Druck, da er die Schleiereule verdrängt.

Artenhilfsprogramm Bereitstellung geeigneter Brutplätze

Die Schleiereule ist in NRW vor allem in den Tieflandregionen weit verbreitet. Der Siedlungsschwerpunkt reicht vom Ostmünsterland über das nördliche Weserbergland bis ins Westfälische Tiefland. In höheren Mittelgebirgslagen kommt sie nur vereinzelt vor. Bei der Wahl eines geeigneten Lebensraumes spielt die Kombination aus passenden Brutplätzen und einem günstigen Jagdgebiet eine entscheidende Rolle. 

Eine zentrale Rolle zum Schutz der Schleiereule spielt die Bereitstellung geeigneter Brutplätze. Dazu lassen sich vorhandene Gebäude wie Scheunen, Dachböden oder Kirchtürme öffnen und herrichten, alternativ können spezielle Nistkästen angebracht werden. Genauso wichtig ist der Erhalt einer vielfältigen Kulturlandschaft, die den Tieren ausreichend Beutetiere bietet. Besonders wertvoll sind extensiv bewirtschaftete Weiden, Streuobstwiesen und ungenutzte Brachflächen. Eine Reduzierung von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln ist essentiell.

Am Schutz der Schleiereule sind zahlreiche Akteure beteiligt. Biologischen Stationen setzen vor Ort Maßnahmen um und koordinieren das Monitoring. So erfasst zum Beispiel die Naturschutzgruppe Witten Biologische Station e.V. seit mehr als 40 Jahren die Bestände im Stadtgebiet. Auch Naturschutzverbände und viele Ehrenamtliche leisten durch den Bau, die Anbringung und Kontrolle von Nistkästen einen wichtigen Beitrag. Darüber hinaus kann die Landwirtschaft unterstützen, indem sie auf eine naturverträgliche Bewirtschaftung setzt.