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Schlingnatter

Schlingnatter

Die Schlingnatter ist mit einer Länge von 60-70 cm die kleinste einheimische Schlangenart. Die Bestände sind in Nordrhein-Westfalen stark durch intensive Land- und Forstwirtschaft, Aufforstung dichter Wälder, Zerstörung von Randzonen, Zerschneidung von Lebensräumen und Isolation durch Straßenbau gefährdet. Deshalb ist es wichtig, vielfältige, strukturreiche Lebensräume zu erhalten und zu schaffen.

Hauptverbreitungsgebiet:

  • Verbreitungsschwerpunkte liegen im Bergischen Land, in der Eifel, im Südbergland, im ostwestfälischen Bergland, an der unteren Lippe sowie im Rur-Schwalm-Gebiet 

Bestand:

  • stark gefährdet 

Schlingnatter Kleinste einheimische Schlangenart

Ihre Verbreitungsschwerpunkte liegen im Bergischen Land, in der Eifel, im Südbergland, im ostwestfälischen Bergland, an der unteren Lippe sowie im Rur-Schwalm-Gebiet. Sie ist ungiftig und hat eine rot- bis graubraune Grundfärbung mit dunklen Fleckenreihen auf dem Rücken. Typisch ist ein herzförmiger dunkler Fleck auf Kopf und Nacken. 

Die wärmeliebende Art bewohnt heute vor allem Heidegebiete, trockene Randbereiche von Mooren, Geröll- und Felsbereiche sowie Trocken- und Halbtrockenrasen. Ursprünglich lebte sie in Binnendünenlandschaften entlang von Flüssen. Sie nutzt auch vom Menschen geschaffene Lebensräume wie Steinbrüche, Straßen- und Eisenbahnböschungen oder Trassen von Hochspannungsleitungen. 

Im Winter zieht sie sich in frostfreien Erdlöchern, Felsspalten oder Mauern zurück, meist weniger als zwei Kilometer vom Sommerlebensraum entfernt. Nach der Winterruhe ab Ende März folgt die Paarungszeit bis Mai. Zwischen Ende Juli und September bringt das Weibchen lebende Jungtiere zur Welt. Ab etwa Oktober beginnt die Überwinterung. Ihre Hauptnahrung besteht aus Echsen (Blindschleichen), kleinen Säugern oder Jungvögeln.

Schlingnatter

Artenhilfsprogramm Vielfältige, strukturreiche Lebensräume erhalten und schaffen

Es ist wichtig, vielfältige, strukturreiche und naturnahe Waldsäume sowie Lichtungen mit halboffenem Charakter in sonnigen Lagen zu erhalten oder neu zu schaffen. Diese Bereiche sind für Schlingnattern zentrale Lebensräume und dienen zugleich als Verbreitungs- und Verbindungskorridore zwischen einzelnen Vorkommen. In den Kernlebensräumen der Art sollte auf Aufforstung verzichtet und vorhandene offene, vegetationsarme Flächen dauerhaft freigehalten werden. 

Bereits seit dem Jahr 1995 besteht die interdisziplinäre ,,Projektgruppe Schlingnatterschutz‘‘ bei der Stadt Wuppertal. Auch heute setzen sich neben der Stadt verschiedene Akteure wie die Biologische Station Mittlere Wupper, der Landesbetrieb Wald und Holz, der BUND, der NABU und der Betreiber der Freileitungstrasse Wuppertal-Marscheid für den Schutz der Schlingnatter ein. Im Mittelpunkt steht die langfristige und nachhaltige Verbesserung des Lebensraums. Durch das Engagement der Akteure konnte bereits vor einigen Jahren die letzte Schlingnatter-Population im Naturraum Wuppertal und insbesondere im Marscheider Wald vor dem Aussterben bewahrt werden.

In den Naturschutzgebieten Hörre und Honert setzt sich u.a. die Biologische Station Siegen-Wittgenstein e.V. für die Erhaltung des Schlingnattervorkommens ein. Im Rahmen des LIFE-Projekts ,,Atlantische Sandlandschaften‘‘ unternimmt die die Biologische Station Kreis Paderborn-Senne e.V. umfangreiche Maßnahmen an der Wistinghauser Senne.