Trauerseeschwalbe
Die Trauerseeschwalbe ist ein schlanker, wendiger Vogel aus der Familie der Seeschwalben. Ihre bevorzugten Lebensräume sind flache, nährstoffreiche Stillgewässer. Besonders wichtig für die Brut sind Pflanzen wie die Krebsschere, auf deren Blättern die Vögel ihre schwimmenden Nester anlegen.
Hauptverbreitungsgebiet:
- Niederrhein
Bestand:
- vom Aussterben bedroht
Langstreckenzieher vom Aussterben bedroht
Die Trauerseeschwalbe ist ein schlanker, wendiger Vogel aus der Familie der Seeschwalben. Ihre bevorzugten Lebensräume sind flache, nährstoffreiche Stillgewässer. Besonders wichtig für die Brut sind Pflanzen wie die Krebsschere, auf deren Blättern die Vögel ihre schwimmenden Nester anlegen.
Trauerseeschwalben sind Zugvögel: Sie kehren im Frühjahr aus ihren afrikanischen Überwinterungsgebieten zurück und beginnen meist im Mai mit dem Nestbau. Das Gelege besteht aus zwei bis vier Eiern, die beide Eltern abwechselnd bebrüten. Die Küken schlüpfen nach etwa drei Wochen und sind Nestflüchter – sie verlassen das Nest bald, werden jedoch noch mehrere Wochen von den Eltern gefüttert.
In NRW gilt die Trauerseeschwalbe als vom Aussterben bedroht. Brutvorkommen sind aktuell am Niederrhein – insbesondere in den Naturschutzgebieten ,,Bienener Altrhein, Millinger Meer und Hurler Meer‘‘ sowie seit 2012 auch im ,,Altrhein Reeser Eyland‘‘ zu verzeichnen.
Noch in den 1950er Jahren wurden dort nahezu 80 Brutpaare gezählt, jedoch nahm der Bestand drastisch ab. Hauptursachen für den Rückgang waren vor allem die Entwässerung von Feuchtgebieten sowie die zunehmende Verschmutzung der Gewässer. Diese Veränderungen führten vermutlich zum Verschwinden der Krebsschere – einer Schwimmblattpflanze, die für die Trauerseeschwalbe eine wichtige Grundlage für den Nestbau darstellt. Ein verringertes Nahrungsangebot zählt als weitere Ursache.
Artenhilfsprogramm Künstliche Nisthilfen & Forschungsprojekte
Dank gezielter Schutzmaßnahmen hat sich die Situation jedoch spürbar verbessert: Heute brüten wieder regelmäßig mehr als 50 Paare im Gebiet. Im Jahr 2024 waren es am Unteren Niederrhein über 70 Brutpaare. Für den Erhalt der Trauerseeschwalbe setzt sich in NRW unter anderem das Naturschutzzentrum im Kreis Kleve e.V. und die Biologische Station Kreis Wesel und Krefeld e.V. ein. Zu Beginn der Brutsaison helfen angebrachte, künstliche Nisthilfen auf den Gewässern, die im Spätsommer/Herbst nach dem Wegzug wieder eingeholt werden. Zudem finden ein Monitoring und eine Dokumentation der Bestände statt. Im Rahmen eines Forschungsprojekts, das durch die Stöckmann-Stiftung gefördert wurde, konnten die Brutplatztreue und die Zugwege am Unteren Niederrhein untersucht werden.