Wildbienen
Wildbienen spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem, u.a. als Bestäuber für Obstbäume und andere Pflanzen. Durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung, insbesondere den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, sowie den Verlust von Wildpflanzen sind sie stark gefährdet. Von 364 Arten in NRW gelten bereits 45 als ausgestorben oder verschollen, 50 Arten vom Aussterben bedroht und weitere 37 Arten als stark gefährdet. Der Entwicklungszyklus von Wildbienen unterscheidet sich je nach Art. Manche Arten überwintern als Puppe, während andere – wie die Keulhornbiene oder die Holzbiene – als voll entwickelte, unverpaarte Insekten in geschützten Hohlräumen wie Pflanzenstängeln, Holz- oder Felsspalten überwintern.
Beispiel: Rostrote Mauerbiene Benötigt ein vielfältiges Blütenangebot und alte, nicht komplett verputzte Mauern
Die Rostrote Mauerbiene steht stellvertretend für viele Insektenarten, insbesondere Wildbienen, die in der intensiv genutzten Agrarlandschaft kaum noch genügend Blüten finden und daher zunehmend in strukturreichen Parks und Gärten vorkommen. Sie ist wenig anspruchsvoll und benötigt neben geeigneten „Nistplätzen“ vor allem ein vielfältiges Blütenangebot, um Nektar und Pollen zu sammeln – idealerweise von Wildpflanzen wie zum Beispiel Beinwell, Klee oder Taubnessel. Als eine der früh fliegenden Wildbienen ist sie zusammen mit den Hummeln bereits ab Mitte März aktiv; zunächst erscheinen die Männchen, im April folgen die Weibchen.
Wildbienen wichtige Rolle im Ökosystem!
Navigationshinweise zur Galerie
Benutze im nächsten Element die Pfeiltasten links und rechts zum Blättern der Galerie
Artenhilfsprogramm Nistplätze und Nahrungsangebot
In NRW setzen sich verschiedene Akteure für den Schutz von Wildbienen und ihren Lebensräumen ein. Dabei ist die Bereitstellung von Lebensräumen in Form von offenen Böden, Totholz oder z.B. auch unverputzten, alten Mauern ebenso wichtig wie die Bereitstellung von Nahrungsquellen.
Ziel des Gemeinschaftsprojekts „LEADER Zukunftsdörfer“ der Biologische Station im Kreis Euskirchen e.V. in Kooperation mit den Biologischen Stationen Bonn Rhein-Erft e.V. und im Kreis Düren e.V. ist es, die Pflanzenvielfalt und damit die Nahrungsgrundlage von Wildbienen in den Dörfern der Region zu erhalten, zu fördern und wiederherzustellen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden vielfältige Maßnahmen umgesetzt: Das Projekt unterstützt die Gemeinden und Initiativen bei der Planung und Umsetzung von Artenschutzmaßnahmen, stellt Sachmittel wie Pflanzen, regionales Saatgut mit genau den Pflanzenarten, die von Natur aus am Ort der Einsaat vorkommen würden, oder Nistkästen zur Verfügung.
Auch der Vertragsnaturschutz ermöglicht die Anlage verschiedener Einsaaten auf Ackerbrachen, die insbesondere dem Schutz und der Förderung von Insekten dienen. Besonders der Einsatz von regionalem Wildpflanzensaatgut bietet einen hohen ökologischen Wert: Bis zu 150 Wildbienenarten finden darin wertvolle Nektarquellen. Auch weitere Maßnahmen, wie ein erweiterter Saatreihenabstand im Getreide oder das Anlegen von Ackerrandstreifen zum Erhalt der Feldflora, tragen – in Kombination mit dem Verzicht von Pflanzenschutzmittel – zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Bienen und anderen Insekten bei.
Im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt wertet die Biologische Station Kreis Paderborn-Senne e.V. den Siedlungsraum in der Stadt Bielefeld als Lebensraum für blütenbesuchende Insekten auf. Grundstücks- und Gartenbesitzer*innen sollen motiviert werden, durch gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Insekten beizutragen.