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Antibiotikaresistenzen

Nahaufnahme von Medikamenten

Antibiotikaresistenzen: Ursachen, Risiken und Maßnahmen in NRW

Antibiotikaresistenzen sind ein wachsendes Gesundheitsproblem. Was das Land unternimmt, um mehr Kenntnisse über das Vorkommen und die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen zu erlangen, und welchen persönlichen Beitrag wir alle leisten können, zeigen wir auf dieser Seite.

Was sind Antibiotika?

Antibiotika sind ein wesentliches Mittel zur Bekämpfung von bakteriellen Infektionen bei Mensch und Tier. Doch durch einen unsachgemäßen und übermäßigen Gebrauch nehmen resistente Bakterien zu. Dadurch verlieren Antibiotika nach und nach ihre Wirkung, sodass sie bei bestimmten Erkrankungen nicht mehr helfen können. 

Was sind Antibiotikaresistenzen?

Antibiotikaresistenzen zeichnen sich dadurch aus, dass ein Bakterium unempfindlich gegenüber der Wirkung eines Antibiotikums wird. Sie stellen eine Bedrohung für die Gesundheit von Mensch und Tier dar, da sie die therapeutischen Möglichkeiten bei der Behandlung von Infektionskrankheiten einschränken können. In Deutschland verdoppelte sich in den letzten 15 Jahren die Anzahl der Infektionen durch multiresistente Bakterien. Laut einer Studie aus 2025 sterben pro Jahr geschätzt mehr als 9.000 Menschen in Deutschland an einer Infektion mit multiresistenten Bakterien.

Welche Rolle spielt die Umwelt im Zusammenhang mit Antibiotikaresistenzen?

Trotz aller Sorgfalt gelangen auch bei sachgerechtem Antibiotikaeinsatz, Antibiotika und antibiotikaresistente Bakterien - durch die Ausscheidungen von Mensch und Tier - in die Umwelt. Dort können sich diese antibiotikaresistenten Bakterien ansiedeln. Sie können nun ihre Resistenz – über genetisches Material – an in diesem Lebensraum natürlich vorkommende Umweltbakterien weitergeben. Laut Umweltbundesamt ist die Umwelt sowohl Reservoir als auch Überträger von Resistenzgenen. 

Je weniger Antibiotika und antibiotikaresistente Bakterien in die Umwelt gelangen, desto geringer ist das Potenzial einer weiteren Übertragung und Ausbreitung von Resistenzen über die Umwelt. Um die Entstehung und Verbreitung antibiotikaresistenter Bakterien zu bekämpfen, ist ein sachgerechter therapeutischer Einsatz von Antibiotika bei Mensch und Tier deshalb eine wichtige Voraussetzung.

Wie engagiert sich das Umweltministerium NRW?

Um über die Rolle von Antibiotikaresistenzen in der Umwelt vertiefende Erkenntnisse zu erlangen, untersucht das Landesumweltamt seit 2019 Abwasser und Gewässer in Nordrhein-Westfalen auf relevante antibiotikaresistente Bakterien sowie auf Antibiotikarückstände und Antibiotikaresistenzgene. Erste Ergebnisse einer stichprobenartigen Bestandsaufnahme hat das Landesumweltamt 2024 in einem Bericht dokumentiert und veröffentlicht. Um ein vollständigeres Bild der Belastung von Abwässern und Gewässern in NRW mit antibiotikaresistenten Bakterien zu erhalten, werden seit 2024 umfassende Untersuchungen an vielen Messstellen durchgeführt.  

Antibiotikaresistenzen vermeiden - NRW macht mit Der One-Health-Ansatz in Nordrhein-Westfalen

Antibiotikaresistenzen betreffen Mensch, Tier und Umwelt gleichermaßen. Deshalb braucht es einen ganzheitlichen Blick auf das Problem. Im Sinne des „One Health“-Ansatzes – also „eine Gesundheit“– arbeiten das Gesundheits-, Landwirtschafts- & Verbraucherschutz- sowie Umweltministerium eng zusammen. Gemeinsam bündeln sie ihre Expertise, um der Entstehung und Verbreitung von Resistenzen entgegenzuwirken. Mehr dazu im Video.

Was wir alle tun können So können wir dazu beitragen, Antibiotikaresistenzen zu vermeiden

  • Antibiotika immer nach Anweisung des Arztes oder der Ärztin einnehmen.
  • Keine Antibiotika von anderen Personen „aufbrauchen“, weil man vielleicht ähnliche Symptome hat; keine Reste aufbewahren.
  • Nicht-aufgebrauchte Arzneimittel, egal ob flüssig oder in Tablettenform, nie über die Toilette und das Waschbecken, sondern über den Restmüll entsorgen!
  • Rückstände von Antibiotika, die über das Abwasser in Gewässer gelangen, können das Wachstum resistenter Bakterien in der Umwelt fördern. Baden Sie deshalb ausschließlich an ausgewiesenen EU-Badegewässern. Deren Wasserqualität wird im Hinblick auf Fäkalkeime regelmäßig überprüft
  • Achten Sie auf die Küchenhygiene: Niemals rohes Fleisch und Salat mit demselben Messer schneiden oder das gleiche Brettchen verwenden.
  • Regelmäßiges Händewaschen verringert die Übertragung von Erregern.
  • Rohes Fleisch, wenn möglich, immer durchgaren.