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Pakt für Hochwasserschutz NRW

Deichsanierung zwischen Dornick und Emmerich

Pakt für Hochwasserschutz Nordrhein-Westfalen

Mit dem Pakt für Hochwasserschutz bündeln Land, Kommunen und Wasserverbände ihre Kompetenzen zur Stärkung und Verbesserung des Hochwasserschutzes in Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam schützen wir Menschen, Umwelt und Wirtschaft – koordiniert, digital und regional vernetzt. Erfahren Sie, wie NRW  mit neuen Regionalpakten, modernen Prozessen und klaren Prioritäten den Hochwasserschutz der Zukunft gestaltet.

Warum ein Pakt für Hochwasserschutz NRW?

Nordrhein‑Westfalen steht als stark besiedeltes und industriell geprägtes Bundesland zukünftig vor großen Herausforderungen beim Umgang mit Klimafolgen. Gleichzeitig werden Planungs- und Genehmigungsverfahren von Infrastrukturmaßnahmen durch steigende Anforderungen immer komplexer. In der Folge vergeht viel Zeit von der ersten Konzeption bis zur Umsetzung einer Maßnahme.

Die Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre haben deutlich gemacht, wie wichtig ein vorausschauendes, integriertes und koordiniertes Vorgehen bei der Verbesserung des präventiven Hochwasserschutzes ist. Durch den Landespakt haben sich das Land NRW, die kommunalen Spitzenverbände und die Wasserverbände mit Unterstützung der Wirtschaft, der Landwirtschaft und den Umweltverbänden in einer starken Allianz zusammengetan.

Unsere Ziele:

  • Hochwasserschutzmaßnahmen schneller planen und umsetzen
  • technische und naturnahe Hochwasserschutzmaßnahmen sinnvoller verbinden
  • regionale Zusammenarbeit stärken
  • Hochwasserschutz insgesamt transparenter, effizienter und moderner gestalten

Auf einen Blick Daten – Zahlen – Fakten

1
0
Landespakt
10
0
Regionalpakte
3
0
3 Partner: Land, Kommunen, Wasserverbände
1100000000
0
Euro‑Landesfördermittel in zwölf Jahren

Der Landespakt für Hochwasserschutz wurde am 9. Februar 2026 unterzeichnet Er bildet den Rahmen für die ergänzenden 10 Regionalpakte in allen Flusseinzugsgebieten Nordrhein-Westfalens. In den kommenden zwölf Jahren stellt die Landesregierung 1,1 Mrd. Euro Landesmittel für den Hochwasserschutz bereit. Zusätzlich können Kommunen auch Mittel aus ihren 10‑Mrd.-Euro aus dem Sondervermögen des Bundes für den Hochwasserschutz nutzen. Ab 2026 unterstützen eine digitale Förderplattform sowie erste Module einer landesweiten digitalen Hochwasserplattform die schnellere Planung und Umsetzung. 3 Regionalpakte sollen noch in 2026 gezeichnet werden.

Was genau beinhalten Landespakt und Regionalpakte?

Der Landespakt für Hochwasserschutz ist der übergeordnete, landesweite Rahmen, den das Land Nordrhein‑Westfalen gemeinsam mit Kommunen, Wasserverbänden und weiteren Partnern entwickelt hat.

  • Grundprinzipien des Hochwasserschutzes in NRW
  • gemeinsame Ziele aller Akteure
  • Strategische Leitlinien, z. B. risikobasierte Priorisierung und Beschleunigung von Verfahren
  • Aufgabenverteilung zwischen Land, Kommunen und Wasserverbänden
  • Landesweite Instrumente, etwa digitale Plattformen, rechtliche Änderungen oder Förderstrukturen
  • Verbindliche Grundsätze der Zusammenarbeit

Der Landespakt sorgt damit für ein einheitliches, leistungsfähiges und modernes Hochwasserschutzsystem im gesamten Bundesland.

Kurz gesagt: Der Landespakt ist die Leitplanke. Er definiert die gemeinsame Richtung, in der sich alle Regionen bewegen.

Während der Landespakt den großen Rahmen setzt, sorgen die Regionalpakte für die konkrete Umsetzung vor Ort.
Sie entstehen in 10 Flusseinzugsgebieten.

Welche Vereinbarungen kann ein Regionalplan beinhalten?

  • Regionale Ziele, abgestimmt auf die lokalen Risiken
  • Maßnahmenlisten mit Prioritäten (5‑Jahres‑Perspektive)
  • Einbindung aller relevanten Akteure in der Region
  • Verantwortlichkeiten und Ansprechpartner*innen
  • Zeithorizonte für Planung, Genehmigung und Umsetzung
  • Koordination zwischen Ober‑ und Unterliegern
  • Einbindung bestehender Hochwasserschutzkonzepte

Regionalpakte bauen auf lokalen Gegebenheiten, Risiken und Projekten auf – sie sind also maßgeschneiderte Handlungspakte für jede Region, aber im Einklang mit den Grundsätzen des Landespakts.

Kurz gesagt: Die Regionalpakte sind die regionale Konkretisierung – sie setzen das im Landespakt vereinbarte Vorgehen gezielt in Projekte und Maßnahmen um.

Der Landespakt gibt den strategischen Rahmen vor

→ Er sagt was erreicht werden soll und wie alle Beteiligten zusammenarbeiten.

Die Regionalpakte setzen diesen Rahmen vor Ort um

Sie bestimmen wo und welche Maßnahmen zuerst umgesetzt werden – basierend auf Risikoanalysen und regionalem Bedarf.

Gemeinsamer Ansatz, aber unterschiedliche regionale Schwerpunkte

Während manche Regionen Rückhalteflächen schaffen, konzentrieren sich andere auf Deichertüchtigungen oder Retention durch naturnahe Gewässerentwicklungen.

Landesweite digitale Werkzeuge verbinden alles

Die geplante digitale Plattform sorgt dafür, dass Planung, Genehmigung und Förderung überall identisch funktionieren – unabhängig von der Region.

Kurz gesagt: Der Landespakt ist die landesweite Strategie; die Regionalpakte sind die regionalen Umsetzungsabkommen, die diese Strategie in konkrete Maßnahmen übersetzen.

1. Zusammenarbeit in Flusseinzugsgebieten

Hochwasser endet nicht an Stadt- oder Kreisgrenzen. Deshalb werden Maßnahmen künftig konsequent auf Ebene von Flusseinzugsgebieten konzipiert und umgesetzt. Regionalpakte vernetzen Ober‑ und Unterlieger und schaffen feste Strukturen für Austausch, Planung, Umsetzung und gemeinsame Verantwortlichkeit.

2. Risikobasierter Ansatz – wirksamer Schutz mit klaren Prioritäten

Ein moderner Hochwasserschutz richtet sich nach dem tatsächlichen Risiko: Wo der Schaden potenziell am größten ist, wird zügig gehandelt. Dieser Ansatz ermöglicht es, Ressourcen sinnvoll einzusetzen und Maßnahmen mit maximaler Schutzwirkung priorisiert umzusetzen.

Der risikobasierte Ansatz umfasst:

  • Analyse von Gefahrenpotenzialen (durch Starkregen und Hochwasser),
  • Bewertung möglicher Schäden für Menschen, Infrastruktur, Betriebe und Umwelt,
  • Priorisierung von Maßnahmen, die schnell und nachhaltig Wirkung entfalten,
  • Frühzeitige Umsetzung von Maßnahmen, die schon vor Einführung des risikobasierten Ansatzes im gemeinsamen Einverständnis als zielführend erkannt wurden (sogenannte No-Regret-Maßnahmen).

Damit wird sichergestellt: Jede umgesetzte Maßnahme trägt spürbar zu Sicherheit und Resilienz bei.

3. Planung und Genehmigung beschleunigen – pragmatisch und rechtssicher

Planungs‑ und Genehmigungsverfahren und Umsetzung von Hochwasserschutzmaßnahmen sollen effizienter werden – ohne bisherige Umweltstandards zu gefährden. Dazu gehören:

  • Weiterentwicklung einheitlicher Standards für integrierte Abwägungen,
  • Übertragung bewährter Beschleunigungsmodelle,
  • Prüfung landesrechtlicher Anpassungen.

4. Flächenvorsorge – Hochwasserschutz braucht Raum

Wirksamer Hochwasserschutz benötigt ausreichend Raum. Die Flächenvorsorge verfolgt dabei:

  • Frühzeitige Identifikation geeigneter Flächen,
  • Sicherung durch Bodenneuordnung, Kooperationen oder Vorkaufsrecht (§ 99a WHG, ab 2026),
  • Abstimmung zwischen Kommunen, Wasserverbänden und Land,
  • Berücksichtigung landwirtschaftlicher und gewerblicher Interessen.

Der Landesentwicklungsplan (LEP) wird angepasst, um Überschwemmungsbereiche und Retentionsräume langfristig zu sichern.

5. Digitale Werkzeuge – modern, effizient und transparent

Eine landesweite digitale Plattform wird alle Umsetzungsschritte – von der Planung über das Genehmigungsverfahren bis zur baulichen Umsetzung einschließlich Integration der finanziellen Förderung – bündeln. Ein Dashboard schafft Transparenz über den Stand der Maßnahmen.

6. Eigenvorsorge stärken – Aufklärung und Beteiligung

Der Landespakt unterstützt Bürger*innen und Unternehmen durch:

  • Informationen zur Überflutungsgefahr  von Grundstücken und Gebäuden,
  • aus Starkregen und Hochwasser,
  • Empfehlungen zum Objektschutz durch Eigenvorsorge,
  • Dialogformate für Unternehmen.

Die 10 Regionalpakte Gemeinsam stark in allen Regionen

Die Regionalpakte orientieren sich an den Einzugsgebieten: Erft, Emscher & Lippe, Wupper, Sieg & Agger, Maas- Süd (Rur), Rhein, Ruhr, Ems, Weser, Maas‑Nord (Niers und Schwalm).

Karte der Flusseinzugsgebiete in NRW