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Landesnetzwerk "Bildung für nachhaltige Entwicklung NRW"

Graphik Netzwerk. Foto: Hong/panthermedia.net

Die Landesregierung will das handlungsorientierte Lernen für den verantwortlichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen stärken. Mit einem neuen Förderprogramm unterstützt das NRW-Umweltministerium deshalb den Aufbau eines landesweiten Netzwerks außerschulischer Einrichtungen im Bereich der Umweltbildung. Regional bedeutsame Umweltbildungseinrichtungen können sich mit ihren Projektvorhaben zu Bildungs- und Vernetzungsmaßnahmen bewerben.


Auswirkungen auf zukünftige Generationen besser einschätzen

Mit einem neuen Förderprogramm verstärkt das NRW-Umweltministerium seine Aktivitäten im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Durch die Bereitstellung von Fördermitteln ab 2016 wird in den nächsten Jahren schrittweise ein landesweites Netzwerk außerschulischer Lernorte der Umweltbildung aufgebaut, das zur Verankerung von BNE in der nordrhein-westfälischen Bildungslandschaft beitragen soll. Regional bedeutsame Umweltbildungseinrichtungen, die als Regionalzentren im Landesnetzwerk mitarbeiten wollen und ihre Bildungsarbeit im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung gestalten, können sich mit einem Projektvorhaben bewerben. Die beteiligten Umweltbildungseinrichtungen arbeiten künftig in einem landesweiten Verbund zusammen und kooperieren mit weiteren Partnerinnen und Partnern vor Ort, z. B. mit Einrichtungen des "Globalen Lernens" und anderen Nachhaltigkeitsakteuren. Die BNE-Agentur NRW in der Natur- und Umweltschutzakademie NRW (NUA) übernimmt die Koordinierung der Zusammenarbeit.

Das Förderprogramm fußt auf dem Fachkonzept zum "Landesnetzwerk Bildung für nachhaltige Entwicklung NRW". Es beschreibt die mit dem Aufbau des Landesnetzwerks verfolgte Zielrichtung, die strukturelle Ausgestaltung des Netzes sowie die wesentlichen Aufgaben der Regionalzentren. Das Fachkonzept gibt Auskunft über die an die Förderung von Bildungs- und Vernetzungsaktivitäten der Regionalzentren geknüpften fachlichen Erwartungen. Es dient Antragstellenden somit auch als Orientierungshilfe und unterstützt inhaltlich bei der Antragsstellung.

Das Förderprogramm ist Teil der Umsetzung der "Landesstrategie Bildung für nachhaltige Entwicklung – Zukunft Lernen NRW (2016-2020)", die das Kabinett im Januar 2016 verabschiedet hat. Die Strategie verfolgt unter anderem das Ziel, die Förderstrukturen des Landes zugunsten der Angebote einer Bildung für nachhaltige Entwicklung zu verbessern. Dies gilt auch für den Bereich der außerschulischen Umweltbildung.

Umweltbildungseinrichtungen bieten didaktisch gestaltete "Bildungs(frei)räume" für Zielgruppen jeden Alters. Sie ermöglichen Naturerfahrungen und handlungsorientiertes Lernen für den verantwortlichen Umgang mit der Umwelt. Bildung für nachhaltige Entwicklung ergänzt und erweitert hierbei die klassische Umweltbildung. Mit ihr werden Menschen in die Lage versetzt, Wissen über Nachhaltigkeit praktisch anzuwenden und Auswirkungen von Entscheidungen auf künftige Generationen sowie auf das Leben vor Ort und global einzuschätzen. Ziel ist die Beschäftigung mit alltags- und zukunftsrelevanten Themen und die gemeinsame Entwicklung und kreative Umsetzung nachhaltiger Ideen, um die Gesellschaft aktiv mitzugestalten.

Die Einrichtungen unterstützen die formale Bildung und kooperieren zum Beispiel mit Kindertagesstätten, Schulen, Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen. Sie sind damit wichtige Partner zur Umsetzung der Bildung für nachhaltige Entwicklung in allen Bildungsbereichen.

Die bereitstehenden Landesmittel werden als projektbezogene Zuwendung nach den "Förderrichtlinien BNE-/Umweltbildungseinrichtungen NRW – FöBNE" gewährt.

Wer ist antragsberechtigt?

Nur die Träger von Umweltbildungseinrichtungen mit Sitz in Nordrhein-Westfalen können Fördermittel beantragen. Die Einrichtung sollte in der Region eine bedeutsame Stellung einnehmen.

Zu den möglichen Trägern zählen:

  • gemeinnützige Vereine und Verbände sowie Stiftungen oder Gesellschaften,
  • Kirchen,
  • Gemeinden und Gemeindeverbände
  • oder andere Körperschaften des öffentlichen Rechts.

Was wird gefördert?

Bildungs- und Vernetzungsaktivitäten, die eine Umweltbildungseinrichtung als "Regionalzentrum" im Landesnetzwerk "Bildung für nachhaltige Entwicklung NRW" in den folgenden vier Handlungsfeldern erbringt, sind zuwendungsfähig:

  1. Durchführung eines BNE-Bildungsprogramms
    - mit breiter Zielgruppenansprache,
    - unter Berücksichtigung der Themen Klimaschutz und Klimaanpassung, Gewässerökologie und Grundwasserschutz sowie Naturschutz und Biodiversität und
    - mit weiteren möglichen Schwerpunkten (zum Beispiel Maßnahmen zur Einbindung von Menschen mit besonderen Bedarfen oder zur Entwicklung innovativer Lernformen).
  2. Unterstützung der Landeskampagne "Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit"
    - in Abstimmung mit der Landeskoordination und den Regionalkoordinatorinnen und Regionalkoordinatoren der Kampagne in der BNE-Agentur NRW in der Natur- und Umweltschutzakademie NRW (NUA).
  3. Netzwerkaktivitäten in der Region, wie zum Beispiel
    - die Erstellung einer regionalen Übersicht von BNE-Angeboten und/oder
    - Maßnahmen einer verbesserten Zusammenarbeit und gegenseitigen Unterstützung der Akteurinnen und Akteure vor Ort, insbesondere mit Einrichtungen des "Globalen Lernens" sowie der interkulturellen Bildung.
  4. Kooperation im Landesnetzwerk "Bildung für nachhaltige Entwicklung NRW" mit der Teilnahme
    - an einem überregionalen Austausch, gemeinsamen Bildungsprojekten, -aktionen und Öffentlichkeitsarbeit sowie
    - an einem einheitlichen Berichtswesen und möglichen wissenschaftlichen Begleituntersuchungen.

Was ist bei der ersten Antragstellung zu beachten?

Ausschlaggebend für die Gewährung einer Zuwendung ist ein "integriertes Gesamtkonzept", das bei der Erstantragstellung vorgelegt werden muss.

Dieses Konzept soll Auskunft geben über: 

  • das pädagogische Konzept, das der Einrichtung zugrunde liegt und
  • die kommunale bzw. regionale Verankerung der Einrichtung;
  • ergänzend ist ein Maßnahmenplan erforderlich, der die konkreten Projektbausteine in den vier verbindlichen Handlungsfeldern für die jeweilige Förderperiode umfasst sowie
  • ein entsprechender Kosten- und Finanzierungsplan.

Das integrierte Gesamtkonzept muss im Vorfeld der ersten Antragstellung mit der BNE-Agentur NRW abgestimmt werden. Bei Folgeanträgen beschränkt sich die notwendige fachliche Abstimmung mit der BNE-Agentur NRW auf den Maßnahmenplan für die jeweilige Förderperiode.

Wo ist die Förderung zu beantragen?

Für die Prüfung und Bewilligung der Anträge ist das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) zuständig. Das Antragsformular ist auf der Webseite des Landesamtes abrufbar. Anträge sind mit Anlagen per Post und in zweifacher Ausfertigung direkt an das LANUV zu richten:

Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW
Fachbereich 17
Leibnizstr.10
45659 Recklinghausen

Welche Fristen sind zu beachten?

Die Anträge für den nächsten Projektzeitraum (01.04.2017 – 31.03.2018) sind bis zum 31.12.2016 bei der Bewilligungsbehörde (LANUV) zu stellen.

Für alle weiteren Förderperioden müssen die Anträge bis zum 31.10. eines Jahres für das Folgejahr bei der Bewilligungsbehörde (LANUV) vorliegen.

Wer gibt Auskunft bei fachlich-inhaltlichen Fragen zum neuen Förderprogramm?

BNE-Agentur NRW:
Frau Lamkowsky, Landeskoordination im BNE-Landesnetzwerk NRW
Mail: gisela.lamkowsky@nua.nrw.de
Tel: 02361/305-3078

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW: Frau Dieckmann, Leitung des Referates VIII-5 "Bildung für nachhaltige Entwicklung, Umweltbildung, BNE-Agentur NRW"

Mail: marlies.dieckmann@mkulnv.nrw.de
Tel: 0211/4566-237

Wer gibt Auskunft bei zuwendungsrechtlichen Fragen?

Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW: