Zum Inhalt springen

umwelt.nrw

Hauptinhalt

Klimawandel in den Großlandschaften NRWs

Klimawandel in den Großlandschaften. Foto: Pixabay

Die Auswirkungen des Klimawandels bekommen die verschiedenen Landschaften Nordrhein-Westfalens unterschiedlich zu spüren. Die Folgen sind im Einzelnen abhängig von den individuellen, ökonomischen und naturräumlichen Rahmenbedingungen.


Auswirkungen des Klimawandels unterscheiden sich in den Regionen

Durch die Zusammenfassung von Gebieten mit ähnlicher Topographie und Landnutzung entstehen acht Großlandschaften in NRW. Diese werden im Folgenden genauer beschrieben. Grundlage für die Beschreibung sind Klimaprojektionsdaten, die zusammen durch den Deutschen Wetterdienst und das LANUV erarbeitet wurden. Die Projektionen liegen flächendeckend für das gesamte Bundesland vor und basieren auf globalen Klimamodellen, die für NRW regionalisiert wurden. Es treten nur marginale räumliche Unterschiede bei den projizierten Klimaänderungen auf. Da sich die klimatischen Ausgangsbedingungen in den Großlandschaften unterscheiden, können sich die Klimaveränderungen jedoch unterschiedlich auswirken.


Bergisches Land

Typisch für das Bergische Land zwischen der Niederrheinischen Bucht und dem Sauerland ist ein hoher Waldanteil sowie das Vorkommen mehrerer Talsperren. Im Zeitraum 1981-2010 betrug im Bergischen Land die durchschnittliche Jahrestemperatur 9,5 Grad Celsius und die mittlere Niederschlagssumme 1163 Millimeter.


Folgen des Klimawandels in der Region:

  • Wald- und Forstwirtschaft: Die Zusammensetzung der Wälder wird sich wandeln. So wird die Fichte als bislang dominierende Baumart an Konkurrenzkraft verlieren. Durch Stürme, Hitze und Dürre können in den Wäldern häufiger Schäden auftreten. Schaderreger wie der Borkenkäfer, setzten den so geschwächten Bäumen zusätzlich zu.
  • Wasser: Veränderte Niederschlagsmuster sowie höhere Temperaturen und Verdunstung können häufiger zu niedrigen Wasserständen führen. Änderungen im jahreszeitlichen Verlauf der Niederschläge bedingen Veränderungen im Talsperren-Management.
  • Biologische Vielfalt: Sie kann in Feuchtlebensräumen wie Mooren und in den Gewässern durch die höheren Temperaturen beeinträchtigt werden.

Sauerland und Siegerland (Süderbergland)

Diese größte Mittelgebirgsregion in Nordrhein-Westfalen ist fast durchgehend dicht bewaldet, nur an wenigen Stellen unterbrochen von Ackerbauflächen. Von allen Großlandschaften tritt im Sauer- und Siegerland die geringste Jahresmitteltemperatur auf. Sie betrug im Zeitraum 1981-2010 8,1 Grad Celsius, gleichzeitig traten mit durchschnittlich 1171 Millimetern hohe Jahresniederschlagsmengen auf.


Folgen des Klimawandels in der Region:

  • Wald- und Forstwirtschaft: Die Zusammensetzung der Wälder wird sich wandeln. So wird die Fichte als bislang dominierende Baumart an Konkurrenzkraft verlieren. Durch Stürme, Hitze und Dürre können in den Wäldern häufiger Schäden auftreten. Schaderreger, wie der Borkenkäfer, setzten den so geschwächten Bäumen zusätzlich zu.
  • Wasser: Veränderte Niederschlagsmuster sowie höhere Temperaturen und Verdunstung können häufiger zu niedrigen Wasserständen führen. Änderungen im jahreszeitlichen Verlauf der Niederschläge bedingen Veränderungen im Talsperren-Management.
  • Biologische Vielfalt: Sie kann in Feuchtlebensräumen wie Mooren und in den Gewässern durch die höheren Temperaturen beeinträchtigt werden.
  • Tourismus: Die Skigebiete im Sauerland müssen mit weniger Schneetagen und Einnahmeeinbußen beim Wintertourismus rechnen.

Eifel

Die Eifel zeigt sich differenziert: In höheren Lagen kühl und mit Wald bestanden, in der wärmebegünstigten Nordeifel und im Vennvorland wird auch Ackerbau betrieben. Im Zeitraum 1981-2010 betrug die jährliche Durchschnittstemperatur in der Eifel 8,9 Grad Celsius, die mittlere Niederschlagssumme 913 Millimeter.


Folgen des Klimawandels in der Region:

  • Wald- und Forstwirtschaft: Die Zusammensetzung der Wälder wird sich wandeln. So wird die Fichte als bislang dominierende Baumart an Konkurrenzkraft verlieren. Durch Stürme, Hitze und Dürre können in den Wäldern häufiger Schäden auftreten. Schaderreger, wie der Borkenkäfer, setzten den so geschwächten Bäumen zusätzlich zu.
  • Biologische Vielfalt: Durch Veränderungen der Temperaturen und des Wasserhaushalts erhöht sich die Anfälligkeit von Sumpfwäldern, Mooren und anderen, auf Feuchtigkeit und niedrige Temperaturen angewiesenen Lebensräumen.
  • Wasserwirtschaft: Veränderte Niederschlagsmuster sowie höhere Temperaturen und Verdunstung können häufiger zu niedrigen Wasserständen führen. Änderungen im jahreszeitlichen Verlauf der Niederschläge bedingen Veränderungen im Talsperren-Management.

Westfälische Bucht und Westfälisches Tiefland

In dieser landwirtschaftlich geprägten Region lag die mittlere Jahrestemperatur mit etwa zehn Grad Celsius im Zeitraum 1981-2010 etwas höher als in den Mittelgebirgsregionen. Die mittlere Niederschlagssumme im Zeitraum 1981-2010 war mit 743 Millimeter im Westfälischen Tiefland deutlich niedriger als in der Westfälischen Bucht mit 838 Millimetern; dennoch liegt der Niederschlag in beiden Großlandschaften noch unter dem Schnitt für NRW.


Folgen des Klimawandels in der Region:

  • Landwirtschaft: Zukünftig ist insbesondere in den niederschlagsarmen Regionen und auf Flächen mit sandigen Böden häufiger Trockenstress möglich. Dies kann sich negativ auf das Pflanzenwachstum und den Ertrag auswirken. Zukünftig wird der Hitzestress auch in der Viehwirtschaft zunehmen. Durch Ertragseinbußen bei der Futtermittelproduktion kann es zusätzlich zu Einschränkungen kommen.
  • Biologische Vielfalt: Durch die erwarteten klimatischen Veränderungen wird die Anfälligkeit von Feuchtlebensräumen steigen.
  • Wasser: Veränderte Niederschlagsmuster, steigende Temperaturen und Verdunstungswerte sowie ein erhöhter Wasserbedarf im Sommer können häufiger zu niedrigen Wasserständen, einem Absinken der Grundwasserspiegel und einer eingeschränkten Wasserverfügbarkeit führen.
  • Hitzebelastung: Hitzebelastung tritt insbesondere in den Ballungsgebieten auf. Bereits heute ist dort ein hoher Anteil der Bevölkerung durch Hitzebelastung betroffen.

Niederrheinische Bucht

Die Niederrheinische Bucht war mit 10,5 Grad Celsius im Zeitraum 1981-2010 eine der Großlandschaften mit der höchsten Jahresmitteltemperatur in NRW, die mittlere Niederschlagssumme lag mit 767 Millimeter im Zeitraum 1981-2010 hingegen deutlich unter dem NRW-Schnitt. Neben einem hohen Anteil landwirtschaftlicher Nutzung weist die Niederrheinische Bucht einen hohen Siedlungsanteil auf.


Folgen des Klimawandels in der Region:

  • Landwirtschaft: Zukünftig ist insbesondere in den niederschlagsarmen Regionen und auf Flächen mit sandigen Böden häufiger Trockenstress möglich. Dies kann sich negativ auf das Pflanzenwachstum und den Ertrag auswirken.
  • Biologische Vielfalt: Durch den Temperaturanstieg können sich invasive Arten etablieren und einheimische Arten verdrängen.
  • Wasser: Veränderte Niederschlagsmuster, steigende Temperaturen und Verdunstungswerte sowie ein erhöhter Wasserbedarf im Sommer können häufiger zu niedrigen Wasserständen, einem Absinken der Grundwasserspiegel und einer eingeschränkten Wasserverfügbarkeit führen.
  • Hitzebelastung: Hitzebelastung tritt insbesondere in den Ballungsgebieten auf. Bereits heute ist dort ein hoher Anteil der Bevölkerung durch Hitzebelastung betroffen

Niederrheinisches Tiefland

Das Niederrheinische Tiefland weist von allen Großlandschaften NRWs die geringsten Geländehöhen auf. Es zählte mit 10,5 Grad Celsius im Zeitraum 1981-2010 zu den Großlandschaften mit der höchsten Jahresdurchschnittstemperatur und wird durch Ackerbau und Grünlandwirtschaft geprägt. Die mittlere Jahresniederschlagssumme lag im Zeitraum 1981-2010 bei 799 Millimeter.


Folgen des Klimawandels in der Region:

  • Landwirtschaft: Zukünftig ist insbesondere in den niederschlagsarmen Regionen und auf Flächen mit sandigen Böden häufiger Trockenstress möglich. Dies kann sich negativ auf das Pflanzenwachstum und den Ertrag auswirken.
  • Biologische Vielfalt: Durch den Temperaturanstieg können sich invasive Arten etablieren und einheimische Arten verdrängen.
  • Wasser: Veränderte Niederschlagsmuster, steigende Temperaturen und Verdunstungswerte sowie ein erhöhter Wasserbedarf im Sommer können häufiger zu niedrigen Wasserständen, einem Absinken der Grundwasserspiegel und einer eingeschränkten Wasserverfügbarkeit führen.
  • Hitzebelastung: Hitzebelastung tritt insbesondere in den Ballungsgebieten auf. Bereits heute ist dort ein hoher Anteil der Bevölkerung durch Hitzebelastung betroffen

Weserbergland

Teutoburger Wald, Eggegebirge und Wiehen- und Wesergebirge bilden einige lang gestreckte Gebirgsketten, die als Weserbergland zusammengefasst werden. Das Weserbergland ist durch landwirtschaftliche Nutzung geprägt, wobei die Kuppenlagen meist bewaldet sind. Im Zeitraum 1981-2010 lag die mittlere Jahrestemperatur bei 9,1 Grad Celsius, die mittlere Jahresniederschlagssumme bei 909 Millimeter.


Folgen des Klimawandels in der Region:

  • Landwirtschaft: Zukünftig ist insbesondere in den niederschlagsarmen Regionen und auf Flächen mit sandigen Böden häufiger Trockenstress möglich. Dies kann sich negativ auf das Pflanzenwachstum und den Ertrag auswirken. Zukünftig wird der Hitzestress auch in der Viehwirtschaft zunehmen. Durch Ertragseinbußen bei der Futtermittelproduktion kann es zusätzlich zu Einschränkungen kommen.
  • Wald- und Forstwirtschaft: Die Zusammensetzung der Wälder wird sich wandeln. So wird die Fichte als bislang dominierende Baumart an Konkurrenzkraft verlieren. Durch Stürme, Hitze und Dürre können in den Wäldern häufiger Schäden auftreten. Schaderreger, wie der Borkenkäfer, setzten den so geschwächten Bäumen zusätzlich zu.
  • Wasser: Weniger Sommerniederschläge und höherer Wasserbedarf im Sommer machen ein Absinken der Grundwasserspiegel und eine eingeschränkte Wasserverfügbarkeit möglich.