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Umweltwirtschaft in Nordrhein-Westfalen

Green Economy - stark in NRW. Logo: MULNV.

Die Umweltwirtschaft steht im Zentrum der ökologischen Transformation hin zur Green Economy. In NRW nimmt die Umweltwirtschaft mit rund 582.000 Erwerbstätigen und 43,5 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung den Stellenwert einer Leitbranche ein. In Deutschlands größtem Standort der Umweltwirtschaft zeigt sie einen soliden Wachstumsverlauf und bietet dank ihrer Ausrichtung auf wichtige Zukunftslösungen eine gute ökonomische Entwicklungsperspektive.


Märkte der Umweltwirtschaft in Nordrhein-Westfalen

Die Umweltwirtschaft umfasst alle Unternehmen, deren Verfahren, Produkte und Dienstleistungen einen Beitrag zum Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz leisten. Als Querschnittsbranche setzt sich die Umweltwirtschaft aus den acht Teilmärkten Umweltfreundliche Energiewandlung, -transport und -speicherung; Energieeffizienz und Energieeinsparung; Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft; Umweltfreundliche Mobilität; Wasserwirtschaft; Minderungs- und Schutztechnologien; Nachhaltige Holz- und Forstwirtschaft und Umweltfreundliche Landwirtschaft zusammen.
Dementsprechend vielfältig ist auch das Spektrum angebotener Verfahren, Produkte und Dienstleistungen. Es erstreckt sich von Monitoring- und Analyseverfahren der Abwasserbehandlung über Speichertechnologien für erneuerbare Energien bis zu alternativen Antriebstechnologien in der Mobilität. Die Umweltwirtschaft besitzt damit die zentralen Kompetenzen für die ökologische Transformation in Richtung Green Economy.
Die folgende Abbildung liefert einen Überblick über die Teilmärkte der Umweltwirtschaft in Nordrhein-Westfalen.

Märkte der Umweltwirtschaft

Die thematischen Schwerpunkte erstrecken sich von der nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft über klassische Bereiche wie Abwasser- und Abfallentsorgung sowie Minderungs- und Schutztechnologien bis zu neuen Märkten wie umweltfreundlicher Mobilität und erneuerbaren Energien.


Produktion einer Dampfturbine in Oberhausen. Foto: Copyright by MAN Diesel & Turbo

Produktion einer Dampfturbine in Oberhausen. Foto: Copyright by MAN Diesel & Turbo

Umweltwirtschaft auf Wachstumspfad

Die Umweltwirtschaft in Nordrhein-Westfalen hat sich in den letzten Jahren deutlich besser entwickelt als die Gesamtwirtschaft und generiert durch die Vermeidung von Umweltschäden einen ökologischen Nutzen in Milliardenhöhe. Mit einem Wachstum von 3,6 Prozent pro Jahr übertraf die Branche damit seit 2010 die Entwicklung der Gesamtwirtschaft (2,6 Prozent) und beschäftigt inzwischen mit 582.000 Personen rund 6,1 Prozent aller Erwerbstätigen in Nordrhein-Westfalen. 
Insgesamt belief sich die Wirtschaftsleistung auf 43,5 Milliarden Euro im Jahre 2020. Damit gehört die Umweltwirtschaft zu den wichtigsten Branchen in Nordrhein-Westfalen. Zusätzlich zu den Zahlen der Erwerbstätigen und der Bruttowertschöpfung lässt sich der ökologische Nutzen der nordrhein-westfälischen Umweltwirtschaft bezogen auf das Jahr 2020 auf rund 23 Milliarden Euro beziffern, davon allein rund 15,5 Milliarden Euro durch die Vermeidung von Umweltschäden. Hinzu schafft die Umweltwirtschaft weitere ökologische Werte in Höhe von 7,4 Milliarden Euro, wie den Erhalt von Biodiversität.
Das in der Nachhaltigkeitsstrategie NRW für 2030 verankerte Ziel von 460.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wurde bereits 2022 übertroffen. Die ökologische Transformation der heimischen Wirtschaft geht somit schneller voran als erwartet.



dto.

Lippebrücke in Lünen. Foto: Insta GmbH / Boris Golz

Innovationen befördern globale Transformationsprozesse

Der Weltmarkt für Umweltwirtschaftsgüter erreichte im Jahr 2020 ein neues Rekordvolumen von fast 700 Milliarden Euro. In den letzten zehn Jahren ist der Markt gewachsen. Zwischen 2010 und 2020 lag die durchschnittliche Wachstumsrate bei 2,6 % p.a.
Deutschland gehört weltweit zu den Innovationsführern der Umweltwirtschaft, was sich unter anderem an dem im internationalen Vergleich hohen Wert von 22,7 Patentanmeldungen pro 100.000 Einwohner ablesen lässt. Mit rund 13 % aller bundesweit angemeldeten entsprechenden Patente und einem Anteil von 18 % an den bundesweiten Patentzitationen zählt Nordrhein-Westfalen zu den wichtigen Innovationsstandorten in Europa.
Fast jeder zweite Euro mit Technologiegütern der Umweltwirtschaft aus NRW wird auf ausländischen Märkten verdient, das entspricht 41 % des Umsatzes. Insgesamt exportierten die Unternehmen der nordrhein-westfälischen Umweltwirtschaft im Jahr 2020 Waren im Wert von rund 14,2 Mrd. Euro. 
"GreenTech made in NRW" treibt damit Transformationsprozesse nicht nur hierzulande, sondern auch weltweit an.



"Künstliche Sonne". Foto: DLR / M. Hauschild

"Künstliche Sonne" des Instituts für Solarforschung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR); Foto: DLR / M. Hauschild

Umweltwirtschaft generiert ökologischen Nutzen in Milliardenhöhe

Die Ansprüche an eine moderne Leitbranche reichen unter den Vorzeichen des Europäischen Grünen Deals weit über sozioökonomische Kennzahlen hinaus. Die Umweltwirtschaft nimmt hier eine wichtige Vorreiterrolle ein. Denn ihre umweltfreundlichen, klimaschützenden und ressourcenschonenden Verfahren, Produkte und Dienstleistungen bringen manifeste Vorteile mit sich, die sich als ökologische Effekte quantifizieren lassen.
Differenziert nach den verschiedenen Umweltbereichen zeigt sich, dass der größte ökologische Beitrag der Umweltwirtschaft für den Klimaschutz geleistet wird. Insgesamt werden durch die Leistungen der Umweltwirtschaft in Nordrhein-Westfalen rund 10,7 Milliarden Euro im Jahr 2020 an Klimawandelkosten vermieden. Weitere Umweltschäden werden in Bezug auf Böden und Gewässer (3,3 Milliarden Euro) und Luft (1,4 Milliarden Euro) vermieden. Daneben generiert die Umweltwirtschaft zusätzliche positive Mehrwerte. Im Bereich des Ressourcenschutzes werden durch Recycling und die Bereitstellung regenerativer Materialien (insbesondere Holzbaustoffe) Werte in Höhe von 6,7 Milliarden Euro geschaffen. Der Erhalt von Biodiversität, lebenswerter Städte und des Landschaftsbildes kann auf mindestens 684 Millionen Euro geschätzt werden.



Förderung

In der Förderperiode des Operationellen Programms NRW 2014 – 2020 für den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung "Investitionen in Wachstum und Beschäftigung" (OP EFRE NRW) hat die Landesregierung NRW insgesamt acht Leitmarktwettbewerbe ausgeschrieben. Wesentliche Ziele der Leitmarktwettbewerbe sind der Transfer wissenschaftlichen Know-hows in die wirtschaftliche Nutzung, die Erschließung neuer Märkte, der Abbau von Innovationshemmnissen sowie das Schließen bestehender Lücken in den Wertschöpfungsketten.

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Umweltwirtschaftsstrategie

Mit der Umweltwirtschaftsstrategie unterstützt die Landesregierung die Unternehmen und Regionen in Nordrhein-Westfalen dabei, die Erschließung nationaler und internationaler Märkte der Umweltwirtschaft erfolgreich fortzusetzen und die Potenziale des Umweltschutzes für Wirtschaft und Beschäftigung nutzbar zu machen.

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Umweltwirtschaftsbericht NRW

Für die langfristige und strategische Begleitung der Umweltwirtschaft bedarf es einer quantitativen und aktualisierbaren Wissensbasis, die mit dem Umweltwirtschaftsbericht Nordrhein-Westfalen geschaffen wird. Auf Grundlage einer fundierten Bestandsaufnahme bildet er sehr detailliert die gegenwärtige Situation der nordrhein-westfälischen Umweltwirtschaft ab. Mit ihm werden für das Land und seine Regionen die ökonomischen Potenziale und die Bedeutung der Umweltwirtschaft und seiner Teilmärkte für NRW untersucht.

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Umweltwirtschaftspreis NRW

"Gut für die Wirtschaft, besser für die Umwelt" ist das Motto des Umweltwirtschaftspreis.NRW, der am 16. November 2022 zum zweiten Mal vergeben wurde. Wie schon im Jahr 2020 würdigt die Auszeichnung das Engagement und den Mut von Unternehmen der Umweltwirtschaft, die im Sinne der Gesellschaft und zukünftiger Generationen agieren und sich erfolgreich am Markt platzieren.

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