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Binnenschifffahrt

Frachtschiff auf dem Rhein bei Köln. Foto: Gerhard Marx/ Panthermedia.net

Die Vermeidung und die umweltgerechte Abfall- und Abwasserbeseitigung durch die Binnenschifffahrt sind wichtige Maßnahmen zum Schutz der Gewässer. Das „Internationale Übereinkommen über die Sammlung, Annahme und Abgabe von Abfällen in der Rhein- und Binnenschifffahrt“ bildet hierfür den rechtlichen Rahmen. Zum Schutz der Luft müssen Systeme zur Reinigung der Abgase auch für Binnenschiffe Pflicht werden.


Umweltgerechte Abfall- und Abwasserbeseitigung

Das „Internationale Übereinkommen über die Sammlung, Annahme und Abgabe von Abfällen in der Rhein- und Binnenschifffahrt“, abgekürzt (gemäß der französischen Sprachfassung) CDNI, gilt auf allen Binnenschifffahrtsstraßen in Deutschland, den Niederlanden und Belgien, auf dem internationalen Abschnitt der Mosel in Luxemburg und in Frankreich sowie auf dem französischen Teil des Rheins und in der Schweiz auf dem Rhein bis Rheinfelden. In Nordrhein-Westfalen dementsprechend auf dem Rhein, der Weser, dem schiffbaren Teil der Ruhr, den Schifffahrtskanälen und den Häfen.

Das CDNI unterscheidet nach Herkunft der Schiffsabfälle und ist in drei Teile gegliedert:

  • Teil A    Sammlung, Abgabe und Annahme von öl- und fetthaltigen Schiffsbetriebsabfällen
  • Teil B    Sammlung, Abgabe und Annahme von Abfällen aus dem Ladungsbereich
  • Teil C    Sammlung, Abgabe und Annahme von sonstigen Schiffsbetriebsabfällen

Weitere Informationen:

Bilgenentwässerungsverband (BEV)

Der Bilgenentwässerungsverband ist ein Wasserverband im Sinne des Wasserverbandsgesetzes des Bundes zum Schutz der deutschen Binnenwasserstraßen. Seit 2011 organisiert der BEV auf der Basis eines Staatsvertrages bundesweit die Entsorgung öl- und fetthaltiger Schiffsbetriebsabfälle. Die beteiligten Bundesländer haben dem NRW-Umweltministerium die Ausübung der Rechtsaufsicht übertragen.

Weitere Informationen:

: Passagierschiff Jan von Werth. Foto: Rolf Heinrich, Köln / Wikimedia

Das Passagierschiff Jan von Werth. Foto: Rolf Heinrich, Köln / Wikimedia

Abgasreinigungssysteme in der Binnenschifffahrt

Der Schadstoffausstoß eines neuen Motors in einem Binnenschiff liegt auch heute noch weit über dem eines neuen LKW-Motors, obwohl die Technik vergleichbar ist. Zudem sind in Binnenschiffen viele ältere Motoren im Einsatz, das Durchschnittsalter liegt bei rund 30 Jahren. Die Binnenschifffahrt trägt daher deutlich zur Belastung mit Feinstaub und Stickoxiden bei. Eine Lösung des Problems könnte die Nachrüstung der Schiffsmotoren mit Abgasreinigungsanlagen sein. In einem Pilotprojekt mit dem Passagierschiff Jan von Werth der Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschifffahrt AG wurde eine solche Anlage entwickelt und getestet. Die Auswertungen haben ergeben, dass hierdurch Minderungen von Feinstaub um über 90%, der Rußkonzentration um 99% und der Stickstoffoxid-Emissionen um 70% erzielt wurden.

Das Pilotvorhaben auf der Jan von Werth war der erste Praxistest mit einem kombinierten System zur Partikel- und Stickoxidminderung in der Binnenschifffahrt. In konstruktiver Zusammenarbeit mit der Wirtschaft wurde während des laufenden Schiffbetriebs eine Abgasreinigung für die Jan von Werth entwickelt, angepasst, eingebaut und in der Praxis getestet. Das Vorhaben wurde unter Federführung des Landesamtes für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz gemeinsam mit den Filterherstellern TEHAG, Emitec und Interkat sowie dem TÜV Nord konzipiert, umgesetzt und wissenschaftlich begleitet. Die Wirksamkeit der Abgasreinigung konnte eindeutig nachgewiesen werden.



Unsere Luft

Die Luft ist die Schutzhülle der Erde. Sie sorgt für ausgeglichene Temperaturen und ist ein wichtiges Element im Wasserkreislauf. Sie ist wichtig für das Wetter und das Klima. Gute und saubere Luft ist wesentliche Voraussetzung für die menschliche Gesundheit. Sie zu bewahren und zu schaffen ist erklärtes Ziel der Landesregierung.

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