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Wer macht was - Verbraucherforschung

Verbraucherinnen_und_Verbraucher_beim_Einkaufsbummel

Die Verbraucherwelt wird komplexer: Verbraucherrechte im Netz, Informationsüberflutung, Veränderungen des Konsumverhaltens - um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, bedarf es einer wissenschaftlich unabhängigen Verbraucherforschung. Die Landesregierung fördert den Aufbau eines Kompetenzzentrums.


Kompetenzzentrum Verbraucherforschung NRW

Das nordrhein-westfälische Verbraucherschutzministerium, das NRW-Wissenschaftsministerium und die Verbraucherzentrale NRW haben am 9.11.2011 zur Stärkung des Forschungsfeldes Verbraucherforschung eine Kooperationsvereinbarung über den Aufbau eines „Kompetenzzentrum Verbraucherforschung NRW“ (KVF NRW) abgeschlossen. Die Landesregierung fördert diese Maßnahme zunächst bis zum 31.12.2014 mit rund 700.000 Euro.

Ziel der Einrichtung ist die

  • Stärkung der Verbraucherforschung in NRW,
  • Vernetzung von Forschungsaktivitäten,
  • Unterstützung gemeinsamer verbraucherorientierter Forschungsvorhaben,
  • Optimierung von Wissenstransfer,
  • Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses,
  • Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der in der Verbraucherforschung tätigen Akteure bei der Einwerbung von überregionalen Fördermitteln,
  • Interaktion durch Informations- und Kommunikationsplattformen sowie die
  • Platzierung der nordrhein-westfälischen Verbraucherforschung national, europäisch und international.

Mit dem Kompetenzzentrum soll eine Wissensbasis als Grundlage für verbraucher- und wirtschaftspolitisches Handeln geschaffen werden, um politisches Handeln an den tatsächlichen Bedürfnissen der Verbraucherschaft auszurichten.

Kern des Kompetenzzentrums ist ein Netzwerk mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die in der Verbraucherforschung in Nordrhein-Wesfalen tätig sind. Eine Geschäftsstelle, die bei der Verbraucherzentrale NRW eingerichtet ist, unterstützt den Aufbau und die Organisation dieses Kompetenzzentrums. Ein wissenschaftlicher Beirat berät zudem die Kooperationspartner.

Vertrauen in den Verbraucherschutz?

Nichts belastet das Image des Verbraucherschutzes so stark wie Skandale, Missstände oder persönliche negative Erfahrungen. Deshalb schwankt die Meinung der Deutschen zum Verbraucherschutz in den letzten Jahren extrem. Wie die Verbraucherinnen und Verbraucher den Verbraucherschutz zurzeit in Deutschland bewerten, hat das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung in einer Umfrage untersucht: Rund 1.380 Interviews mit deutschen Bürgerinnen und Bürgern wurden in der Studie "Verbraucherschutz und Verbraucherpolitik im Urteil der Bevölkerung" ausgewertet. Über die Hälfte der Befragten, rund 54 Prozent, bewerten den Verbraucherschutz in Deutschland gut. Kritisch betrachten ihn etwa 30 Prozent. Damit wird das Thema positiver gesehen als noch vor 15 Jahren. Im Jahr 2001 waren 62 Prozent unzufrieden mit dem Verbraucherschutz, während ihn 33 Prozent als gut bezeichneten. Trotz einiger Schwankungen, aufgrund von Skandalen wie beispielsweise die BSE-Krise 2005, ist langfristig ein positiver Trend zu erkennen.

Besonders häufig machen Verbraucherinnen und Verbraucher schlechte Erfahrungen bei Finanzdienstleistern, mit der Telekommunikationsbranche und bei Lebensmitteln. Nicht überraschend also, dass sich die meisten Befragten einen besseren Verbraucherschutz in den Bereichen Versicherungen, Banken und Telekommunikation wünschen. Bei den Lebensmitteln unterscheiden Verbraucherinnen und Verbraucher zwischen eigenen schlechten Erfahrungen und dem allgemeinen Schutz, denn die staatliche Lebensmittelkontrolle schneidet positiv ab. Gut geschützt fühlen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hingegen bei elektrischen Haushaltsgeräten und Medikamenten. Anders sieht es bei den privaten Daten im Internet aus, die nur rund 82 Prozent der Befragten für gut geschützt halten.

Knapp die Hälfte der Befragten assoziiert mit dem Begriff Verbraucherschutz den Schutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern vor Betrug, Gesundheitsgefährdung und anderen Gefahren. Für zwölf Prozent bedeutet Verbraucherschutz auch Information und Aufklärung sowie Regelungen und Produktkontrollen durch die Behörden. Besonders bekannte Akteure im Verbraucherschutz sind auch die Stiftung Warentest und die Verbraucherzentralen. Diese beiden Einrichtungen setzen sich nach Meinung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch am stärksten für Verbraucherinnen und Verbraucher ein. Verbraucherinnen und Verbraucher wünschen sich von allen zuständigen Akteuren, dass sie mehr Transparenz schaffen, gute und umfassende Informationen bereitstellen und für Schutz vor Gefahren sorgen. Zwei Drittel der Befragten unterstützen die Position, dass der Staat die Menschen vor Risiken schützen sollte und vertrauen gesetzlichen Regelungen.