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Finanzkompetenz

Eine Abrechnung wird geprüft. Foto: Ines Ebermann/ Panthermedia.net

Die neue Konsumwelt ist verführerisch - und kompliziert. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen daher wissen, welche Konsequenzen für sie beispielsweise aus dem Abschluss einer Lebensversicherung oder eines Vertrages für einen neuen Strom- und Handyanbieter folgen. Das Verbraucherschutzministerium des Landes Nordrhein-Westfalen will deshalb die Finanz- und Verbraucherkompetenz stärken.


Finanz- und Konsumentscheidungen verantwortungsvoll treffen

Wirtschaftliche Zusammenhänge zu erfassen und Konsequenzen für den alltäglichen Umgang mit Geld zu ziehen, stellt hohe Anforderungen an Verbraucherinnen und Verbraucher – und überfordert nicht wenige.

Kompetent im Umgang mit Geld zu sein, stellt - unabhängig vom Alter - die Grundlage für eine gute Lebensführung ohne Schulden dar und ist eine wichtige Schlüsselqualifikation. Denn nur Verbraucherinnen und Verbraucher mit einer grundlegenden finanziellen Bildung sind in der Lage, Finanz- und Konsumentscheidungen verantwortungsvoll zu treffen, die Folgen kritisch abzuschätzen und sich auch in schwierigen Situationen vor unbedachten Konsumentscheidungen zu schützen.

Finanzkompetenz wird von jedem Einzelnen in unterschiedlichen Lebenssituationen abverlangt. So können Arbeitslosigkeit, steigende Lebenshaltungskosten, Krankheit, die Geburt eines Kindes oder eine Scheidung große Herausforderungen an das eigene Wirtschaften stellen und erfordern ein besonders hohes Maß an Finanzkompetenz. Fehlt hier grundlegendes Wissen, so führen diese Situationen oft in eine Verschuldung, die der Betroffene aus eigener Kraft nicht mehr bewältigen kann.


Netzwerk Finanzkompetenz: Kompetenzförderung in jedem Alter

Ziel der Landesregierung ist es, nachhaltiges Konsumverhalten bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern zu verankern und die Voraussetzungen für einen nachhaltigen Lebensstil zu schaffen. Das nordrhein-westfälische Verbraucherschutzministerium hat deshalb bereits im Jahr 2006 das Netzwerk Finanzkompetenz ins Leben gerufen. Es begleitet, organisiert und fördert die Netzwerkarbeit und führt erfolgreiche Projekte zusammen mit den Netzwerkmitgliedern durch.


Ökonomische Verbraucherbildung im Unterricht

Um Lehrkräfte dabei zu unterstützen, kompetent Verbraucherbildung zu unterrichten, hat das Netzwerk Finanzkompetenz ein digitales Schulbuch "Finanzkompetenz" entwickelt. Ziel des digitalen Schulbuchs ist es, Schülerinnen und Schülern in insgesamt neun Kapiteln die wichtigsten Grundlagen zum Thema Finanzkompetenz zu vermitteln. Angefangen von der Frage, warum wir wirtschaften müssen und warum es Geld überhaupt gibt, stehen neben der Behandlung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs auch die Rechte und Pflichten jugendlicher Verbraucher und selbstbestimmte Kaufentscheidungen im Zentrum. Die Inhalte sind in alltagsrelevante Kontexte wie die Führung eines Girokontos, der ersten eigenen Wohnung und das Thema Verschuldung eingebunden. Das elektronische Schulbuch mit seinen anschaulich aufbereiteten Inhalten und zahlreichen interaktiven Elementen wie z.B. einer Girokontensimulation, kann in vielfältigen Unterrichtssituationen sowohl im Präsenzunterricht als auch im Homeschooling eingesetzt werden; die Nutzung ist kostenlos.

Weitere Materialien zum Thema "Geld gehört in den Unterricht", z.B. Spiele zum Thema Geld für alle Schulformen in NRW, können beim Netzwerk Finanzkompetenz online bezogen werden:

  • "Euri-und Eurine - Das Taschengeldspiel" (Primarstufe Klasse 1 und 2)
  • "Euri- und Eurine - Die Taschengeldprofis" (Primarstufe Klasse 3 und 4)
  • "Geld regiert die Welt - regierst du dein Geld?" (Sekundarstufe I)
  • "Groß geträumt - Konto geräumt - geht es auch anders?" (Sekundarstufe II und Berufsanfänger)

Weitere Informationen:

  • Alle Materialien des Netzwerks Finanzkompetenz können auf der Webseite des Netzwerks unter www.netzwerk-finanzkompetenz.nrw.de kostenlos heruntergeladen beziehungsweise bestellt werden.

Finanzkompetenz im Älterwerden

Auch das Ende der Erwerbstätigkeit wirkt sich bei älteren Verbraucherinnen und Verbrauchern auf die Einkommenssituation aus: viele Gewohnheiten im täglichen Konsum- und Freizeitverhalten müssen auf den Prüfstand gestellt werden und die Anforderungen an ein "gutes Wirtschaften" steigen. Viele Rentnerinnen und Rentner müssen rechnen, um über die Runden zu kommen. Finanzkompetenz bleibt daher auch für ältere Verbraucherinnen und Verbraucher eine wichtige Schlüsselkompetenz. Hier knüpft das Netzwerk Finanzkompetenz NRW an mit seiner Materialsammlung "Über Geld spricht man doch - in allen Lebensphasen!", die ältere Verbraucherinnen und Verbraucher für die Änderung ihres Haushaltsbudgets nach dem Wechsel vom Erwerbsleben in die Rente sensibilisieren und zielgerichtete Handlungsmöglichkeiten aufzeigen möchte. Passend zum Praxishandbuch werden Schulungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren vom Netzwerk angeboten.