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Kleidung

Kleidung. anika salsera / panthermedia.net

Kleidung schützt und schmückt den Menschen. Sie kann aber auch schädigen, wenn Schadstoffe aus der Produktion oder Verarbeitung in ihr enthalten sind. Kleidung wird deshalb von den Verbraucherschutzbehörden in NRW regelmäßig überprüft. Ein Tipp: Jedes Kleidungsstück sollte vor dem ersten Tragen erst einmal gewaschen werden.


Kleidung kann Schadstoffe enthalten

Kleidung schützt und schmückt den Menschen. Sie kann aber auch schädigen, wenn Schadstoffe, zum Beispiel aus der Produktion oder Verarbeitung, in ihr enthalten sind. Bei Textilien ist weniger der Gehalt eines Schadstoffes von Bedeutung als vielmehr die Frage, wie viel von einem schädlichen Stoff auf den Menschen übergehen kann. 

Schadstoffe, die in Kleidung auftreten können:

  • Azofarbstoffe stellen die größte Gruppe der eingesetzten synthetischen Farbstoffe dar. Sie besitzen eine große Farb- und Lichtechtheit. Chemisch zeichnen sie sich durch eine oder mehrere Stickstoffdoppelverbindungen aus. Azofarbstoffe stehen jedoch im Verdacht, krebserregend zu sein, da sie durch die natürliche Hautflora in potentiell krebserregende Stoffe gespalten werden können.
  • sensibilisierende Dispersionsfarbstoffe: Diese können bei Hautkontakt Allergien auslösen.
  • Dimethylfumarat (DMF) ist ein Biozid, das zum Schutz vor Schimmelpilzen beispielsweise in Lederprodukten wie zum Beispiel Schuhen eingesetzt wird und stark allergisierend wirkt. Erzeugnisse oder deren Bestandteile, die DMF in einer Konzentration von über 0,1 Miligramm/kg enthalten, dürfen nicht in den Verkehr gebracht werden.
  • Sogenannte Chrom(III)-Salze werden bei Lederprodukten wie Schuhe, Jacken oder Gürtel zur Ledergerbung eingesetzt. Durch Oxidation, Alterung und Verunreinigung der Chromsalze können sich daraus Chrom(VI)-Verbindungen bilden - ein häufiges Kontaktallergen.
  • Nickel zum Beispiel in Gürtelschnallen oder Nieten.
  • Organozinnverbindungen (OZV), die beispielsweise für die Herstellung von PVC und Polyuretanschäumen in Aufdrucken, Beschichtungen oder Applikationen verwendet werden, können die menschliche Gesundheit gefährden
  • Lösemittel (wie Toluol, Naphthalin oder Benzol) beispielsweise in Kunststoffschuhen (Clogs).

Tipps für Verbraucherinnen und Verbraucher

Gute Kleidung ohne Schadstoffe zu finden ist nicht einfach. Auch teure Kleidung bedeutet nicht zwangsläufig, dass diese frei von Verunreinigungen ist. Die Flut der vielen Siegel, die auf unterschiedlichen Standards basieren, macht die Orientierung nicht leichter.

Was können Sie als Verbraucherin oder Verbraucher also tun? Achten Sie beim Kauf auf Qualität. Schauen Sie sich die Nähte an, denn je besser ein Kleidungsstück verarbeitet ist, desto länger haben Sie Freude daran. Riechen Sie an dem Kleidungsstück, ein stechender Geruch kann ein Hinweis auf mögliche problematische Chemikalien sein.

Spezielle Effekte von Kleidung lassen sich nur mit Hilfe von Chemikalien erreichen, denen dann auch Verbraucherinnen und Verbraucher  ausgesetzt sein können:

  • bügelfrei: hier wird die Baumwolle mit Kunstharz, Flüssigammoniak oder ähnlichem behandelt, dadurch knittern die Ware nicht so leicht
  • wasserabweisend: Imprägnierung durch Wasser und Schmutz abweisende Ausrüstung. Diese erkennt man an Bezeichnungen wie „Scotchgard“ oder „Teflon“. Dabei kommen fluorierte Kohlenwasserstoffe zum Einsatz, die die Umwelt belasten können
  • antimikrobiell: durch eine antimikrobielle Ausrüstung sollen Bakterien und Viren in ihrer Vermehrung gehemmt und eine Geruchsbildung, die bei der bakteriellen Zersetzung des Schweißes entstehen kann, verhindert werden. Dies geschieht zum Beispiel durch die Verwendung von Silberionen, die in die Fasern eingearbeitet werden, oder bioziden Substanzen.

Kleidung, auf der „separat waschen“ steht, verfärben oft. Das heißt aber auch, dass von derartigen Kleidungsstücken die Farbstoffe auch auf die Haut abgegeben werden können.

Ein guter Tipp noch zum Schluss: Jedes neue Kleidungsstück sollte erst einmal gewaschen werden.

Sollte Ihnen ein bereits gekauftes Produkt besonders auffällig erscheinen, informieren Sie bitte Ihr Lebensmittelüberwachungsamt, das auch für die Überwachung von Kleidung zuständig ist.

Amtliche Überwachung

In Nordrhein-Westfalen RW werden jährlich rund 2000 Bedarfsgegenstände mit Körperkontakt und zur Körperpflege untersucht. Die Beanstandungsquote liegt bei 10 bis 15%. Neben Kennzeichnungsmängeln werden überwiegend chemische Mängel festgestellt.

Im Internet finden Sie unter anderem auch Informationen über Verbraucherprodukte, die vom Verbraucher zurückgerufen oder die aufgrund von verschiedenen Risiken vom Markt genommen wurden.

Rechtliche Grundlagen

Bei Kleidung handelt es sich rechtlich gesehen um Bedarfsgegenstände.  Bedarfsgegenstände sind Gegenstände des täglichen Lebens, die mit dem Menschen direkt über die Haut oder indirekt zum Beispiel durch Kontakt mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Bedarfsgegenstände bestehen aus unterschiedlichen Materialien wie Holz, Keramik, Glas, Textilien, Leder, Pflanzenfasern, Metall, Gummi oder Kunststoffen. Bedarfsgegenstände sind im Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) geregelt.