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Verbraucherschutz in der digitalen Welt

Digitale Medien: PC, Smartphone, Tablet. Foto: rawpixel/panthermedia.net

Verbraucherschutz ist heute notwendiger denn je. Die immer weiter fortschreitende Digitalisierung des Alltags birgt viele Chancen – aber eben auch zahlreiche Risiken Ein zeitgemäßer Verbraucherschutz benötigt neue Regeln und Instrumente, um die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher zu stärken. Die Weichen für eine verbraucherfreundliche Zukunft in der digitalen Gesellschaft müssen jetzt neu gestellt werden.


Digitale Umwälzungen begleiten und Verbraucher stärken!

Digitale Umwälzungen prägen den Verbraucheralltag in allen Lebensbereichen bis in die "eigenen vier Wände" hinein. Längst wird eine Vielzahl von Alltagsprodukten, wie zum Beispiel der Rasenmäher, der Kühlschrank oder die Waschmaschine, digital gesteuert. Auch können Verbraucher zunehmend auf digitale Systeme setzen, um sich vor dem unberechtigten Zutritt in das eigene Zuhause zu schützen, wie zum Beispiel durch die Installation von Bewegungsmeldern, Videoüberwachungssystemen oder digitalen Türöffnern. Keine Frage: Aus der Sicht von Verbrauchern kann die Digitalisierung einen enormen Gewinn an Komfort und Sicherheit bedeuten. Der Umgang mit moderner Technik stellt Verbraucher aber auch vor große Herausforderungen. Denn die Auswahl und Nutzung von solchen "smarten" Alltagsprodukten setzt neue digitale Kompetenzen voraus, die in der Vergangenheit und bei der Nutzung "analoger" Produkte nicht nötig waren. Ziel des Verbraucherschutzministeriums NRW ist es, die Verbraucher mit digitalen Kompetenzen fit zu machen, damit sie verantwortlich und souverän darüber entscheiden können, ob und wie sie digitale Produkte in ihren Alltag einbinden. Dabei will das Verbraucherschutzministerium im Dialog mit Experten und Verbrauchern Lösungen suchen, die den Risiken der zunehmenden Digitalisierung des Verbraucheralltags wirksam begegnen. Denn Verbraucher haben ein berechtigtes und schützenswertes Interesse an der Nutzung funktionsfähiger digitaler Produkte, die weder als Einfallstor von Hackern noch zum Ausspähen ihrer Lebensgewohnheiten missbraucht werden dürfen.

Wissen und Information – Chancen für Verbraucherinnen und Verbraucher

Die positiven Effekte der Digitalisierung sind nicht zu übersehen: Wissen und Informationen sind überall und ständig verfügbar. Online-Foren bieten neue Möglichkeiten für den gesellschaftlichen Dialog. Mit den umfassenden Möglichkeiten zum Preisvergleich auf Online-Portalen haben Verbraucherinnen und Verbraucher völlig neue Möglichkeiten, von denen sie früher nur träumen konnten.

Die Kehrseite der Digitalisierung

Aber: Die Debatte über mögliche Konsequenzen greift oft noch zu kurz. Immer öfter zeigt uns das Netz seine hässliche Seite. Facebook, Twitter und Co. werden häufig dazu missbraucht, Hassparolen zu verbreiten. Undurchsichtige und umstrittene Geschäftspraktiken sind im Online-Handel keine Seltenheit, etwa bei dynamischen Preisen, die mittels Algorithmen und auf sehr komplexe Weise ermittelt werden. Schwer durchschaubare Preisschwankungen sind die Folge. Individuelle Preise, bei denen der Preis mittels Datenanalyse an die vermutete Zahlungsbereitschaft der Kunden angepasst wird, sind inzwischen gängige Geschäftspraxis. Auch der Umgang mit Daten ist ein Beispiel für die Risiken der Digitalisierung.

Neue Regeln für das digitale Zeitalter

Wir müssen also kritisch hinterfragen, unter welchen Bedingungen digitale Geschäftsmodelle tatsächlich der besseren und freieren Gestaltung des Lebens der Bürgerinnen und Bürger dienen können. Damit Verbraucherinnen und Verbraucher die Chancen des digitalen Zeitalters möglichst risikofrei nutzen können, müssen ihre Einflussmöglichkeiten und Rechte gegenüber den immer mächtiger werdenden Internet-Konzernen gestärkt werden.


Messengerdienste - Wie schütze ich die Daten meiner Kinder?

Schnell, unkompliziert, immer und überall Kontakt zu Freundinnen und Freunden, Kolleginnen und Kollegen oder Bekannten aufzunehmen ist in unserem Kommunikationsalltag mittlerweile selbstverständlich. Via Smartphone werden Text- und Sprachnachrichten, Videos, Bilder oder Emoticons untereinander ausgetauscht. Vor allem bei der jungen Generation sind Instant-Messengerdienste hoch im Kurs:

Rund 90 Prozent der 12- bis 13-Jährigen nutzen den Dienstanbieter WhatsApp. Aufgrund der Verarbeitung personenbezogener Daten hat der Gesetzgeber zwar das Mindestalter für die Nutzung des Messengerdienstes auf das vollendete 16, Lebensjahr erhöht, jüngere Kinder können den Dienst aber nutzen, wenn sie vor der Nutzung die Einwilligung der Erziehungsberechtigten dafür haben. Wenn Eltern sich dafür entschieden haben, die Nutzung zuzulassen, sollte es bei dieser Erklärung aber nicht bleiben: Der Umgang mit Sozialen Medien will gelernt sein.

Eltern in der Pflicht: Hilfestellung für die digitale Welt

So kann der Umgang mit Messengerdiensten am besten zuerst in der Familie eingeübt werden. Es ist wichtig, mögliche Risiken der Kontaktaufnahme durch Fremde - online oder am Telefon - mit dem Kind zu besprechen. Denn jede Nutzerin oder jeder Nutzer, der z.B. über WhatsApp in Kontakt mit dem Kind steht, verfügt auch über dessen Mobilfunknummer, die als Messenger-Identifikation dient.

Eltern sollten auch die Mediennutzung ihrer Kinder eng begleiten. Klare Verhaltensregeln bei Umgang mit WhatsApp & Co. helfen Eltern und Kindern. Nachrichten von unbekannten Kontakten können grundsätzlich blockiert werden, sodass von dieser Person keine Mitteilung mehr beim Empfänger eingehen kann.

Tipp: Die Nutzung eines Messengerdienstes mit klaren Verhaltensregeln kann zunächst in einem geschützten Raum wie einem „Familien-Gruppen-Chat“ geübt werden.

Vorsicht mit privaten Daten

Das Internet vergisst nichts! Jeder Inhalt, ob privates Foto oder eigenes Video, was über den Chat versendet wird, kann von den Lesenden dauerhaft gespeichert und nachteilig weiterverwendet werden. Dies gilt ebenso für Text- und Sprachnachrichten. Eltern sollten daher bei Ihren Kindern ein Verständnis für die „Öffentlichkeit“ der Messengerdienste aktiv fördern. Auch hier kann der regelmäßige Austausch in der Familie Hilfestellungen bieten, wenn sich Kinder im Einzelfall nicht sicher sind. Ein offenes Gesprächsklima in der Familie über das Internet und seine Risiken ist dafür die beste Grundlage.

Tipp: Wer persönliche Informationen wie Profilbild, Status-Nachrichten, Live-Standort, Lesebestätigung oder den letzten Online-Zugriff auf den Dienst nicht mit jedem teilen will, muss die Standard-Einstellungen zum Datenschutz auf seinem Gerät ändern und neu konfigurieren.

Kindgerechte Alternativen

Was viele nicht wissen: Es gibt auch Alternativen zum Marktführer WhatsApp, auch wenn die Reichweiten (Nutzerzahlen) deutlich geringer sind. Falls Eltern auf kinderfreundlichere Messengerdienste zurückgreifen wollen, sind diese ebenfalls in den gängigen App-Stores zu erhalten. Kinder- bzw. Familien-Messenger bieten für Eltern meist bessere Schutz- oder Kontrollfunktionen von Nachrichten und Kontakten.


Regale im Supermarkt. Foto: bitpics / panthermedia.net

Digitale Preisschilder – Nachteil beim Kauf?

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Supermarkt sind ständig damit beschäftigt, neue Preisschilder an den Regalen anzubringen. Preisänderungen aufgrund von Sonderangeboten oder Rabatten gibt es sehr häufig im Einzelhandel. Ein großer Aufwand für die Unternehmen. Stark auf dem Vormarsch sind daher digitale Preisschilder, die deutliche Vorteile für die Marktbetreiber mit sich bringen. Welche Auswirkungen haben sie für die Verbraucherinnen und Verbraucher?

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Laptop mit Einkaufswagen. Foto: Elnur/PantherMedia.net

Personalisierte Preise

Verbraucherinnen und Verbraucher bevorzugen einheitliche Preise im Online-Handel und lehnen eine intransparente personalisierte Preisgestaltung, etwa nach Wohnort oder Zahlungsbereitschaft des Kunden, als unfair ab. Dies zeigt eine Befragung von Bürgerinnen und Bürgern in Nordrhein-Westfalen im Auftrag des NRW-Verbraucherschutzministeriums.

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