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Wer macht was - Verbraucherberatung

Beratungsgespräch. Foto: Arne Trautmann / panthermedia.net

Verbraucherinnen und Verbraucher sind häufig in einer schwächeren Position als ihre Geschäftspartner. Nicht wenigen fällt es schwer, ihre Ansprüche gegenüber Fachpersonal und marktstarken Unternehmen durchzusetzen. Das NRW-Verbraucherschutzministerium setzt sich für eine Stärkung der Verbraucherrechte ein und fördert die unabhängige Information und Beratung durch die NRW-Verbraucherzentrale.


Verbraucherinnen und Verbraucher häufig in einer schwächeren Position

Um die Herausforderungen des immer komplexer werdenden Wirtschaftslebens meistern zu können, müssen Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem gut informiert sein, eine ausreichende Marktübersicht haben und das Produktangebot kennen. Dies und mehr ist Ergebnis einer Studie, die das NRW-Verbraucherschutzministerium im Jahr 2016 in Auftrag gegeben hat 78% aller Befragten gab an, im Fall von Verbraucherproblemen professionellen Rat einholen zu wollen. Je höher der Schaden, umso größer das Interesse an anwaltlicher Beratung. Dennoch gibt es eine erhebliche Hemmschwelle, vorhandene Beratungsangebote im Konfliktfall auch wirklich zu nutzen. Als wichtigste Gründe wurden angegeben: "Das war mir zu kompliziert" und "Ich ging nicht davon aus, dass ich Aussicht auf Erfolg hätte". 46% der Befragten, die nichts unternommen hatten, war ein Anwalt zu teuer.

Aus den Erkenntnissen der Studie leiten die Autoren der Studie folgende Thesen ab:

  1. Verbraucherbildung und -information zu Verbraucherrechten müssen ausgebaut werden
  2. Um den Zugang zum Recht für alle Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten, ist ein staatlich gefördertes, niederschwelliges und kostengünstiges Beratungsangebot notwendig
  3. Allgemeine Informationen über Beratungsangebote und die zuständigen Institutionen müssen verbessert werden
  4. Das Beratungsangebot der Verbraucherzentralen sollte weiterentwickelt und attraktiver ausgestaltet werden

Beratungsangebot der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Das weit gefächerte Beratungsangebot der Verbraucherzentrale NRW erstreckt sich von Informationen vor dem Kauf über Rechtsberatung bis hin zur fachlichen Beratung in allen wichtigen Fragen des Verbraucheralltags: Abfall- und Umweltberatung, Bauberatung, Energie- und Ernährungsberatung, Schulden- und Insolvenzberatung. Sie hat ein umfassendes Beratungssystem aufgebaut, mit dem Verbraucherinnen und Verbraucher telefonisch und schriftlich, persönlich und über das Internet beraten werden können. Sie ist eine anbieterunabhängige Organisation, die mit einem Netz von 62 örtlichen Beratungsstellen, einem umfangreichen Internetangebot und zahlreichen alltagsorientierten Ratgeberbroschüren nahezu flächendeckend in der Lage ist, Verbraucherinnen und Verbrauchern in fast allen Fragen des privaten Konsums Hilfestellungen zu geben.

Die Verbraucherzentrale NRW ist ein wesentlicher Grundpfeiler des Verbraucherschutzes in Nordrhein-Westfalen. Das Verbraucherschutzministerium unterstützt die Arbeit der Verbraucherzentrale NRW mit erheblichen Finanzmitteln und auch die Kommunen beteiligen sich mit 50% an den Kosten der Verbraucherberatung vor Ort. Die Landesregierung und die Verbraucherzentrale NRW haben ein Übereinkommen über die Zusammenarbeit im Verbraucherschutz und die Finanzierung der Verbraucherzentrale NRW bis 2025 geschlossen, um ihre Kooperation im Verbraucherschutz zu stärken und die Verbraucherberatung weiter auszubauen. Für das Jahr 2021 wird die Landesregierung der Verbraucherzentrale NRW eine institutionelle Förderung in Höhe von 21,09 Millionen Euro zur Verfügung stellen -  rund 4,5 Millionen Euro mehr als im Jahr davor. Bis zum Jahr 2025 soll die Förderung um weitere 2,5 Millionen auf dann 23,6 Millionen Euro anwachsen. Damit kann das Angebot der Verbraucherzentrale für die Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen zielgerichtet ausgebaut und noch weiter verbessert werden. Das gilt insbesondere für digitale Angebote, enthalten sind aber auch weitere Mittel für den bedarfsgerechten Ausbau der örtlichen Beratungsstellen.


Hinweis in eigener Sache: Rechtsberatung

Dem Ministerium ist nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nicht erlaubt, in Einzelfällen selbst rechtsberatend tätig zu werden. Es erfüllt seine Aufgaben in erster Linie durch Vorschläge gesetzlicher Regelungen sowie die Vorbereitung politischer Entscheidungen. Bitte wenden Sie sich deshalb bei konkreten Rechtsfragen an Personen oder Stellen, die zur Rechtsberatung befugt sind. Hilfe in Einzelfällen, wie zum Beispiel bei Kaufverträgen, rechtlichen Problemen mit Anbietern im Internet oder bei Mietverträgen erhalten Sie bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und ihren Beratungsstellen. Es gehört zu den satzungsgemäßen Aufgaben der mit staatlichen Mitteln geförderten Verbraucherzentralen, Verbraucherinnen und Verbraucher zu beraten, zu informieren und bei der Verfolgung ihrer Rechte zu unterstützen.