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Sportlärm

Oft mit Geräusch verbunden: Fußball. Foto: Melinda Nagy / Panthermedia

Bei Sportaktivitäten ist es vielfach unvermeidlich, dass sie mit Geräuschen verbunden sind. Anwohnerinnen und Anwohner im Umfeld von Tennis- und Sportplätzen, Schwimmbädern, Golfplätzen, Eislaufbahnen, Fußballstadien und Turnhallen können sich durch deren Lärm belästigt fühlen. Dies umso mehr, wenn er in den Abendstunden oder am Wochenende auftritt. Ansprechpartnerin ist jeweils die zuständige untere Umweltschutzbehörde.


Sportanlagen sind auch Lärmquellen

Sport besitzt in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Dabei ist es vielfach unvermeidlich, dass Sportaktivitäten mit Geräuschen verbunden sind. Anwohnerinnen und Anwohner im Umfeld von Sportanlagen fühlen sich oftmals durch deren Lärm belästigt. Dieser tritt häufig in Zeiten auf, die allgemein zur Entspannung und Erholung genutzt werden und zwar in den Abendstunden und an Sonn- und Feiertagen. Verschärft wird die Lärmsituation durch Veranstaltungen mit hohen Besucherzahlen und das damit verbundene hohe Verkehrsaufkommen im Umfeld, zum Beispiel bei Spielen der Fußballbundesliga.

Charakteristische Lärmquellen von Sportanlagen sind

  • technische Einrichtungen (zum Beispiel Lautsprecher),
  • Sportgeräte (zum Beispiel Motorkart, Aufprallgeräusche von Bällen),
  • die Sporttreibenden selbst (zum Beispiel Zurufe),
  • die Zuschauer (Beifall, Pfiffe, Anfeuerungen, Gesänge, Verwendung von Lärmfanfaren) und
  • zur Anlage gehörender Verkehrslärm (zum Beispiel Geräusche von den Parkplätzen).

Wenn Sie sich durch Lärm von Sportanlagen gestört fühlen, wenden Sie sich an die für Ihre Region zuständige Umweltschutzbehörde Ihres Kreises beziehungsweise Ihrer kreisfreien Stadt. Bei kommunalen Sportanlagen empfiehlt sich im Beschwerdefall jedoch zunächst eine Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Schul- und Sportamt, da von dort oftmals direkt auf die Vereine eingewirkt werden kann, die die Anlage nutzen.


Fans bei einer Sportveranstaltung. Foto: Andreas Weber / panthermedia.net

Große Menschenmengen bei Sportveranstaltung sind immer mit Lärmbelästigungen der Anwohnerschaft verbunden. (Foto: Andreas Weber / panthermedia.net)

Anforderungen an den Lärmschutz bei Sportanlagen

Sportanlagen sind nicht genehmigungsbedürftige Anlagen im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG), benötigen aber eine baurechtliche Genehmigung. Für sie gilt daher die allgemeine Grundpflicht des § 22 Abs. 1 BImSchG. Zur Klärung der Frage, ob Geräusche von Sportanlagen als erhebliche Belästigungen anzusehen sind, ist die Sportanlagenlärmschutzverordnung (18. BImSchV) als verbindlicher Maßstab heranzuziehen.

Die 18. BImSchV findet keine Anwendung, wenn in oder auf Sportanlagen Veranstaltungen wie beispielsweise Konzerte durchgeführt werden. In derartigen Fällen kommt die Anwendung des sogenannten Freizeitlärmerlasses in Betracht.

Die Sportanlagenlärmschutzverordnung versucht einen Ausgleich zwischen dem Ruhebedürfnis der Anwohner und Anwohnerinnen und den Anforderungen des Sportbetriebes herzustellen. Sie setzt dazu Immissionsrichtwerte fest, die im Grunde denen für gewerbliche Anlagen entsprechen. Die morgendlichen und abendlichen Ruhezeiten sowie die Mittagsruhe  an Sonn- und Feiertagen wird zusätzlich besonders geschützt. Auf der anderen Seite wird den Bedürfnissen des Sports durch Sonderregelungen Rechnung getragen. Beispielsweise werden die zulässigen Immissionsrichtwerte für Altanlagen und für Sonderveranstaltungen an bis zu 18 Tagen im Jahr erhöht. Vollzugshinweise zum Umgang mit dem Altanlagenbonus in Nordrhein-Westfalen gibt ein Erlass des NRW-Umweltministeriums.


Motorsportanlagen und Schießplätze

Die 18. BImSchV findet keine Anwendung auf Sportanlagen, die einer Genehmigung nach § 4 BImSchG bedürfen. Diese ist aber nur in zwei Ausnahmefällen erforderlich, nämlich bei den Motorsportanlagen sowie bei offenen Schießständen und Schießplätzen. Die Messung und Beurteilung der Geräuschimmissionen dieser Anlagen erfolgt entsprechend der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm).