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Flächenverbrauch

Foto: Nataliya Kostenyukova / panthermedia.net

Flächenverbrauch ist häufig mit dem unumkehrbaren Verlust von Landschaftsräumen verbunden. Er beeinträchtigt landwirtschaftliche Produktionsmöglichkeiten, wirkt sich nachteilig auf Biotop-, Landschafts- und Naturschutz aus, verringert Erholungs-, Ruhe- und Frischluftbereiche und trägt durch ausufernde Siedlungsstrukturen zum Klimawandel bei. Die Landesregierung will daher die Fläche, die jeden Tag neu bebaut wird, bis 2020 auf 5 Hektar reduzieren.


Allianz für die Fläche

Der Flächenverbrauch verharrt weiterhin bundesweit und in Nordrhein-Westfalen auf einem hohen Niveau. Die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland hat in den Jahren 2009 bis 2012 insgesamt um 2,3% zugenommen. Das entspricht rechnerisch einem täglichen Anstieg von 74 Hektar bundesweit. Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung ist es, die tägliche Inanspruchnahme neuer Siedlungs- und Verkehrsflächen bis zum Jahr 2020 auf durchschnittlich 30 Hektar pro Tag bundesweit zu reduzieren.

In Nordrhein Westfalen gehen im langjährigen Mittel täglich rund 10 Hektar wertvolle Natur- und Freifläche verloren. Die Siedlungs- und Verkehrsfläche nimmt inzwischen bereits einen Anteil von 22,75% an der gesamten Landesfläche ein. Langfristiges Ziel bleibt es, aus demografischen Gründen, zum Schutz der landwirtschaftlichen Flächen, der Nachhaltigkeitsstrategie und auch zur Stärkung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Standortes NRW, zu einem Flächenverbrauch von „Netto-Null“ zu kommen.

Erklärtes Ziel der Landesregierung ist es, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 zunächst auf fünf Hektar pro Tag zu reduzieren. Dazu bedarf es wirksamer Maßnahmen zur Begrenzung des Flächenverbrauchs. Den Kommunen fällt hier sicherlich die Schlüsselrolle zu, weil sie bei ihren Entwicklungsplanungen die wesentlichen flächenrelevanten Entscheidungen treffen.

Mit der landesweiten "Allianz für die Fläche" ist eine Plattform zur öffentlichen Darstellung des Themas und zum Austausch von Erfahrungen und Meinungen geschaffen worden, die von den Beteiligten intensiv genutzt wird.


Logo der Aktion Meilenstein

Meilenstein – Zertifikat für flächensparende Kommunen in Nordrhein-Westfalen

Eine Maßnahme, die aus dem Trägerkreis entwickelt wurde ist das Projekt „Meilenstein – Zertifikat für flächensparende Kommunen in Nordrhein-Westfalen“. Sechs Kommunen aus Nordrhein-Westfalen haben bereits ein Zertifikat fürs Flächen sparen erhalten: Dormagen, Emsdetten, Porta Westfalica, Münster, Recklinghausen und Hellenthal haben sich bereits erfolgreich mit ihrer kommunalen Flächensituation auseinander gesetzt und sind dafür ausgezeichnet worden. Die Stadt Münster erhielt für besondere Leistungen das Zertifikat in Gold.

Im Zeitraum von September 2013 bis Juni 2014 haben die Kommunen an dem Zertifizierungsverfahren teilgenommen. Sie mussten darlegen wie sich ihre Flächensituation darstellt, wie sie ein Flächenmanagementsystem aufbauen und ihre Kommunikation gestalten sowie offen legen, welche planerischen Steuerungselemente sie zur Flächeneinsparung nutzen.

So hat die Gemeinde Hellenthal ein Anreizprogramm „Junge Menschen in alten Häusern" eingeführt. Die Stadt Dormagen hat an einem Pilotprojekt zum Aufbau eines Geoinformationssystems (GIS) als Webdienst zur strategischen Innenentwicklungsplanung teilgenommen. In der Stadt Münster gilt das Gebot Innen- vor Außenentwicklung. Mit Hilfe eines Anreizprogramms werden hier die Sanierungen von Altbauten gefördert. Die Stadt Porta-Westfalica nimmt an einem Projekt zur Ermittlung von Brachflächen teil. Die Stadt Emsdetten hat sich dem Grundsatz einer nachhaltigen Flächenentwicklung unterworfen, nach dem Flächen im Innenbereich mit erster Priorität entwickelt werden sollen. Sie besitzt eine Erhebung über die vorhandenen Reserveflächen für Wohnen und Gewerbe. Die Stadt Recklinghausen besitzt u. a. zum Schutz und zur Aufwertung ihres Freiraums ein Entwicklungskonzept.


Weitere Informationen:


Seminar.

Kommunales Flächen- und Klimamanagement

Klimaschutz und der Erhalt von Freiflächen sind wichtige Aufgaben der Kommunen. Um dem Klimawandel und dem Flächenverbrauch auf kommunaler Ebene professionell zu begegnen, bildet das Land Nordrhein-Westfalen mit einem Internet-Projekt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kommunen zu Flächen- und Klimamanagerinnen und -managern aus. Die ausgebildeten Fachleute werden durch das Land NRW zertifiziert.

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