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Gewässer

Bach. Foto: Ralf Kochems/ Panthermedia.net

NRW ist ein Land der Gewässer. Über 50.000 km Bäche und Flüsse durchziehen unser Land, künstliche und wenige natürliche Seen prägen das Bild unserer Landschaft. Unsere Gewässer bieten Tieren und Pflanzen wertvollen Lebensraum und uns Menschen Lebensqualität. Wenn auch selbst nicht sichtbar, beeinflusst das Grundwasser flächig den Bewuchs und die Nutzung unserer Landschaft. Wasser ist eine der wichtigsten Lebensgrundlagen.


Lebendige Gewässer entwickeln

Bedauerlicherweise sind die meisten Bäche und Flüsse Nordrhein-Westfalens nicht so naturnah, wie sie sein sollten, und auch die Chemie des Grundwassers stimmt nicht immer. Ursache ist die intensive Nutzung durch uns Menschen. Fließende Gewässer sind häufig eingeengt, ihrer natürlichen Dynamik beraubt und mit Stoffen aus Industrie und Landwirtschaft belastet. Auch das Grundwasser ist vielerorts nicht frei von Nährstoffen und Pflanzenschutzmitteln.

Das deutsche Wasserrecht basiert auf der Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union (EU-WRRL) und legt fest, wie die Gewässer und das Grundwasser wieder in den sogenannten „guten Zustand“ versetzt werden sollen. In den letzten Jahren sind bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt worden.

Alle sechs Jahre wird der Zustand der Gewässer in unserem Land überprüft und die noch bestehenden Belastungen erfasst. Auf der Grundlage dieser Daten werden die Bewirtschaftungsziele festgelegt und Maßnahmen ausgewählt, mit denen ein guter Gewässerzustand erreicht werden kann. Der Entwurf des nächsten Bewirtschaftungsplans wird im Dezember 2020 veröffentlicht.


Mühlteich bei Wegberg. Foto: Thomas Brocher

Teich an der Holtmühle bei Wegberg. (Foto: Thomas Brocher)

Die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union

Die europäische Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) ist im Dezember 2000 in Kraft getreten. Sie wurde im Jahr 2002 durch Änderung des Wasserhaushaltsgesetzes in bundesdeutsches Recht umgesetzt, das in allen Bundesländern einheitlich gilt.

Die Richtlinie verpflichtet alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zu folgenden Bewirtschaftungszielen:

Bei oberirdischen Gewässern:
  • Erreichen des „guten ökologischen Zustands“ sowie des „guten chemischen Zustands“ bis 2015
  • Bei erheblich veränderten oder künstlichen Gewässern: Erreichen des „guten ökologischen Potenzials“ und des „guten chemischen Zustands“ bis 2015
  • Verschlechterungsverbot
Beim Grundwasser:
  • Erreichen des Guten „mengenmäßigen und chemischen Zustands“ innerhalb bis 2015
  • Umkehr von signifikanten Belastungstrends
  • Verhindern oder Begrenzen von Schadstoffeinträgen
  • Verhindern einer Verschlechterung des Grundwasserzustands

Da es leider meist nicht möglich war, diese Ziele zu erreichen, konnten die Fristen bis 2021, spätestens aber bis 2027 verlängert werden.

Was bedeutet das konkret?

Ein „guter chemischer Zustand“ bedeutet bei Oberflächengewässern, dass für eine Reihe von Schadstoffen, die in einer EU-weit gültigen Liste aufgeführt sind, die dort festgelegten Grenzwerte (Umweltqualitätsnormen), eingehalten werden. Für das Grundwasser gilt ähnliches. Ein „guter mengenmäßiger Zustand“ beim Grundwasser ist dann gegeben, wenn in einem Gebiet nicht mehr Grundwasser entnommen wird (zum Beispiel zur Trinkwassergewinnung), als aufgrund der natürlichen Verhältnisse neu gebildet wird.

Oberflächengewässer haben einen „guten ökologischen Zustand“, wenn die dort vorgefundenen Fische, Kleinlebewesen und Pflanzen in etwa dem entsprechen, was man ohne Einfluss des Menschen dort vorfinden würde. Kleine Abweichungen werden akzeptiert. Ein „sehr guter ökologischer Zustand“ entspricht also einer „unberührten Natur“. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein kleiner Gebirgsbach anderen Arten Heimat bietet als etwa ein großer Tieflandstrom. Man spricht hier von der „typspezifischen Artenzusammensetzung“.

Das „ökologische Potenzial“ findet als Zielsetzung immer dann Anwendung, wenn an einem Bach oder Fluss aufgrund wichtiger Nutzungen nicht alle für das Erreichen des guten ökologischen Zustands erforderlichen Maßnahmen umgesetzt werden können. Dies betrifft zum Beispiel viele Gewässer innerhalb unserer Städte oder auch Talsperren, an denen Fließgewässer zu wichtigen, gesellschaftlich gewollten Zwecken aufgestaut wurden.

Das „Verschlechterungsverbot“ bedeutet, dass sich der Zustand der Gewässer nicht weiter verschlechtern darf.


Bewirtschaftungsplan 2016-2021

Aktuell gilt für Nordrhein-Westfalen der zweite Bewirtschaftungsplan für den Zeitraum vom 22.12.2015 bis zum 22.12.2021. Der Landtag (Umweltausschuss) hat am 18.11.2015 sein Einvernehmen zu diesem Plan erklärt.

Der Bewirtschaftungsplan und das zugehörige Maßnahmenprogramm werden durch die Planungseinheitensteckbriefe ergänzt, die detailliert über den Zustand aller betrachteten Gewässer, die zu erreichenden Ziele und die dafür vorgesehenen Maßnahmen Auskunft geben.

Im Vorfeld der Erstellung des Bewirtschaftungsplans hatten die Bezirksregierungen die Träger der Maßnahmen sowie Interessenvertretungen an zahlreichen "Runden Tischen" beteiligt und die Grundzüge des Maßnahmenprogramms festgelegt. Das NRW-Umweltministerium hatte im Dezember 2014 die Entwürfe für den kommenden Bewirtschaftungsplan und das Maßnahmenprogramm offengelegt. Die Öffentlichkeit hatte ebenso wie Kommunen, Verbände und Vereine bis zum 22. Juni 2015 Gelegenheit, zu den Planungen Stellung zu nehmen. Ihre Hinweise wurden geprüft und soweit möglich im Bewirtschaftungsplan berücksichtigt. 

Weitere Informationen:

  • Bewirtschaftungsplan 2016-2021, Umweltbericht und Maßnahmenprogramm 2016-2021 www.flussgebiete.nrw.de/wrrl
  • Ausführliche Fach- und Hintergrundinformationen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Nordrhein-Westfalen, zum Programm "Lebendige Gewässer", zu den einzelnen Flussgebieten und aktuelle Publikationen zum Thema auf www.flussgebiete.nrw.de

Frachtschiff auf dem Rhein bei Köln. Foto: Gerhard Marx/ Panthermedia.net

Binnenschifffahrt

Die Vermeidung und die umweltgerechte Abfall- und Abwasserbeseitigung durch die Binnenschifffahrt sind wichtige Maßnahmen zum Schutz der Gewässer. Das „Internationale Übereinkommen über die Sammlung, Annahme und Abgabe von Abfällen in der Rhein- und Binnenschifffahrt“ bildet hierfür den rechtlichen Rahmen.

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Kölner Südbrücke bei Hochwasser. Foto: Kay Augustin/panthermedia.net

Hochwasser

Die Landesregierung unterstützt die Arbeit der Kommunen, Wasser- und Deichverbände für einen nachhaltigen und vorsorgenden Hochwasserschutz und beteiligt sich an den Kosten. Mit den zuständigen Institutionen werden im Rahmen des NRW-Hochwasserschutzkonzepts und des nach europäischem Recht vorgeschriebenen Risikomanagements Gefahrenlagen analysiert, vorsorgende Gegenmaßnahmen erarbeitet und auch der Einsatz im Ernstfall geplant.

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Die Ruhr im Sauerland. Foto: Jürgen Haack / panthermedia.net

Gewässerqualität

Bei der Gewässerqualität kommt es nicht nur darauf an, die Qualität des Wassers durch eine Verringerung der Belastung mit chemischen Schadstoffen zu verbessern. Eine große Rolle spielt auch die Struktur von Flüssen und Seen als Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Das Land unternimmt große Anstrengungen, um die Gewässerqualität insgesamt zu verbessern.

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Kinder am Badesee.

Badegewässer

Von den über 2.000 Seen in Nordrhein-Westfalen sind zurzeit mehr als 100 Strände an Seen als Badegewässer nach der EU-Richtlinie über die Qualität der Badegewässer und deren Bewirtschaftung ausgewiesen. Nur an diesen Stellen wird die Gewässerqualität regelmäßig überwacht. In Nordrhein-Westfalen haben die meisten Badegewässer eine gute bis ausgezeichnete Qualität - und entsprechen damit den hygienischen Anforderungen der Europäischen Union.

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Laboruntersuchung. Foto: © panthermedia.net / belchonock

Gewässerüberwachung

Aufgabe der Gewässerüberwachung ist das Erkennen, Erfassen und Bewerten der mit den vielfältigen Nutzungen einhergehenden Belastungen der Gewässer. Die Identifizierung von Belastungsquellen ist notwendige Voraussetzung um Maßnahmen zu deren Sanierung fachlich zu begründen. Seit vielen Jahren werden in der Gewässerüberwachung biologische, chemische und chemisch-physikalische Komponenten im Gewässer wie auch die in den Gewässern lebenden Organismen untersucht.

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Ein renaturiertes Gewässer in NRW. Foto: Christoph Aschemeyer

Programm "Lebendige Gewässer"

Unsere Flüsse und Bäche sind nicht nur Wasserspender, sie sind wichtige Naturräume für Mensch und Tier. Nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) sollen die Gewässer wieder zu Lebensadern der Natur werden, zu wichtigen Naturräumen bzw. Naturlandschaften. Das NRW-Programm "Lebendige Gewässer" zielt daher auf die ökologische Entwicklung unserer Gewässer, ihrer Ufer und Auen.

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Der Möhnesee im Kreis Soest wird durch die Möhnetalsperre angestaut.

Talsperren und Stauanlagen

Nordrhein-Westfalen gehört zu den Bundesländern mit den meisten Stauanlagen, insbesondere mit den meisten Talsperren. Sie dienen in erster Linie der Trinkwasserversorgung, der Regulierung des Wasserstandes im Fluss und dem Hochwasserschutz. Bei Bürgerinnen und Bürgern sind es beliebte Ziele für Erholung und Freizeit.

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