Das blaugrüne Leben kehrt an die Lippe zurück
Umweltminister Oliver Krischer gibt Startschuss für den letzten großen Bauabschnitt in Haltern-Lippramsdorf und Marl
Mit einer ersten Machbarkeitsstudie begann vor genau 20 Jahren, im Jahr 2005, das wohl größte Hochwasserschutzprojekt Nordrhein-Westfalens: der Neubau der Lippe-Deiche in Haltern-Lippramsdorf und Marl (HaLiMa). Seit dem ersten Spatenstich vor neun Jahren ist das 95-Millionen-Euro-Vorhaben weit fortgeschritten: Die Deiche auf der Nordseite sind bereits fertiggestellt – durch die Rückverlegung der Hochwasserschutzanlagen ins Hinterland hat die Lippe zudem bereits deutlich an Raum gewonnen. Und es geht weiter: Am Dienstag (9.9.) gab der Lippeverband gemeinsam mit NRW-Umweltminister Oliver Krischer den Startschuss für den Neubau eines 500 Meter langen Deiches auf der Südseite des Flusses. Das Großprojekt soll bis Ende 2027 fertiggestellt werden. Dann werden moderne Deiche entstanden sein, die auch einem extremen Hochwasser standhalten können, wie es statistisch betrachtet nur alle 250 Jahre auftritt – und darüber hinaus eine rund 60 Hektar große Aue, die ideale Lebensbedingungen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bieten wird. Das blaugrüne Leben kehrt an die Lippe zurück!
„Dieses Projekt verbindet in beeindruckender Weise Naturschutz mit Hochwasserschutz. Auf solche Lösungen kommt es an, wenn wir uns gegen die Folgen des Klimawandels wappnen wollen. Ich danke dem Lippeverband und allen Beteiligten für ihr Engagement – gemeinsam gestalten wir hier ein Stück klimaresiliente Zukunft“, sagt Oliver Krischer, Umweltminister des Landes Nordrhein-Westfalen.
Die Eckdaten des Projektes „HaLiMa“ sprechen eine eindrucksvolle Sprache: Auf einer Gesamtlänge von 5,6 Kilometern baut der Lippeverband seit 2016 im Auftrag des Landes neue Deiche nördlich und südlich der Lippe in Haltern am See und Marl. Mit 13,5 Metern bleibt die Höhe der Anlagen zwar identisch, durch eine weniger steile Böschung fügen sie sich jedoch wesentlich besser in die Landschaft ein. „Mit der Rückverlegung der Deiche geht eine deutliche Verbreiterung der Lippe einher. Sie gewinnt daher nicht nur mehr Rückzugsraum – zusätzlich heben wir das Lippe-Bett um fünf Meter an, um den Fluss wieder als Flachlandgewässer herzustellen. Das Ganze passiert nicht ohne guten Grund: Eine breite und flache Aue ist die Voraussetzung für die Steigerung der Artenvielfalt in und an der Lippe“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbandes.
Weitere Informationen
Fotos des Modellprojekts „HaLiMa“
Navigationshinweise zur Galerie
Benutze im nächsten Element die Pfeiltasten links und rechts zum Blättern der Galerie
HaLiMa 2022: In Haltern-Lippramsdorf und Marl hat der Lippeverband auf 5,6 Kilometern neue, zurückverlegte Deiche gebaut. 2022 sind noch beide Deiche - alter und neuer - erkennbar.
(Copyright: Rupert Oberhäuser/EGLV)
HaLiMa 2024: Der alte Deich ist zum Teil schon abgebaut, in Teilen ist er noch vorhanden, aber in der Höhe reduziert. Beim Hochwasser im Dezember 2023 waren die Auen auf beiden Seiten des Flusses überschwemmt und der alte Restdeich überflutet. Der neue Deich hat seine Schutzfunktion erfüllt.
(Copyright: Rupert Oberhäuser/EGLV)