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Wechselkröte

Wechselkroete

Wechselkröte

In NRW zählt die Wechselkröte zu den stark gefährdeten Amphibienarten. Sie kommt in NRW nur noch in wenigen Gebieten im Südwesten des Landes und im Rheinland, etwa im Raum Köln- Bonn vor. Ihr Lebensraum besteht aus offenen, trockenen und oft sandigen Flächen wie Kiesgruben, Bergbaufolgelandschaften, Truppenübungsplätzen oder Industriebrachen. Für ihre Fortpflanzung ist sie auf flache Gewässer angewiesen, die sich schnell erwärmen. Schutzmaßnahmen konzentrieren sich daher auf die Erhaltung und Wiederherstellung solcher Lebensräume. 

Hauptverbreitungsgebiet:

  • Primär Kölner Bucht

Bestand:

  • stark gefährdet

Wechselkröte Geschickte Verwandlungskünstlerin

Die Wechselkröte ist durch ihre kontrastreiche Zeichnung mit deutlich abgegrenzten, grünlichen Flecken auf der gesamten Oberseite leicht von anderen einheimischen Krötenarten zu unterscheiden. Ihren Namen verdankt sie der Fähigkeit, den Kontrast ihres Fleckenmusters je nach Lichtverhältnissen oder Temperatur zu verändern, wodurch ihr Erscheinungsbild mal heller und mal dunkler wirkt. Ihre Nahrung besteht aus Spinnen, Insekten, Schnecken, Asseln und Regenwürmern. Jungtiere fressen kleinere Beutetiere wie Springschwänze und Milben. 

Die Fortpflanzungszeit erstreckt sich von Ende April bis Mitte Juni, in der die Weibchen zwei- bis dreimal ablaichen. Der Laich wird in Schnüren mit 5.000 bis 10.000 Eiern abgelegt. Nach der Fortpflanzungszeit verlassen die erwachsenen Tiere das Gewässer und entfernen sich wenige 100 Meter oder auch einen Kilometer und mehr vom Gewässer. 

Zur Fortpflanzung nutzt sie größere Tümpel sowie kleinere Abgrabungsgewässer mit sonnenexponierten Flachwasserzonen. Diese Laichgewässer sind meist vegetationsarm und fischfrei. Als Sommerlebensraum bevorzugt sie offene, trockenwarme Flächen mit grabfähigen Böden. Während der Wintermonate zieht sie sich in selbst gegrabene Erdhöhlen oder in vorhandene Kleinsäugerbauten oder Steinhaufen zurück. 

Wechselkroete

Artenhilfsprogramm Mehr Laichgewässer

Für den Fortbestand der Wechselkröte sind passende Laichgewässer unerlässlich: Die Biologische Station Bonn/ Rhein-Erft e.V. und die Biologische Station im Kreis Euskirchen e.V. betreuen Laichgewässer und beraten Abgrabungsunternehmen. Die Biologische Station im Kreis Düren e.V. plant mit Unterstützung des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) Maßnahmen zum Schutz der Wechselkröte im Kreis Düren. Sie erfassen zunächst ihre Vorkommen und wählen anschließend geeignete Flächen für den Bau neuer Laichgewässer. Besonders geeignet sind offene, ungenutzte oder brachliegende Flächen in der freien Landschaft, aber auch in und an Siedlungsrändern. Im Rahmen des Projekts kann die Anlage solcher geeigneten Gewässer eine Förderung erhalten.