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Großer Brachvogel

Großer Brachvogel

Großer Brachvogel

Der Große Brachvogel besiedelt Lebensräume mit Feuchtgrünland. In NRW liegen seine wichtigsten Vorkommen im Münsterland (Kreise Steinfurt, Borken und Warendorf) sowie in kleinerem Umfang am Unteren Niederrhein (bedeutende Rastvorkommen). Seit den 1970er Jahren ist der Bestand in NRW um etwa 25 % zurückgegangen. Hauptursachen sind die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung und die Absenkung des Grundwassers. 

Hauptverbreitungsgebiet:

  • primär Münsterland, im kleineren Umfang am Unteren Niederrhein 

Bestand:

  • stark gefährdet

Großer Brachvogel Watvogel mit gebogenem Schnabel

Die Art bevorzugt u.a. Lebensräume mit Feuchtgrünland und feuchte Heideflächen, aber auch Nieder- und Hochmoore. Während Bruten auf Ackerflächen abnehmen, ist eine Erhöhung der Bestände in Schutzgebieten zu beobachten. Der Große Brachvogel nutzt seinen langen, nach unten gebogenem Schnabel, um geschickt Nahrung aus dem Boden und aus flachen Wasserbereichen aufzunehmen. Diese besteht überwiegend aus Insekten, Würmern und Schnecken, die er durch Stochern erbeutet. Sein Gefieder ist oberseits graubraun und dicht gestreift. Im Flug zeigt sich eine keilförmige weiße Färbung, die vom Rücken bis zum Bürzel verläuft. Weibchen sind etwas größer als Männchen und besitzen einen längeren Schnabel.

Das Nest legt der Große Brachvogel als flache, spärlich mit trockenem Gras oder Moos ausgepolsterte Bodenmulde auf mäßig trockenem Untergrund an. Die Brutzeit beginnt etwa Ende April bis Anfang Mai. Meist umfasst ein Gelege vier Eier. Beide Elterntiere brüten, das Männchen jedoch gewöhnlich weit weniger als das Weibchen. Nach etwa 26 bis 36 Tagen schlüpfen die Küken. 

Großer Brachvogel

Artenhilfsprogramm Erhalt und die Optimierung der bestehenden Brutgebiete

Aufgrund seiner hohen Standorttreue ist der Erhalt und die Optimierung der bestehenden Brutgebiete von zentraler Bedeutung. Das Landesumweltamt führt als Projektträger gemeinsam mit seinen elf Partnern das LIFE-Projekt ,,Wiesenvögel NRW‘‘ durch. Unter den Projektpartnern sind zehn Biologische Stationen und die niederländische vogelkundliche Organisation SOVON. Zudem übernehmen die Oberen und Unteren Naturschutzbehörden, die Wasser- und Bodenordnungsbehörden eine wichtige Rolle im Projekt. Finanziert wird das Projekt primär aus dem EU-Life-Topf, durch das Land NRW und durch Eigenmittel der Projektpartner. Projektlaufzeit ist von Oktober 2020 bis 2027. Der Große Brachvogel ist einer von vielen Zielarten des Projekts. 

Die Projektpartner setzen vielfältige Maßnahmen zur Optimierung des Wasserhaushalts sowie zur Förderung extensiver Bewirtschaftungsformen um. Ergänzend erfolgen Regulierung von Fressfeinden und in geringem Umfang Flächenankäufe, um die Brutgebiete der Wiesenvögel langfristig zu sichern, ebenso ein Monitoring. Im Rahmen des Vertragsnaturschutzes werden geringere Viehbesatzdichte während der Brutzeit oder spätere Mahdtermine mit Landwirtinnen und Landwirten vereinbart.