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Bildung für nachhaltige Entwicklung

Lernen in der Natur. Foto: Dmitriy Shironosov/Panthermedia.net

Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in allen Bildungsbereichen strukturell auszubauen und weiterzuentwickeln. Mit einer eigenen BNE-Strategie wird dieser konzeptionelle Bildungsansatz in die verschiedenen Bildungsaktivitäten in Nordrhein-Westfalen hineingetragen.


Was bedeutet "Bildung für nachhaltige Entwicklung"?

Bildung für nachhaltige Entwicklung will Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen systemisches Denken und nachhaltiges Handeln vermitteln. Mit ihr werden Menschen in die Lage versetzt, das Wissen über Nachhaltigkeit anzuwenden und Ansätze einer nicht nachhaltigen Entwicklung erkennen zu können. Bei heutigen und zukünftigen Entscheidungen gilt es abzuschätzen, wie sich diese auf künftige Generationen sowie auf das Leben in NRW und in anderen Regionen der Welt auswirken. Menschen sollen befähigt werden, Schlussfolgerungen über ökologische, ökonomische und soziale Entwicklungen im globalen Kontext zu ziehen und durch das partizipative und kooperative Miteinander Entscheidungen zu treffen. Sie beschäftigen sich mit alltags- und zukunftsrelevanten Themen und lernen, sich darüber zu verständigen, gemeinsam nachhaltige Ideen zu entwickeln und diese kreativ umzusetzen, um eine nachhaltige Gesellschaft mitzugestalten.

BNE ergänzt und erweitert die klassische Umweltbildung. Querschnittsthemen wie der Klimawandel, Umwelt und Entwicklung, globales Lernen und der nachhaltige Umgang mit den natürlichen Ressourcen unseres Planeten stehen im Mittelpunkt der Bildungsarbeit. BNE verbindet Gerechtigkeitsempfinden und Umweltbewusstsein miteinander und hinterfragt Konsum- und Verhaltensweisen auf ihre Zukunftsfähigkeit.


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Die BNE-Strategie NRW – ein Beitrag zum Weltaktionsprogramm der UNESCO

Die Landesstrategie "Bildung für nachhaltige Entwicklung – Zukunft Lernen NRW (2016-2020) knüpft an die Erfolge und Leistungen an, die in Nordrhein-Westfalen im Zuge der Umsetzung der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005-2014) erzielt wurden. Viele Akteurinnen und Akteure haben sich während dieser Weltdekade mit zahlreichen Beispielen guter Praxis und innovativen Konzepten engagiert. In ihren Organisationen und Netzwerken haben sie sich für eine lebendige Kultur der Bildung für nachhaltige Entwicklung in Nordrhein-Westfalen stark gemacht.

Weltaktionsprogramm "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2015-2019)

Die wesentlichen Herausforderungen, die für die Umsetzung von BNE im Anschluss an die UN-Dekade bestehen, beschreibt die UNESCO für den Folgeprozess in ihrem Weltaktionsprogramm "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2015-2019). Zu den fünf prioritären Handlungsfeldern des Weltaktionsprogramms zählen:

  1. Politische Unterstützung
  2. Ganzheitliche Transformation von Lern- und Lehrumgebungen
  3. Kompetenzentwicklung bei Lehrenden und Multiplikatoren
  4. Stärkung und Mobilisierung der Jugend
  5. Förderung nachhaltiger Entwicklung auf lokaler Ebene

Mit der Landesstrategie "Bildung für nachhaltige Entwicklung – Zukunft Lernen NRW (2016-2020)" greift Nordrhein-Westfalen die zentralen Empfehlungen der UNESCO auf.


Bildung für nachhaltige Entwicklung wird in NRW systematisch umgesetzt. Foto: Kristine Scherr/Panthermedia.net

Bildung für nachhaltige Entwicklung wird in NRW systematisch umgesetzt. Foto: Kristine Scherr/Panthermedia.net

Zielsetzungen der Landesstrategie 

Die Strategie beschreibt für die einzelnen Bildungsbereiche – die Elementarbildung, die schulische Bildung, die berufliche Bildung, die Hochschulbildung sowie die außerschulische Bildung und Weiterbildung – spezifische Ziele zur Verankerung und systematischen Umsetzung von BNE. Um diese bereichsspezifischen Ziele zu erreichen, werden jeweils strategisch wichtige Handlungsfelder in den Blick genommen und ein konkretes Maßnahmenbündel festgelegt. Es geht dabei sowohl um die Verbesserung der politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen als auch um eine günstige Förderkulisse für BNE-Aktivitäten auf Landesebene. Des Weiteren soll der Prozess der Umsetzung und des Transfers von Ergebnissen in die NRW-Bildungslandschaft unterstützt werden. Die dazu vorgesehenen Maßnahmen betreffen

  • die Partizipation der Bildungsakteurinnen und Bildungsakteure,
  • die Netzwerkbildung, den Erfahrungsaustausch und die Weiterbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren,
  • die Kooperation von BNE- Aktiven in kommunalen und regionalen Bildungslandschaften,
  • die Qualitätsentwicklung in den pädagogischen Einrichtungen,
  • die Entwicklung und Bereitstellung von Konzepten, Medien und Materialien sowie Berichterstattung, Evaluation und Forschung.

BNE-Agentur NRW

Zur Unterstützung dieses Vorhabens wurde eine Fach- und Koordinierungsstelle "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE-Agentur NRW) mit Sitz in der Natur- und Umweltschutz-Akademie des Landes Nordrhein-Westfalen (NUA) eingerichtet, die gemeinsam von drei Ministerien getragen wird: dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV), dem Ministerium für Schule und Bildung (MSB) sowie dem Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales (MBEI).

Nationaler Aktionsplan Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Die strategischen Ansätze auf Landesebene befördern auch die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans BNE zum UNESCO-Weltaktionsprogramm. Dieser wurde im Juni 2017 als Ergebnis eines bundesweiten Beteiligungsprozesses von Vertreterinnen und Vertretern aus Bund, Ländern, Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft verabschiedet. Der Nationale Aktionsplan hat die langfristige strukturelle Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung in der deutschen Bildungslandschaft zum Ziel und adressiert somit auch die Länder. Um gemeinsame Fortschritte auf dem Gebiet der BNE zu erzielen, beteiligt sich Nordrhein-Westfalen auf der Grundlage der Landesstrategie an der Umsetzung der Nationalen Aktionsplans und wirkt auf ein kohärentes Vorgehen auf Bundes- und Landesebene hin.

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Landeskampagne "Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit"

Die im Laufe der UN-Dekade mehrfach ausgezeichnete Landeskampagne "Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit" ist die größte Initiative im Schulbereich in Nordrhein-Westfalen, mit der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Unterricht und im Alltag von Schulen in NRW unterstützt und befördert wird. Die Kampagne wird vom Schul- und Umweltministerium NRW gemeinsam getragen. An der aktuellen Kampagnenphase 2016-2020 beteiligen sich über 650 Schulen, 38 Kindertagesstätten und 17 Netzwerke, um die Auszeichnung als "Schule der Zukunft" zu erhalten. Weitere Informationen zur Kampagne und zu den Unterstützungsangeboten der BNE-Agentur NRW für teilnehmende Einrichtungen sind auf der Kampagnenwebseite zu finden.


Weitere Informationen:

Lernen in der Natur. Foto: Dmitriy Shironosov/Panthermedia.net

Lernen in der Natur. Foto: Dmitriy Shironosov/Panthermedia.net

BNE-Zertifizierung NRW – Qualitätsentwicklung für außerschulische Bildungsanbieter

Die BNE-Zertifizierung NRW ist ein Angebot der BNE-Agentur NRW zur Unterstützung der qualitativen Weiterentwicklung der BNE-bezogenen außerschulischen Bildung. Zertifizierungswillige Einrichtungen und Bildungsanbieter setzen sich im Rahmen des Verfahrens mit der Qualität der eigenen Bildungsarbeit systematisch auseinander. In Fortbildungsveranstaltungen erhalten sie dazu Anregungen und fachliche Unterstützung durch die BNE-Agentur NRW. Um mit dem BNE-Zertifikat ausgezeichnet zu werden, müssen die Bildungsanbieter konkrete BNE-Qualitätskriterien erfüllen. Diese wurden in einem extern evaluierten Modellprojekt gemeinsam mit dem Fachbeirat der BNE-Zertifizierung NRW entwickelt und erprobt.


Weitere Informationen:

Natur- und Umweltschutz-Akademie Nordrhein-Westfalen (NUA)

Die Natur- und Umweltschutz-Akademie des Landes Nordrhein-Westfalen (NUA) hat sich seit der Gründung als Naturschutzzentrum 1985 bis heute zu einem Kompetenzzentrum für Bildungsangebote im Natur- und Umweltschutz entwickelt. Zusammen mit ihren vielen Partnern bietet die NUA jedes Jahr ein vielschichtiges Bildungsprogramm mit über 250 Veranstaltungen an. Angebote einer Bildung für nachhaltige Entwicklung nehmen darin einen besonderen Schwerpunkt ein. Mit Kampagnen und Projekten setzt die NUA zusätzliche Impulse und trägt zur Umsetzung der BNE-Landesstrategie NRW bei. Im Jahr 2016 wurde in der NUA die BNE-Agentur NRW als Fach- und Koordinierungsstelle für BNE in Nordrhein-Westfalen eingerichtet.

Weitere Informationen:

Förderung von Bildungsmaßnahmen im Bereich Umwelt und Entwicklung

Zur Förderung von Projekten im Rahmen der BNE können Organisationen einen Förderantrag bei der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen (SUE) einreichen. Die Stiftung wurde 2001 eingerichtet, um das zivilgesellschaftliche Engagement auf dem Gebiet der nachhaltigen Entwicklung zu unterstützen. Die aus Lotterieerlösen und Steuermitteln stammenden jährlichen Fördermittel werden insbesondere auch für bildungsbezogene Maßnahmen vergeben.

Online-Handreichung Bildung für nachhaltige Entwicklung – Anregungen für und aus der gemeinwohlorientierten Weiterbildung in NRW

Mit seiner Online-Handreichung www.weiterbildung-nachhaltig.de zur Bildung für nachhaltige Entwicklung gibt der Gesprächskreis für Landesorganisationen der Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen einen Überblick über Themen, Methoden und Formate der Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Erwachsenenbildung in NRW. Akteurinnen und Akteure der Weiterbildung sind eingeladen, die dargebotenen Ideen und Impulse aufzugreifen, weiterzuentwickeln und mit den Initiatoren der Handreichung in den Dialog zu treten.

Weitere Informationen:

Umweltpreis des Landes Nordrhein-Westfalen

Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen vergibt alljährlich einen "Sonderpreis Umwelt" beim NRW-Landeswettbewerb "Jugend forscht" und "Schüler experimentieren". Es zeichnet damit herausragende Leistungen junger Menschen aus, die sich mit umweltbezogenen Forschungsfragen in besonderer Weise auseinandergesetzt haben. Eine unabhängige Jury bewertet alle eingereichten Wettbewerbsbeiträge aus dem Bereich "Natur, Umwelt und Klimaschutz".

Weitere Informationen:


Graphik Netzwerk. Foto: Hong/panthermedia.net

Landesnetzwerk "Bildung für nachhaltige Entwicklung NRW"

Die Landesregierung will das handlungsorientierte Lernen für den verantwortlichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen stärken. Mit einem Förderprogramm unterstützt sie deshalb den Aufbau eines landesweiten Netzwerks außerschulischer Einrichtungen der Umweltbildung. Regional bedeutsame Umweltbildungseinrichtungen können sich mit ihren Projektvorhaben zu Bildungs- und Vernetzungsmaßnahmen bewerben und zu einem Regionalzentrum im BNE-Landesnetzwerk werden.

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